agent-skills: Engineering-Abläufe als Slash-Befehle für Coding-Agenten
Dieses Repository stellt wiederverwendbare technische Fähigkeiten für Coding-Agents bereit, mit Verfahren für Implementierungs-, Test-, Überprüfungs- und Release-Arbeiten.
Auf einen Blick
- Was ist das?
- addyosmani/agent-skills verpackt 25 Markdown-Skills, 9 Slash-Befehle und vier Personas für Claude Code, Codex, Cursor und weitere Agenten. Was die Skills strukturell von einer Sammlung Regeln unterscheidet.
- Für wen ist es gedacht?
- agent-skills passt zu Teams, die einen Agenten über den gesamten Zyklus von der Spezifikation bis zum Release führen wollen und dabei Nachweise statt Zusicherungen verlangen. Weniger geeignet ist das Paket für Gelegenheitsnutzung ohne Testkultur, weil jeder Skill mit Nachweisanforderungen endet, sowie für Umgebungen, in denen keine Slash-Befehle und kein Skill-Verzeichnis unterstützt werden.
- Darf ich es kommerziell nutzen?
- Ja. MIT ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
- Wird es noch gepflegt?
- Ja. Die letzten Commits kamen vor 4 Tagen.
- In welcher Sprache ist es geschrieben?
- Hauptsächlich JavaScript, laut der Sprachstatistik von GitHub.
Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.
TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE
agent-skills: 9 Slash-Befehle von /spec bis /ship
Das Repository addyosmani/agent-skills beschreibt sich als Sammlung produktionsreifer Engineering-Skills für KI-Codierungsagenten. Es ist keine Bibliothek und kein Framework, sondern eine Ansammlung von Markdown-Dateien, Slash-Befehlen und Agentenkonfigurationen, die Arbeitsweisen, Qualitätsgates und Vorgehensweisen kodieren, wie sie erfahrene Entwickler beim Bauen von Software anwenden. Das Projekt ist in JavaScript klassifiziert, steht unter MIT-Lizenz und verzeichnet laut Metadaten 90.466 Sterne, 9.677 Forks und 122 offene Issues. Die jüngste im Material geführte Veröffentlichung ist 0.6.8 vom 28. August 2026.
Der Lebenszyklus ist als Kette von sechs Stufen gezeichnet: DEFINE, PLAN, BUILD, VERIFY, REVIEW, SHIP. Neun Slash-Befehle sind darauf abgebildet, und zu jedem nennt das README ein Leitprinzip. /spec steht für die Spezifikation vor dem Code, /plan für kleine, atomare Aufgaben, /build für schrittweises Vorrücken in Scheiben, /test für Tests als Nachweis, /constraints für eine einmal gesetzte und überall durchgesetzte Qualitätslatte, /review für die Verbesserung der Code-Gesundheit, /webperf für Messen vor dem Optimieren, /code-simplify für Klarheit vor Cleverness, /ship für schnelleres und damit sicherere Ausliefern.
Skills schalten sich außerdem von selbst zu, je nach Tätigkeit. Ein API-Entwurf stößt laut README api-and-interface-design an, eine Oberflächenarbeit frontend-ui-engineering. Der Agent muss also nicht wissen, welche Datei er laden soll.
/build auto und /constraints: zwei Befehle, die den Ablauf verschieben
/build auto ist die auffälligste Abkürzung im Paket. Statt Plan und Umsetzung Hand in Hand zu fahren, erzeugt der Befehl den Plan und arbeitet jede Aufgabe in einem einzigen genehmigten Durchlauf ab. Der Mensch genehmigt den Plan einmal, danach läuft der Agent selbstständig.
Wichtig ist, was dabei ausdrücklich erhalten bleibt. Das README betont, dass /build auto nur die menschlichen Schritte zwischen den Aufgaben entfernt, nicht die Verifikation. Jede Aufgabe bleibt testgetrieben und wird einzeln committet, und bei Fehlern oder riskanten Schritten hält der Lauf an. Wer den Autonomiegrad eines Agenten erhöhen will, ohne die Nachweiskette zu verlieren, findet hier den dafür vorgesehenen Weg.
/constraints ergänzt das an der anderen Seite des Zyklus. Statt Qualitätsregeln in jedem Prompt zu wiederholen, werden sie einmal festgelegt und danach überall angewandt. Welche Regeln das im einzelnen sind, bleibt dem Projekt überlassen; im Material ist dazu keine Voreinstellung angegeben.
npx skills add addyosmani/agent-skills: der Weg über die Skills-CLI
Der schnellste Einstieg läuft über die offene Skills-CLI. Laut README installiert npx skills add addyosmani/agent-skills alle 25 Skills und funktioniert in über 70 Agenten, darunter Claude Code, Cursor, Codex, Copilot und Cline. Wer zuerst sehen will, was kommt, nutzt npx skills add addyosmani/agent-skills --list.
