CLI-Tool
AgriciDaniel/claude-obsidian avatar
AgriciDaniel/claude-obsidian

claude-obsidian: lokaler Obsidian-Vault mit Belegverzeichnissen und Transaktionen

Selbstorganisierendes KI-Zweitgehirn für Obsidian + Claude Code. Löschen Sie eine beliebige Quelle, und Claude liest, verlinkt und legt sie in einem verbundenen Wissensgraphen aus reinem Markdown ab, der Ihnen gehört. KI-Notizen, persönliches Wissensmanagement (PKM) und eine Open-Source-Alternative zu Notion. Basierend auf dem LLM-Wiki-Muster von Karpathy.

14.933 Sterne1.481 ForksPythonMIT

Auf einen Blick

Was ist das?
claude-obsidian ist ein lokales Wissenssystem aus 15 Agent Skills für Claude Code, das Quellen in verlinkte Markdown-Seiten überführt, Belege führt und Schreibzugriffe als wiederherstellbare Transaktion ausführt. Die Einordnung folgt README und Releases bis v2.1.1.
Für wen ist es gedacht?
claude-obsidian passt zu Menschen, die ihren Vault als Dateien auf der eigenen Platte behalten wollen und damit einverstanden sind, Quellen bewusst durch inbox/ laufen zu lassen, statt Unterhaltungen automatisch mitschreiben zu lassen. Weniger passt es für alle, die PDF- und EPUB-Inhalte erschlossen haben wollen, die unter Windows ohne WSL schreibend arbeiten müssen, oder die eine gehostete Lösung mit gemeinsamer Bearbeitung suchen.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja. MIT ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 5 Tagen.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich Python, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

Was claude-obsidian im Vault anlegt

claude-obsidian ist ein lokales Wissenssystem für Claude Code und kompatible Agent-Skills-Hosts. Die Repository-Beschreibung nennt es ein selbst organisierendes zweites Gehirn für Obsidian und Claude Code, aufbauend auf dem LLM-Wiki-Muster von Karpathy. Für die Obsidian-Syntax dienen kepano/obsidian-skills als Vorlage, namentlich für Markdown, Bases und JSON-Canvas.

Der Kern der Zusage ist kurz. Der Vault bleibt ein gewöhnliches Verzeichnis aus Markdown, JSON und Quelldateien. Er liegt nicht in einem Plugin-Cache, ist nicht in einer Cloud-Datenbank gesperrt und wird nicht unbemerkt zu einem Modell hochgeladen.

Das README grenzt das Produkt ausdrücklich ab: kein automatischer Aufzeichner von Unterhaltungen, kein Synchronisationsdienst, keine Tatsachenquelle, kein Ersatz für Sicherungen und Versionskontrolle. Diese vier Verneinungen sind hilfreicher als die meisten Werbeaussagen, weil sie benennen, was man nicht erwarten darf.

Lizenz ist MIT, die Sprache Python. Erfasste Veröffentlichungen sind v2.0.0 mit dem Titel Reliability and Evidence Refoundation vom 29. Juli 2026, v2.1.0 mit Native Windows Compatibility vom 31. Juli 2026 und v2.1.1 mit Legacy Migration Safety vom 25. August 2026.

Vier Schritte der Wissensschleife, von inbox/ bis wiki-fold

Das README ordnet das Produkt um eine wiederholbare Schleife statt um ein einmaliges Abspeichern.

Am Anfang steht die Erfassung mit Kontext. Lokale Quellen laufen durch einen sichtbaren Posteingang, und vor jeder Synthese werden unveränderliche, inhaltsadressierte Kopien angelegt.

Danach folgt das Belegen. Quellen- und Aussagenverzeichnisse halten Autorität, Aktualität, Unterstützung, Widerspruch, Konfidenz und Prüfstatus fest. Aussagen mit hohem Risiko brauchen laut Unterstützungstabelle zwei unabhängige Quellen, und nicht belegte oder widersprüchliche Belege bleiben sichtbar. Hier unterscheidet sich das System von einem Notizbuch, das einfach Text ablegt.

Der dritte Schritt verbindet: verlinkte Seiten, Indizes, Inhaltskarten, methodikbewusste Strukturen und Canvas-Ansichten. Der vierte nutzt den Vault wieder, mit Abfragen, Recherche, Abruf, Linting und dem Zusammenfalten des bereits Bekannten. Die Ausgabe soll auch ohne Agent brauchbar bleiben, als reines Markdown für die Portabilität und in Obsidian für die Navigation.

Einrichtung init mit --approved-plan-sha256 in drei Schritten

Der Schnellstart besteht aus drei Schritten und ist auf Vorsicht ausgelegt. Jeder verändernde Einrichtungsbefehl zeigt vorher genau, was er tun wird.

