ai-memory führt ein Markdown-Wiki über Sitzungsgrenzen von Agenten hinweg
Lösung für den Langzeitspeicher für Agentencodierungs-CLIs und zur Erleichterung der Übergabe zwischen verschiedenen Agentenanbietern.
Auf einen Blick
- Was ist das?
- Das Projekt sammelt bereinigte Lebenszyklus-Beobachtungen aus Agenten-CLIs und verdichtet sie zu einem gemeinsamen Wiki. Der aufwendige Teil ist nicht das Speichern, sondern die Unterstützungsmatrix mit ihren vielen Ausnahmen.
- Für wen ist es gedacht?
- ai-memory passt zu Teams, die mehrere Agentenwerkzeuge im selben Projektverzeichnis einsetzen und Sitzungen häufig abbrechen, und zu allen, die ein einsehbares Markdown-Wiki einer Vektordatenbank vorziehen. Weniger geeignet ist es für Umgebungen mit nur einem Werkzeug und für Nutzer von Claude Desktop oder Swival CLI, weil dort die Lifecycle-Hooks fehlen und nur der MCP-Teil greift.
- Darf ich es kommerziell nutzen?
- Ja. MIT ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
- Wird es noch gepflegt?
- Ja. Das Repository hat innerhalb des letzten Tages neue Commits erhalten.
- In welcher Sprache ist es geschrieben?
- Hauptsächlich Rust, laut der Sprachstatistik von GitHub.
Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.
TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE
Warum ai-memory zwischen Claude Code und Codex übersetzen will
Das Problem ist ungewöhnlich präzise benannt. Wer mitten in einer Aufgabe Claude Code verlässt und im selben Verzeichnis Codex startet, erklärt die Architektur, die gescheiterten Ansätze und die offenen Fragen erneut. Die Beschreibung des Repositories formuliert daraus den Anspruch: ein Langzeitgedächtnis für Agenten-CLIs, das die Übergabe zwischen verschiedenen Anbietern erleichtert.
Diese Zeile ist konkreter als die meisten Projektbeschreibungen, weil sie den Auslöser nennt. Ein Wechsel zwischen zwei Werkzeugen im selben Verzeichnis, mitten in der Arbeit. Wer ein einziges Agentenwerkzeug nutzt und Sitzungen selten abbricht, hat das beschriebene Problem in dieser Form nicht, und genau dort liegt die Grenze des Nutzens.
Rust ist als Hauptsprache eingetragen, die Lizenz ist MIT, der Standardzweig heißt main. Eine Projektseite ist im Material nicht angegeben, was die Auffindbarkeit der Dokumentation auf das Repository selbst beschränkt.
Markdown-Wiki im Git-Repository statt Vektordatenbank
Zur Funktionsweise nennt das README einen Satz, der die Architektur zusammenfasst. Agenten verlieren ihren Kontext, wenn eine Sitzung endet, und ai-memory stellt ihnen ein gemeinsames, dauerhaftes Wiki zur Verfügung, das aus bereinigten Lebenszyklus-Beobachtungen zusammengesetzt wird. Am Ende einer Sitzung werden die einschlägigen Beobachtungen zu einer zusammenhängenden Zusammenfassung verdichtet.
Die Wahl des Speichers ist eine eigene Ansage. Das Wiki besteht laut README aus einfachem Markdown in einem Git-Repository: durchsuchbar mit grep, in Obsidian zu öffnen, mit rsync zu sichern. Es gibt keine Vektordatenbank, die gepflegt werden muss, und keinen Schritt, in dem Kontext von Hand geladen wird. Das vollständige Design liegt in docs/ARCHITECTURE.md.
Was erfasst wird, ist begrenzt und an einer Stelle beziffert. Erfasst werden bereinigte Beobachtungen zu Eingaben, zum Lebenszyklus der Werkzeuge und zu Sitzungsgrenzen. Direkt gestartete Läufe bleiben ein schlanker Pfad und sind ausdrücklich kein vollständiges natives Transkript. Eingaben und Zusammenfassungen nach einer Kompaktierung behalten bis zu 16 KiB.