Einzelne Skills lassen sich gezielt holen, etwa npx skills add addyosmani/agent-skills --skill code-review-and-quality für eine Review über fünf Achsen vor dem Merge, --skill interview-me für eine Anforderungsbefragung mit je einer Frage, oder --skill test-driven-development für erzwungenes Rot-Grün-Refaktorieren.
Genau an diesem Einzelweg hängt jedoch die derzeit klarste Schwäche des Pakets. Eine Installation mit --skill kopiert nur das Verzeichnis skills/<name>/ und nicht das auf Repository-Ebene liegende Verzeichnis references/. Der Skill funktioniert, aber Pfade zu gemeinsam genutzten Checklisten sind nicht auflösbar. Das README empfiehlt stattdessen eine Integration des gesamten Repositorys, einen Klon oder das Kopieren der benötigten Checkliste in ein references/-Verzeichnis innerhalb des installierten Skills. Der Sachverhalt ist als Issue 361 erfasst.
Claude Code, Codex CLI v0.122+ und Gemini CLI: Installation pro Agent
Für Claude Code ist der Marketplace-Weg als empfohlen markiert. /plugin marketplace add addyosmani/agent-skills registriert die Quelle, /plugin install agent-skills@addy-agent-skills installiert das Paket. Weil der Marketplace per SSH klont, braucht es einen hinterlegten SSH-Schlüssel. Fehlt der, hilft die vollständige HTTPS-URL im ersten Schritt: /plugin marketplace add https://github.com/addyosmani/agent-skills.git. Bleibt danach die Meldung git@github.com: Permission denied (publickey), lautet die im README genannte Umgehung eine globale Git-Umschreibung, nämlich git config --global url."https://github.com/".insteadOf git@github.com:. Für die lokale Entwicklung gibt es den Weg über git clone und claude --plugin-dir /path/to/agent-skills.
Codex verlangt nach README mindestens Version 0.122 der Kommandozeile und zwei Schritte: codex plugin marketplace add addyosmani/agent-skills, danach codex plugin add agent-skills@agent-skills. Gemini CLI installiert mit gemini skills install https://github.com/addyosmani/agent-skills.git --path skills aus dem Repository oder mit gemini skills install ./agent-skills/skills/ aus einem lokalen Klon. Für Antigravity CLI lautet der Befehl agy plugin install, gefolgt von der Repository-URL oder einem lokalen Pfad.
Cursor erwartet die Workflow-Skills unter .cursor/skills/ und kurze Richtlinien in .cursor/rules/*.mdc, OpenCode unter .opencode/skills/ oder ~/.config/opencode/skills/ mit einer projektlokalen AGENTS.md. GitHub Copilot nutzt die Agentendefinitionen aus agents/ als Personas und den Skill-Inhalt in .github/copilot-instructions.md. Kiro legt Skills unter .kiro/skills/ ab. Zu jedem dieser Wege verlinkt das README eine eigene Datei unter docs/.
Die Anatomie eines Skills: SKILL.md, Anti-Rationalisierung, Nachweispflicht
Ein Skill folgt einem festen Aufbau. Am Anfang stehen Frontmatter mit Name und Beschreibung, danach Abschnitte für Übersicht, Verwendungszeitpunkt, Prozess, Rationalisierungen, rote Flaggen und Verifikation. Diese Gleichförmigkeit ist Absicht, weil ein Agent die Struktur wiedererkennen muss, um sie zu befolgen.
Zwei Konstruktionen stechen heraus. Die Anti-Rationalisierungs-Tabellen führen häufige Ausreden auf und stellen ihnen jeweils ein dokumentiertes Gegenargument gegenüber, statt den Agenten bloß zur Sorgfalt aufzurufen. Und die Verifikation ist nicht verhandelbar: Jeder Skill endet mit Nachweisanforderungen, etwa bestandenen Tests oder einer Build-Ausgabe. Ohne Nachweis gilt die Aufgabe nicht als erledigt.
Dazu kommt eine Aufgabenteilung beim Laden. Progressive Offenlegung hält den Token-Verbrauch klein, indem unterstützende Referenzen erst bei Bedarf gelesen werden. SKILL.md ist dabei der Einstiegspunkt, nicht das gesamte Material. Genau diese Eigenschaft macht die erwähnte Portabilitätslücke so folgenreich: Fehlt references/, fehlen die nachladbaren Checklisten.
Vier Personas und sieben Checklisten in agent-skills
Neben den Skills enthält das Repository vier vorkonfigurierte Personas mit definierter Rolle: code-reviewer als Senior Staff Engineer, test-engineer als QA-Spezialist, security-auditor als Sicherheitsingenieur und web-performance-auditor als Performance-Ingenieur. Die letzte davon ist für den Aufruf über /webperf vorgesehen.
