Open-Source-Projekt
1372Slash/Zenith avatar
1372Slash/Zenith

Zenith: Digital Wellbeing mit Shield Mode, Website-Shielding und 16 Berechtigungen

Eine Material Design 3-App für ausdrucksstarkes digitales Wohlbefinden. Zenith – eine App für digitales Wohlbefinden in Material Design 3 Expressive          Zenith ist ein intelligenter Assistent für digitales Wohlbefinden für Android, der mit Material Design 3 Expressive erstellt wurde.

449 Sterne19 ForksKotlinGPL-3.0
GitHub

Auf einen Blick

Was ist das?
1372Slash/Zenith ist eine in Kotlin geschriebene Android-Anwendung, die App-Nutzung überwacht und mit Overlays, Verzögerungen und Zeitplänen unterbricht. Der Beitrag ordnet die Funktionsliste, den Berechtigungsumfang von 16 Rechten und die Folgen der GPL-3.0 ein.
Für wen ist es gedacht?
Sinnvoll ist Zenith für Android-Nutzer, die ihr eigenes Gerät verwalten, Berechtigungen bewusst vergeben und eine App suchen, die nicht nur Apps, sondern auch Domains in über zwölf Browsern erfasst. Weniger sinnvoll ist es für Geräte mit Android Go, auf denen SYSTEM_ALERT_WINDOW laut README nur über ADB zu erteilen ist, und für Umgebungen, in denen ein Hintergrunddienst mit Dauerüberwachung nicht akzeptiert wird.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja, unter Bedingungen. GPL-3.0 ist eine Copyleft-Lizenz: Wenn Sie Software weitergeben, die sie enthält, müssen Sie deren Quellcode unter derselben Lizenz veröffentlichen. Wer sie nur intern betreibt, ohne sie weiterzugeben, löst diese Pflicht nicht aus.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 1 Tag.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich Kotlin, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 14. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

Was Zenith unter Digital Wellbeing versteht: Shield Mode und Mindful Gateway

Das Repository 1372Slash/Zenith beschreibt sich als intelligenter digitaler Wellbeing-Assistent für Android, gebaut mit Material Design 3 Expressive. Die Metadaten nennen Kotlin als Sprache und GPL-3.0 als Lizenz, Standardbranch ist master, der letzte Push datiert vom 16. Juli 2026. Die Paketkennung lautet com.etrisad.zenith.

Im Zentrum steht der Shield Mode. Er schützt einzelne Anwendungen mit achtsamen Pausen, Begrenzungen der Nutzungshäufigkeit und Notfallkontingenten. Hinzu kommen Goal Pursuit für Zielnutzungszeiten produktiver Anwendungen mit Vollbild-Sperr-Overlays sowie Delay App, ein konfigurierbarer Timer, der sich vor das erneute Öffnen einer geschützten App legt.

Der Mechanismus namens Mindful Gateway geht weiter als die drei genannten. Er unterbricht laut README alle Anwendungen, die nicht auf einer Whitelist stehen, und zwar vorbeugend. Genau hier liegt der Unterschied zu reinen Zeitlimit-Apps: Nicht die abgelaufene Zeit löst den Eingriff aus, sondern das Öffnen selbst.

Website-Shielding über 12 Browser und der Session HUD

Eine Funktion hebt Zenith von den meisten App-Blockern ab, die nur Paketnamen kennen. Website Tracking & Shielding erfasst laut README die auf einzelnen Websites verbrachte Zeit und wendet Shields auf Domains an, über mehr als zwölf Browser hinweg. Das README nennt keine Liste dieser Browser und kein Verfahren, mit dem die Domain erkannt wird.

Für die laufende Sitzung existiert der Session HUD, ein schwebendes Overlay, dessen Größe und Deckkraft einstellbar sind und das die verbleibende Zeit aktiver Sitzungen anzeigt. Early Kick ergänzt das um Erinnerungen oder ein vorzeitiges Hinauswerfen, bevor das Limit abläuft.