Unterstützungsmatrix von Linux und macOS bis zum experimentellen Windows-Build
Die Unterstützungsmatrix im README ist ungewöhnlich detailliert und trennt Plattformen von Agenten. Linux ist das primäre Ziel für Docker und Continuous Integration; die veröffentlichten Images unterstützen linux/amd64 und linux/arm64, und die Arch-Pakete bringen systemd-Units für System und Nutzer mit.
Für macOS erscheinen zu markierten Releases eigene Archive, namentlich ai-memory-macos-aarch64.tar.gz und ai-memory-macos-x86_64.tar.gz. Auf Apple Silicon ist das native Binary der empfohlene Weg, die Einzelheiten stehen in docs/macos.md. Windows ist zweigeteilt: Innerhalb von WSL2 gilt der Linux-Pfad als unterstützt, nativ bleibt Windows experimentell. Dort gibt es ai-memory-windows-x86_64.zip mit ai-memory.exe, und die Besonderheiten liegen in docs/windows.md.
Für den Einstieg beschreibt das README einen Wrapper. Er wird unter releases/latest/download/ai-memory-wrapper geladen, mit der zugehörigen Datei ai-memory-wrapper.sha256 geprüft und nach ~/.local/bin gelegt. Das Skript startet das Binary in Docker mit eingehängtem $HOME, sodass auf dem Host nur diese eine Datei liegt.
install-mcp --session-aware, install-hooks und die Hook-Pfade je Agent
Die Einrichtung besteht aus zwei Teilen, die das README für jeden Agenten einzeln aufführt: eine MCP-Konfiguration und Lifecycle-Hooks. Bei Claude Code kommen zwei optionale Schalter hinzu. install-mcp --session-aware schaltet pro Sitzung eine automatische Bereichstrennung über eine lokale stdio-Brücke frei, und mit --capture-assistant sowie dem Server-Flag capture_assistant wird die letzte Antwort des Assistenten beim Ereignis Stop erfasst. Beides verlangt eine doppelte Zustimmung und ist standardmäßig aus.
Für Command Code sind die Pfade konkret benannt: ~/.commandcode/mcp.json für den Server und ~/.commandcode/settings.json mit vier stabilen Hook-Ereignissen. Bei Kimi Code liegen die Hooks als Blöcke in ~/.kimi-code/config.toml, und zwar zehn Ereignisse einschließlich Subagent-Start, Subagent-Stopp sowie PostToolUseFailure zur Erfassung von Werkzeugfehlern. Beide Pfade beachten $KIMI_CODE_HOME.
Für Grok Build CLI schreibt install-mcp --client grok in $GROK_HOME/config.toml, während install-hooks --agent grok ein Grok-spezifisches Hook-Bündel unter ~/.grok/hooks/ai-memory.json ablegt.
Codex, Antigravity CLI und Grok ohne echten Hook für das Sitzungsende
Die aufschlussreichsten Zeilen der Matrix sind ihre Einschränkungen. Codex hat laut README keinen automatischen Hook für das echte Ende einer Sitzung; wer eine Abschlusszusammenfassung braucht, führt ai-memory finalize-session aus. Bei Command Code ist Stop nur eine Grenze zwischen zwei Zügen, dort lautet der Aufruf ai-memory finalize-session --agent command-code.
Drei Werkzeuge geben kein Handoff über Hooks weiter. Grok und Zero verwerfen die Ausgabe von SessionStart, der Kontext muss dort über den MCP-Aufruf memory_handoff_accept geholt werden. Antigravity CLI bildet nur PreInvocation mit invocationNum = 0 auf SessionStart ab, spätere Modellaufrufe können keine Übergabeinformation mehr aufnehmen.
