v2rayNG: Kotlin-Oberfläche mit Xray- und v2fly-Kern auf Android
Ein V2Ray-Client für Android, der Xray Core und v2fly Core unterstützt. v2rayNG Ein V2Ray-Client für Android, der Xray Core und v2fly Core unterstützt. Laden Sie die neueste Version hier herunter: [!TIP] v2rayNG ist die mobile Version.
Auf einen Blick
- Was ist das?
- Was das Repository 2dust/v2rayNG über Routing-Dateien, den Bau der Kern-Bibliothek, GPG-Signatur und WSA-Berechtigungen verrät und wo die README unvollständig bleibt.
- Für wen ist es gedacht?
- v2rayNG passt zu Android-Nutzern, die Xray- oder v2fly-Konfigurationen in einer App verwalten wollen und mit dem Zusammenspiel aus Kotlin-Oberfläche und Go-Kern leben können. Weniger geeignet ist es für alle, die jede Veröffentlichung vor der Installation prüfen müssen, weil das README nur den Fingerabdruck nennt und keine Prüfschritte, und für Umgebungen, in denen die Routing-Listen ohne bestehende Verbindung aktualisiert werden müssen.
- Darf ich es kommerziell nutzen?
- Ja, unter Bedingungen. GPL-3.0 ist eine Copyleft-Lizenz: Wenn Sie Software weitergeben, die sie enthält, müssen Sie deren Quellcode unter derselben Lizenz veröffentlichen. Wer sie nur intern betreibt, ohne sie weiterzugeben, löst diese Pflicht nicht aus.
- Wird es noch gepflegt?
- Ja. Die letzten Commits kamen vor 3 Tagen.
- In welcher Sprache ist es geschrieben?
- Hauptsächlich Kotlin, laut der Sprachstatistik von GitHub.
Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 14. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.
TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE
v2rayNG 2.3.5: zwei Kerne, eine Oberfläche in Kotlin
v2rayNG ist ein V2Ray-Client für Android, geschrieben in Kotlin. Er unterstützt laut README zwei Kern-Implementierungen: Xray core und v2fly core. Damit ist er das Gegenstück zu v2rayN, das dieselbe Rolle auf Windows, Linux und macOS übernimmt; beide Projekte stammen vom selben Autor, und beide README verweisen aufeinander. Die Metadaten weisen 61.744 Sterne, 8.018 Forks und 33 offene Issues aus, der Standard-Branch heißt master. Die letzte erfasste Veröffentlichung ist 2.3.5 vom 20. August 2026.
Die Aufgabenteilung entspricht der des Desktop-Clients: Der Kern übernimmt Protokoll und Routing, die App liefert Oberfläche und Verwaltung. Das README führt nicht aus, wie zwischen den Kernen gewechselt wird, welche Konfigurationsformate sie erwarten und worin sie sich für die Nutzung unterscheiden. Wer diese Frage beantworten will, findet im Repository nur die zwei Verlinkungen auf die Kern-Projekte.
geoip.dat und geosite.dat unter Android/data/com.v2ray.ang/files/assets
Den ausführlichsten Abschnitt widmet das README zwei Dateien, die für das Routing gebraucht werden: geoip.dat und geosite.dat. Sie liegen unter Android/data/com.v2ray.ang/files/assets, wobei das README ausdrücklich darauf hinweist, dass der Pfad auf manchen Geräten abweicht.
Die Download-Funktion der App holt eine erweiterte Fassung dieser Dateien aus dem Repository Loyalsoldier/v2ray-rules-dat. Das README vermerkt einen praktischen Haken: Dieser Download setzt einen funktionierenden Proxy voraus. Wer die Listen aktualisieren will, bevor eine Verbindung steht, bleibt auf den manuellen Weg angewiesen.
Manuell lassen sich die offiziellen Domänen- und IP-Listen importieren, und im selben Ordner sind auch Datendateien von Drittanbietern möglich; als Beispiel nennt das README eine h2y-Datei aus dem v2fly-Routing-Leitfaden. Welches Format die Dateien haben, wie oft sie erneuert werden und wie sie die Routing-Regeln beeinflussen, steht im README nicht.
Das veraltete aar und der Weg über AndroidLibXrayLite
Der Entwicklungsabschnitt enthält die aufschlussreichste Selbstauskunft des Projekts. Das Android-Projekt im Ordner V2rayNG lässt sich direkt in Android Studio oder mit dem Gradle-Wrapper kompilieren. Danach folgt die Warnung, dass der im aar gebündelte v2ray-Core wahrscheinlich veraltet ist.
Wer einen aktuellen Kern will, baut ihn selbst. Das aar entsteht aus einem von zwei Golang-Projekten, AndroidLibV2rayLite oder AndroidLibXrayLite. Als Einstieg verweist das README auf den Go-Mobile-Leitfaden und ein Tutorial zu Makefiles für Go-Entwickler.