Zeitpläne kommen in zwei Geschmacksrichtungen. Focus Sessions und Smart Schedules blockieren zeitbasiert und kennen laut README einen BLOCK- und einen ALLOW-Modus, dazu das Abfangen von Benachrichtigungen. Bedtime Mode bringt eigene Zeitpläne, Wind-Down-Benachrichtigungen und automatisches Nicht-Stören mit.

Alarm, Eye Care und Incentive Lock: die fünf Stufen

Neben der Blockade führt das README eine Reihe von Funktionen auf, die mit dem ursprünglichen Zweck nur locker verbunden sind. Das Alarmsystem unterstützt mehrere Alarme mit eigenen Klängen, Sprachausgabe, einem Mathe-Aufgaben-Modus, schrittweise ansteigender Lautstärke und dem Starten einer Aufwach-Anwendung.

Eye Care erinnert an die 20-20-20-Regel, mit einstellbaren Arbeits- und Pausendauern. Grace Period öffnet Zeitfenster, in denen sämtliche Anwendungen wieder freigegeben sind. Incentive Lock arbeitet in die Gegenrichtung und schaltet Shields über fünf Stufen frei, wenn Ziele erreicht werden.

Dazu kommen Streaks auf vier Ebenen, global, je Anwendung, je Website und für die Schlafenszeit, jeweils mit Wiederherstellungsmechanismen. Notification Insights liefert Tagesrückblicke, Wochenvergleiche und Meilensteinmeldungen. Backup & Restore sichert Einstellungen und Zeitpläne, automatisch periodisch oder per manuellem Export.

Vom Klonen zum APK: Android Studio Ladybug (2024.2.1) und SDK 33+

Die Installationsanleitung im README ist vier Zeilen lang. Repository klonen, in Android Studio Ladybug in der Version 2024.2.1 oder neuer öffnen, sicherstellen, dass Android SDK 33 oder höher installiert ist, dann auf einem physischen Gerät bauen und ausführen.

Die Empfehlung für ein reales Gerät statt eines Emulators begründet das README mit der Berechtigungsbehandlung. Das ist nachvollziehbar: Ein Emulator mit Standard-Image kennt weder die Hersteller-Dialoge für SYSTEM_ALERT_WINDOW noch deren Eigenheiten bei der Batterieoptimierung.

Kommandozeilen-Befehle für den Build nennt das README nicht, abgesehen von einem ADB-Aufruf weiter unten. Wer Gradle direkt bedienen will, findet dazu im README keine Angabe. Auch ein minimales oder ein empfohlenes Gerätemodell ist in der Dokumentation nicht angegeben.

Neun Pflichtberechtigungen von PACKAGE_USAGE_STATS bis RECEIVE_BOOT_COMPLETED

Ohne die neun erforderlichen Rechte funktioniert Zenith laut README nicht. PACKAGE_USAGE_STATS liefert die Nutzungsdauer je Anwendung. SYSTEM_ALERT_WINDOW erlaubt das Overlay mit Shield oder Timer über anderen Anwendungen. QUERY_ALL_PACKAGES stellt die Liste aller Anwendungen bereit, aus der man die zu überwachenden auswählt.

POST_NOTIFICATIONS dient Zielerinnerungen und Fortschrittsmeldungen. ACCESS_NOTIFICATION_POLICY erlaubt dem Bedtime Mode, das Gerät stumm zu schalten. FOREGROUND_SERVICE hält den AppUsageMonitorService am Laufen, der die Nutzung fortlaufend erfasst, und dient der Alarmwiedergabe. USE_FULL_SCREEN_INTENT zeigt Overlays für Alarme und Erinnerungen über dem Sperrbildschirm.

Den Abschluss bilden WAKE_LOCK, das den Bildschirm während eines Alarms wach hält, und RECEIVE_BOOT_COMPLETED, das nach einem Neustart die Überwachungsdienste neu startet und Alarme neu einplant. Diese neun Rechte zusammen ergeben ein Profil, das vollständigen Einblick in die Gerätenutzung und die Möglichkeit zum Überlagern jeder Anwendung einschließt.