Swival CLI bleibt auf MCP beschränkt, weil seine Rückrufschnittstelle keine stabile Sitzungskennung offenlegt, und Claude Desktop arbeitet über mcp-remote ohne Lifecycle-Hooks. Wer eines dieser Werkzeuge einsetzt, erhält einen Teil der Funktion, und genau dieser Teil steht in der Matrix und nicht im Werbetext.
ai-memory run und die verwalteten Arbeitsströme über Werkzeuggrenzen
Über die Unterstützung der einzelnen Agenten hinaus gibt es verwaltete Arbeitsströme, ausdrücklich als Opt-in gekennzeichnet. ai-memory run soll für Claude Code, Codex, OpenCode, Pi, Crush, Kimi Code, Command Code, beide inkompatiblen Kiro-CLI-Engines, OMP, Grok Build CLI und Antigravity CLI eine Fortführung über Werkzeuggrenzen hinweg liefern. Direkt gestartete Läufe bleiben unverändert.
Für Crush ist das der einzige Weg, es ist als verwaltet eingestuft: ai-memory run crush nimmt die projektlokale Sitzungsdatenbank wieder auf und stellt den Kontext über eine temporäre Datei bereit; einen Installer für Lifecycle-Hooks gibt es nicht. Für Kiro CLI existiert zusätzlich das Ziel --agent kiro-cli-v3, das eine eigenständige Registrierung schreibt, die zur v2-Variante inkompatibel ist. Beide Varianten bewahren fremde Einträge und beachten $KIRO_HOME.
Diese Liste zeigt, wo die eigentliche Arbeit des Projekts liegt. Sie besteht weniger im Speichern als im Nachbau der Sitzungsgrenzen für jedes Werkzeug, und diese Grenzen sind überall etwas anders gezogen.
Handgepflegtes Projekt-Wiki als Alternative und die Erfassungsgrenzen
Die Alternative zu ai-memory ist ein von Hand gepflegtes Wiki, also Markdown-Notizen im Projekt. Das README macht diesen Vergleich selbst möglich, weil es den Speicher als einfaches Markdown in einem Git-Repository beschreibt. Der Unterschied liegt nicht im Format, sondern im Zustandekommen: ai-memory erzeugt die Zusammenfassung aus Beobachtungen am Ende einer Sitzung, ein handgeschriebenes Wiki verlangt, dass jemand den Moment dafür findet und die Einträge aktuell hält.
Wer das Projekt ausprobiert, sollte bei den Erfassungsgrenzen anfangen und nicht bei der Installation. Es gibt pro Verzeichnis Ausschlussregeln über eine Konfiguration mit dem Abschnitt capture, und die Erfassung ist auf bereinigte Beobachtungen begrenzt statt auf vollständige Transkripte. Was im eigenen Projekt als Geheimnis gilt, gehört vor dem ersten Lauf in diese Ausschlüsse.
Zur Pflege gibt es klare Daten: Der letzte Push ist für den 29. August 2026 verzeichnet, und die jüngsten Releases sind v1.35.0 vom 29. August 2026, v1.34.0 vom 28. August 2026 sowie v1.33.1 vom 28. August 2026. Drei Veröffentlichungen innerhalb von zwei Tagen passen zu einem Projekt in schneller Bewegung, was bei einer Komponente, die in Hooks eingreift, ein eigener Risikofaktor ist.
Redaktionelles Fazit
ai-memory passt zu Teams, die mehrere Agentenwerkzeuge im selben Projektverzeichnis einsetzen und Sitzungen häufig abbrechen, und zu allen, die ein einsehbares Markdown-Wiki einer Vektordatenbank vorziehen. Weniger geeignet ist es für Umgebungen mit nur einem Werkzeug und für Nutzer von Claude Desktop oder Swival CLI, weil dort die Lifecycle-Hooks fehlen und nur der MCP-Teil greift. Zu prüfen sind drei Punkte: ob das eigene Werkzeug in der Matrix einen echten Hook für das Sitzungsende hat oder ob ai-memory finalize-session von Hand läuft, welche Dateien die Hook-Installer schreiben, und ob die Ausschlüsse im Abschnitt capture des Projekts gesetzt sind.
Community-Notizen