Diese Konstellation ergibt sich daraus, dass der Kern über Go Mobile als Bibliothek eingebunden wird. Sie hat eine Folge, die man kennen sollte: Die Aktualität der App hängt nicht nur am Kotlin-Code im Repository, sondern auch daran, wann zuletzt ein aar aus den Golang-Projekten erzeugt wurde. Das README nennt keine Gradle-Befehle, keine Android-SDK-Version und keine Mindest-API-Stufe.
GPG-Fingerabdruck 7694 5E9F 3E9A 168F 8070 F195 805D 661C auf beiden Clients
Release-Dateien sind mit GPG signiert, um Echtheit und Unversehrtheit zu prüfen und das Abfangen über Spiegel, Netzanbieter oder CDN zu erschweren. Der Fingerabdruck ist im README abgedruckt:
7694 5E9F 3E9A 168F 8070 F195 805D 661C 134D FAF6 8903 C199 463C 31E5 AE90 3AE0
Derselbe Fingerabdruck steht auch im README von v2rayN. Beide Projekte werden mit demselben Schlüssel signiert, was die Prüfung für Nutzer beider Clients vereinfacht und zugleich bedeutet, dass eine Kompromittierung dieses Schlüssels beide betrifft.
Wie beim Desktop-Client beschreibt das README keine Prüfschritte und nennt keine Bezugsquelle für den öffentlichen Schlüssel. Wer prüfen will, muss den Schlüssel anderweitig beschaffen und den Fingerabdruck vergleichen. Eine Prüfsummenliste gibt es im README ebenfalls nicht.
WSA und der Befehl appops set [package name] ACTIVATE_VPN allow
Zwei Betriebsarten werden ausdrücklich erwähnt. Auf Android-Emulatoren läuft v2rayNG. Unter Windows Subsystem for Android muss die VPN-Berechtigung gesondert erteilt werden, und zwar mit appops set [package name] ACTIVATE_VPN allow, wobei der Platzhalter durch den tatsächlichen Paketnamen zu ersetzen ist.
Das README nennt keine WSA-Version und geht nicht auf Unterschiede zwischen Emulator und physischem Gerät ein. Der appops-Befehl ist der aufschlussreichere der beiden Hinweise: Er zeigt, dass die App ihre Berechtigung über den Android-VPN-Mechanismus erhält und dass dieser Mechanismus unter WSA nicht von selbst greift.
Als Community-Kanäle nennt das README eine Telegram-Gruppe unter t.me/v2rayN und einen Kanal unter t.me/github_2dust, dieselben Ziele also, die auch v2rayN angibt. Weitere Kanäle oder ein Ablauf für Fehlerberichte sind nicht dokumentiert.
GPL-3.0, der Release-Takt und v2rayN als Gegenstück
v2rayNG steht unter GPL-3.0. Wer die App weitergibt, muss den Quellcode verfügbar machen; wer sie verändert, kennzeichnet die Änderung und bleibt bei derselben Lizenz. Eine Garantie räumt die Lizenz nicht ein, und das README ergänzt keine eigenen Zusagen zu Sicherheit oder Support.
Die Veröffentlichungsdaten liegen eng beieinander: 2.3.5 am 20. August 2026, 2.3.4 am 14. August, 2.3.3 am 7. August. Ein Abstand von etwa einer Woche spricht für laufende Arbeit; ohne Release-Anmerkungen bleibt offen, ob es Fehlerkorrekturen oder größere Änderungen sind.
Die naheliegende Alternative ist v2rayN vom selben Autor, und der Unterschied liegt in der Plattform statt im Konzept. Eine Alternative anderer Art ist ein Client, der keinen Kern mitbringt, sondern eine vorliegende Konfigurationsdatei einliest; der Unterschied besteht darin, dass die Routing-Regeln dann vollständig in eigener Hand liegen und die Aktualisierung von geoip.dat und geosite.dat nicht an eine Download-Funktion gebunden ist, die bereits eine Verbindung voraussetzt.
Redaktionelles Fazit
v2rayNG passt zu Android-Nutzern, die Xray- oder v2fly-Konfigurationen in einer App verwalten wollen und mit dem Zusammenspiel aus Kotlin-Oberfläche und Go-Kern leben können. Weniger geeignet ist es für alle, die jede Veröffentlichung vor der Installation prüfen müssen, weil das README nur den Fingerabdruck nennt und keine Prüfschritte, und für Umgebungen, in denen die Routing-Listen ohne bestehende Verbindung aktualisiert werden müssen. Vor dem Einsatz: den Speicherort von geoip.dat am eigenen Gerät prüfen und klären, ob das mitgelieferte aar aktuell ist.
Community-Notizen