Sieben optionale Rechte und der ADB-Befehl für Android Go

Sieben weitere Rechte sind optional und erweitern die Wirkung. BIND_ACCESSIBILITY_SERVICE erkennt laut README das Öffnen einer beschränkten Anwendung unmittelbar, was die Shields reaktionsschneller machen soll. BIND_NOTIFICATION_LISTENER_SERVICE blendet Benachrichtigungen während Fokussitzungen und Schlafenszeit aus. SCHEDULE_EXACT_ALARM sorgt für punktgenaue Tagesrücksetzungen und Zeitpläne.

Drei weitere betreffen Ressourcen. Die Deaktivierung der Batterieoptimierung verhindert, dass Android Zenith im Hintergrund beendet. READ_EXTERNAL_STORAGE wird ausschließlich für Backup und Wiederherstellung gebraucht. INTERNET dient dem Prüfen auf Aktualisierungen sowie Verweisen auf GitHub und Community-Seiten. READ_CALENDAR schließlich aktiviert die Funktion zum Anzeigen des laufenden Termins, die Titel, Beschreibung und Fortschritt des aktuellen Kalendereintrags während der Öffnungsverzögerung im Overlay darstellt.

Eine Einschränkung ist ausdrücklich dokumentiert. Auf Android-Go-Geräten lässt sich SYSTEM_ALERT_WINDOW mitunter nicht über die Einstellungen erteilen. Das README nennt dafür den Weg über ADB: adb shell pm grant com.etrisad.zenith android.permission.SYSTEM_ALERT_WINDOW.

GPL-3.0, IzzyOnDroid und die Reichweite von v1.5.8

Die Releases erscheinen in kurzem Takt. v1.5.6 kam am 23. Juni 2026, v1.5.7 am 30. Juni 2026, v1.5.8 am 16. Juli 2026. Das README nennt keinen Stable-Kanal und keine Aussage dazu, welche Version als empfohlen gilt.

Vertrieben wird die App über zwei Verzeichnisse, die das README verlinkt: IzzyOnDroid unter apt.izzysoft.de/packages/com.etrisad.zenith und OpenAPK unter openapk.net. Für die Finanzierung verweist das Projekt auf eine Ko-fi-Seite. Beides zusammen ist ein übliches Bild für ein Einzelentwickler-Vorhaben, das ohne Play-Store-Konto auskommt.

Die GPL-3.0 hat für dieses Projekt eine greifbare Folge. Wer eine angepasste Fassung weitergibt, etwa als eigenen Build in einem App-Verzeichnis, muss den Quelltext unter derselben Lizenz verfügbar machen. Für reine Eigenbauten auf dem eigenen Gerät entsteht diese Pflicht nicht. Das README nennt keine Beitragsrichtlinien und keinen Verhaltenskodex, und zu Leistungsdaten oder Sicherheitsprüfungen findet sich dort ebenfalls nichts.

Als Vergleichsgröße bietet sich die in vielen Android-Versionen vorinstallierte Digital-Wellbeing-Komponente des Systems an, die das README allerdings nicht erwähnt. Sie kommt ohne zusätzliches APK und ohne SYSTEM_ALERT_WINDOW aus, deckt dafür aber das Shielding von Domains über mehr als zwölf Browser und das Alarmsystem nicht ab, die Zenith in seiner Funktionsliste aufführt.

Redaktionelles Fazit

Sinnvoll ist Zenith für Android-Nutzer, die ihr eigenes Gerät verwalten, Berechtigungen bewusst vergeben und eine App suchen, die nicht nur Apps, sondern auch Domains in über zwölf Browsern erfasst. Weniger sinnvoll ist es für Geräte mit Android Go, auf denen SYSTEM_ALERT_WINDOW laut README nur über ADB zu erteilen ist, und für Umgebungen, in denen ein Hintergrunddienst mit Dauerüberwachung nicht akzeptiert wird. Vor der Installation steht die Prüfung von PACKAGE_USAGE_STATS und SYSTEM_ALERT_WINDOW auf dem eigenen Gerät, weil ohne diese beiden Rechte laut README weder Erfassung noch Overlay funktionieren.

Offizielle Quellen

  1. Official README
  2. Project repository
  3. Release notes
Community-Notizen

Community-Notizen