Zuerst wird das Produkt geklont: git clone, gefolgt von der Repository-Adresse, danach der Wechsel in das Verzeichnis. Das README betont, dass dieser Checkout das Produkt ist und nicht der eigene Vault.

Danach wird ein getrennter Vault initialisiert. Der Aufruf lautet python3 scripts/claude-obsidian.py init, gefolgt vom Zielpfad, im Beispiel $HOME/Documents/MyKnowledgeVault, sowie den Optionen --generated-at und --operation-id. Vorher werden im README zwei Umgebungsvariablen gesetzt: GENERATED_AT mit einem UTC-Zeitstempel und OPERATION_ID mit dem Wert init-reviewed.

Der Befehl gibt einen JSON-Plan aus. Daraus wird approved_plan_sha256 kopiert und der Aufruf um --approved-plan-sha256 mit diesem Wert sowie --apply wiederholt. Für einen bestehenden Vault beschreibt docs/install-guide.md einen nicht zerstörenden adopt-Arbeitslauf.

Gestartet wird aus dem Vault heraus mit claude --plugin-dir und dem absoluten Pfad zum Checkout. Der erste Aufruf lautet /claude-obsidian:wiki, danach kommt eine Quelle in inbox/ und der Aufruf /claude-obsidian:wiki-ingest. Antworten sichert /claude-obsidian:save, Fragen stellt /claude-obsidian:wiki-query. Für andere Hosts erzeugt bash bin/setup-multi-agent.sh --host codex erst eine Vorschau und wendet sie mit --apply an. Cursor und Windsurf finden Skills im Arbeitsbereich.

Fünfzehn Skills, von wiki-lint bis obsidian-bases

Fünfzehn Skills teilen dieselben Regeln für Belege, Vault-Auswahl und Veränderungen, gegliedert in drei Gruppen.

Für Aufbau und Nutzung stehen wiki, save, wiki-ingest, wiki-query und wiki-lint bereit. wiki-lint meldet tote Verweise, verwaiste Seiten, Lücken in Metadaten, veraltete Indizes und leere Abschnitte. save legt ausdrücklich eine begrenzte Antwort oder Einsicht ab und nie ein automatisch mitgeschriebenes Gespräch.

Die Erweiterungsgruppe bringt autoresearch für begrenzte Webrecherche mit ausdrücklichem Datenabfluss, canvas für Canvas-Dateien im Wiki-Bereich, defuddle zum Bereinigen von Webinhalten, wiki-fold für nachvollziehbare Zusammenfassungen des Operationsprotokolls, wiki-mode für Ablagekonventionen, wiki-retrieve für kontextuelle Präfixe, BM25 und optionales Re-Ranking sowie wiki-cli für Lesezugriffe und Suche mit transaktionssicheren Schreibvorgängen.

Drei Referenz-Skills decken obsidian-markdown, obsidian-bases und think ab. Unter Claude Code heißt ein Aufruf etwa /claude-obsidian:wiki-lint, andere Hosts nutzen ihre eigene Form. Auslösephrasen und genaue Verträge stehen jeweils in skills/<name>/SKILL.md.

Vault-Sperre, SHA-256-Prüfung und CLAUDE_OBSIDIAN_VAULT

Zwei Mechanismen verdienen Aufmerksamkeit, weil sie über das Übliche hinausgehen.

Die Vault-Auswahl läuft über die Umgebungsvariable CLAUDE_OBSIDIAN_VAULT, danach über die nächste Datei mit dem Namen .claude-obsidian.json und danach über einen eindeutig initialisierten Vorfahren. Ist die Auswahl nicht eindeutig, endet der Befehl, ohne etwas zu schreiben.

Veränderungen laufen als eine wiederherstellbare Transaktion. Alle Ziele werden gelesen und ihr erwarteter SHA-256 notiert. Parallele Worker geben nur Entwürfe und Belege zurück. Die vollständige Änderung wird in einem Operationsbündel zusammengeführt, geprüft und genau einmal angewendet, danach werden die Operations-ID und die geänderten Pfade gemeldet. Der Kern hält eine Sperre für die Lebensdauer des Prozesses, protokolliert Sicherungen, tauscht atomar aus und stellt den vorherigen Zustand wieder her, wenn sich die Anwendung nicht abschließen lässt. Ein zwischenzeitlich verändertes Ziel gilt als Konflikt und wird nie stillschweigend überschrieben.

Das ist der Teil des Designs, der parallele Agenten überhaupt erst erträglich macht.

Was die Unterstützungstabelle offenlegt: PDF, EPUB, OCR, YouTube

Die Unterstützungstabelle ist ungewöhnlich deutlich, und sie ist die beste Quelle für Grenzen.