Die Personas greifen auf sieben Referenzchecklisten zu: definition-of-done, testing-patterns, security-checklist, performance-checklist, accessibility-checklist, observability-checklist und orchestration-patterns. Sie werden bei Bedarf herangezogen und liegen nicht dauerhaft im Kontext. Die Entscheidungsmatrix und die Orchestrierungsregeln stehen in docs/agents.md, inklusive der Vorgabe, dass Personas keine weiteren Personas aufrufen.
Welche der 25 Skills in welchem Projekt gebraucht werden, entscheidet die Einführung. Das README skizziert zwei Pfade: den vollständigen Lebenszyklus ab dem ersten Tag für neue Projekte, oder einen schrittweisen, auf Verifikation ausgerichteten Einstieg für bestehende Codebasen. Der zweite Pfad beginnt meist mit /test und /review, weil dort der Nachweischarakter sofort wirkt.
agent-skills oder eigene Regeln in .cursor/rules: der Unterschied liegt im Laden
Die naheliegende Alternative ist der Eigenbau: Die Regeln, die man dem Agenten mitgeben will, werden in eine AGENTS.md, eine .github/copilot-instructions.md oder eine Cursor-Regeldatei geschrieben. Der Unterschied zu agent-skills liegt weniger im Inhalt als im Ladeverhalten. Eine Regeldatei liegt vollständig im Kontext, sobald der Agent sie liest, während ein Skill über SKILL.md nur den Einstieg liefert und Referenzen nachlädt.
Das README formuliert für Cursor deshalb eine ausdrückliche Warnung: Die vollständigen Skills sollen nicht in Regeln eingefügt werden. Kurze Richtlinien gehören in .cursor/rules/*.mdc, die eigentlichen Workflows in .cursor/skills/. Wer diese Trennung ignoriert, zahlt den Kontextpreis der progressiven Offenlegung ohne ihren Nutzen.
Der zweite Unterschied betrifft die Verbindlichkeit. Ein Skill endet mit Nachweisanforderungen und enthält Anti-Rationalisierungs-Tabellen, eine selbstgeschriebene Regel tut das in der Regel nicht. Das README verweist für den Vergleich mit anderen Skill-Sammlungen auf ein eigenes Dokument, das agent-skills gegen Superpowers und die Skills von Matt Pocock stellt, samt Verweis auf einen kontrollierten Vergleichslauf. Dessen Ergebnisse liegen im hier verfügbaren Material nicht vor.
Für wen sich agent-skills 0.6.8 lohnt
Das Paket entfaltet seinen Nutzen dort, wo ein Agent mehr tun soll als einzelne Funktionen zu ergänzen. Die Kette von /spec über /plan, /build, /test und /review bis /ship bildet einen vollständigen Durchlauf ab, und die Nachweispflicht am Ende jedes Skills verhindert, dass eine Teilergebnis als fertig gilt.
Drei Punkte sollten vor der Einführung geklärt sein. Erstens, ob der eingesetzte Agent Slash-Befehle und ein Skill-Verzeichnis unterstützt; für Claude Code, Codex ab v0.122, Gemini CLI, Cursor, OpenCode, Kiro, Windsurf, Antigravity CLI und Copilot sind Wege dokumentiert. Zweitens, ob die Installation über das gesamte Repository erfolgt, weil sonst references/ fehlt und die Checklisten nicht erreichbar sind. Drittens, ob im Team eine Testkultur vorhanden ist, auf die sich die Verifikationsabschnitte stützen können.
Wer gelegentlich einen Agenten für kleine Änderungen nutzt, trägt den Ballast von 25 Skills ohne Ertrag. Die MIT-Lizenz erlaubt es, einzelne Skills herauszulösen und in ein vorhandenes Regelwerk zu übernehmen, womit der Einstieg auch ohne vollständigen Zyklus möglich bleibt.
Redaktionelles Fazit
agent-skills passt zu Teams, die einen Agenten über den gesamten Zyklus von der Spezifikation bis zum Release führen wollen und dabei Nachweise statt Zusicherungen verlangen. Weniger geeignet ist das Paket für Gelegenheitsnutzung ohne Testkultur, weil jeder Skill mit Nachweisanforderungen endet, sowie für Umgebungen, in denen keine Slash-Befehle und kein Skill-Verzeichnis unterstützt werden. Vor der Einführung lohnt ein Vergleich der Installationswege: npx skills add addyosmani/agent-skills installiert alle 25 Skills samt references/, die Variante mit --skill kopiert nur ein Verzeichnis. Wer mit Claude Code arbeitet, sollte den Marketplace-Weg mit der HTTPS-URL testen, falls keine SSH-Schlüssel hinterlegt sind.
Community-Notizen