Quellen aus dem lokalen Dateisystem werden begrenzt und inhaltsadressiert erfasst. Bilder liefern Metadaten, Prüfsumme, Größe und, sofern verfügbar, begrenzte Abmessungen. PDF und EPUB liefern Metadaten, Prüfsumme und Größe, aber keine eingebaute semantische Extraktion. Wer ein PDF inhaltlich erschließen will, bekommt hier also keine Lösung.

Für URLs, YouTube und OCR gilt eine zusätzliche Hürde. Sie verlangen validierte Einwilligungspläne und einen konfigurierten externen Runner. Was diese Runner sind und woher sie kommen, sagt das Material nicht.

Beim Abruf ist BM25 lokal und deterministisch. Kontextuelle Präfixe und entfernte Modelle sind optional und nur mit ausdrücklicher Zustimmung zum Datenabfluss nutzbar. Fällt der Schritt für Einbettungen oder Re-Ranking aus, greift das System auf BM25 zurück. Diese Rückfallregel ist sinnvoll, weil sie den Abruf nie an ein Modell bindet.

Vier Ablagemodi und die Windows-Grenze UNSUPPORTED_PLATFORM

wiki-mode legt fest, wohin neue Notizen fallen. Vier Methodiken stehen bereit: Generic mit Quellen, Konzepten, Entitäten und Sitzungen, LYT mit Inhaltskarten und verlinkten atomaren Notizen, PARA mit Projekten, Bereichen, Ressourcen und Archiv sowie Zettelkasten mit stabilen Kennungen, atomaren Notizen und dichten Verlinkungen. Ohne Konfiguration gilt Generic.

Der Wechsel des Modus lenkt nur neue Notizen um. Bestehende Notizen werden nicht stillschweigend umgeräumt, was bei einem System, das Dateien auf der Platte bewegt, die richtige Festlegung ist.

Bei den Voraussetzungen nennt das Material Python 3.11 oder neuer, Obsidian für die visuelle Arbeit, Bash für Einrichtung und optionale Erweiterungen sowie Git nur für Entwicklung, Veröffentlichungen oder ausdrückliche Wissens-Checkpoints. Die CI prüft Linux und macOS, dazu kommt ein Windows-Prüflauf. Auf nativem Windows funktionieren Lesezugriffe und Probelauf-Befehle, Schreibzugriffe auf den Vault verlangen jedoch WSL und enden sonst mit dem Fehler UNSUPPORTED_PLATFORM.

Alternative: Obsidian-Vault mit eigener CLAUDE.md statt claude-obsidian

Die naheliegende Alternative ist der Verzicht: ein gewöhnlicher Obsidian-Vault, in dem Claude Code mit einer selbst geschriebenen CLAUDE.md arbeitet. Das funktioniert, und für einen Vault mit hundert Notizen reicht es.

Was dabei fehlt, ist genau der Teil, den claude-obsidian mitbringt: inhaltsadressierte Quellkopien im Posteingang, Verzeichnisse für Belege und Aussagen mit Prüfstatus, ein lint-Bericht über tote Verweise und verwaiste Seiten, ein Abruf, der ohne Modell auskommt, sowie die Transaktionsregel, dass ein verändertes Ziel ein Konflikt ist und kein stilles Überschreiben. All das ließe sich selbst bauen, und genau diese Arbeit nimmt das Projekt ab.

Wer umgekehrt eine gehostete Lösung mit gemeinsamer Bearbeitung sucht, ist hier falsch. Die Repository-Beschreibung nennt claude-obsidian eine Open-Source-Alternative zu Notion, das README stellt aber klar, dass es kein Synchronisationsdienst ist. Die Dateien liegen lokal, und der Abfluss nach außen bleibt eine eigene, ausdrückliche Entscheidung.

Redaktionelles Fazit

claude-obsidian passt zu Menschen, die ihren Vault als Dateien auf der eigenen Platte behalten wollen und damit einverstanden sind, Quellen bewusst durch inbox/ laufen zu lassen, statt Unterhaltungen automatisch mitschreiben zu lassen. Weniger passt es für alle, die PDF- und EPUB-Inhalte erschlossen haben wollen, die unter Windows ohne WSL schreibend arbeiten müssen, oder die eine gehostete Lösung mit gemeinsamer Bearbeitung suchen. Vor dem Einsatz lohnt ein Probelauf mit python3 scripts/claude-obsidian.py init auf einem Kopie-Vault, bei dem der JSON-Plan gelesen und der Wert approved_plan_sha256 bewusst kopiert wird. Die MIT-Lizenz erlaubt Nutzung und Veränderung ohne jede Gewährleistung; das Entfernen der Plugin- oder Host-Verlinkung löscht den Vault ausdrücklich nicht.

Offizielle Quellen

  1. Official documentation
  2. Official README
  3. Project repository
  4. Release notes
Community-Notizen

Community-Notizen