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Alacritty: OpenGL-Terminalemulator in Rust mit bewusst schmalem Funktionsumfang

Ein plattformübergreifender OpenGL-Terminalemulator. Alacritty – ein schneller, plattformübergreifender OpenGL-Terminalemulator. Über Alacritty ist ein moderner Terminalemulator, der über sinnvolle Standardeinstellungen verfügt, aber eine umfangreiche Konfiguration ermöglicht.

65.724 Sterne3.611 ForksRustApache-2.0

Auf einen Blick

Was ist das?
Der in Rust geschriebene Terminalemulator setzt auf Anbindung statt Nachbau, ist laut README im Beta-Stadium und sucht seine Konfiguration in alacritty.toml an fünf Orten. Wir ordnen v0.17.0, vtebench und die fehlenden Tabs ein.
Für wen ist es gedacht?
Alacritty passt zu Menschen, die ihr Terminal über eine Textdatei einrichten, Tabs und Splits an tmux oder den Fenstermanager abgeben und Wert auf Durchsatz legen. Es passt nicht für alle, die ein Komplettpaket mit grafischer Einrichtung und eingebauten Tabs suchen, und nicht für Rechner ohne OpenGL ES 2.0 oder für Windows vor Version 1809.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja. Apache-2.0 ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 15 Tagen.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich Rust, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

Was Alacritty v0.17.0 unter der OpenGL-Haube verspricht

Alacritty nennt sich im README einen schnellen, plattformübergreifenden Terminalemulator mit OpenGL. Die Beschreibung betont eine Festlegung, die das gesamte Projekt prägt: Andere Anwendungen werden angebunden, statt ihre Funktionen nachzubauen. Daraus folgt ein Programm, das wenig selbst mitbringt und gerade deshalb schmal bleibt.

Der Emulator ist in Rust geschrieben, läuft auf BSD, Linux, macOS und Windows und zeichnet über OpenGL. Das Repository auf dem Branch master weist zum Zeitpunkt der Materialsichtung 65.540 Sterne und 3.587 Forks auf. Die jüngste Veröffentlichung heißt v0.17.0 und erschien am 6. April 2026, voraus gingen die Kandidaten v0.17.0-rc1 am 21. März und v0.17.0-rc2 am 2. April 2026. Projektseite ist alacritty.org, wo neben der Konfigurationsreferenz auch der Einstieg liegt.

Beta-Status bei 65.540 Sternen und 339 offenen Issues

Den Reifegrad bezeichnet das README ausdrücklich als Beta. Dort heißt es, einige Funktionen fehlten und Fehler seien noch zu beheben, viele nutzten das Programm trotzdem als täglichen Treiber. Diese Selbstauskunft gewinnt neben den Zahlen an Gewicht: 339 offene Issues bei 65.540 Sternen passen zu einem Werkzeug mit weiter Verbreitung und einem überschaubaren Kreis an Betreuern.

Wer Alacritty als Standardterminal einsetzt, sollte den Beta-Begriff ernst nehmen und den Wechsel auf neue Fassungen einplanen. Der letzte im Material erfasste Zeitpunkt einer Änderung am Repository fällt auf den 6. April 2026, also auf den Tag von v0.17.0. Die Entwicklung reicht damit bis in die jüngste Vergangenheit, was für ein Programm dieses Alters bemerkenswert ist, seit der Ankündigung im Januar 2017 sind immerhin Jahre vergangen.

OpenGL ES 2.0 und ConPTY: die zwei Voraussetzungen im README

Zwei Voraussetzungen nennt das README. Erstens wird mindestens OpenGL ES 2.0 verlangt, auf sehr alter Hardware oder in Umgebungen ohne funktionierende Grafiktreiber endet die Nutzung damit. Zweitens braucht Windows die ConPTY-Unterstützung, also Windows 10 ab Version 1809. Mindestangaben zu Speicher oder Prozessor macht das README nicht, Hardware-Benchmarks listet es ebenfalls nicht auf.

Zur Installation verweist das README auf Paketmanager für Linux, BSD, macOS und Windows sowie auf fertige Binärdateien für macOS und Windows auf der Releases-Seite. Wer die genauen Schritte sucht, findet sie in INSTALL.md, konkrete Paketbefehle stehen im README nicht. Der Bau aus den Quellen folgt den dort beschriebenen Anweisungen, ein Kommando nennt das README an dieser Stelle nicht.

alacritty.toml an fünf Orten: Suchreihenfolge ohne erzeugte Datei

Eine Eigenheit, über die Neuankömmlinge stolpern: Alacritty legt keine Konfigurationsdatei an. Es sucht an fünf Orten danach, und zwar in dieser Reihenfolge: $XDG_CONFIG_HOME/alacritty/alacritty.toml, $XDG_CONFIG_HOME/alacritty.toml, $HOME/.config/alacritty/alacritty.toml, $HOME/.alacritty.toml und zuletzt /etc/alacritty/alacritty.toml. Unter Windows zählt allein %APPDATA%\alacritty\alacritty.toml. Fehlt die Datei überall, startet das Programm mit den Standardwerten.

Anlegen lässt sich der übliche Ort mit mkdir -p ~/.config/alacritty, die Datei selbst bleibt am Anfang leer. Die Endung .toml verrät das Format. Welche Schlüssel darin stehen dürfen, beantwortet das README nicht, es verweist auf man 5 alacritty und auf die Seite alacritty.org/config-alacritty.html. Wer Änderungen einträgt und keine Wirkung sieht, hat meist eine weiter vorn gereihte Datei übersehen, die denselben Schlüssel setzt.

vtebench, Latenz und die bewusst ausgelassenen Tabs

Beim Thema Geschwindigkeit wird das README ungewöhnlich vorsichtig. Vergleiche zwischen Terminalemulatoren seien schwierig, Alacritty messe den Durchsatz mit vtebench aus dem eigenen Umfeld und schneide damit nach eigener Aussage beständig besser ab als der Wettbewerb. Gegenbeispiele bittet das README als Fehlerbericht zu melden. Latenz, Bildrate und Gleichmäßigkeit der Bilder ließen sich schwer beziffern, und manche Terminals verlangsamten absichtlich, um Ressourcen zu sparen, was von manchen Nutzern gewünscht sei. Der Rat lautet, mit den eigenen Anwendungsfällen zu messen.

Zwei fehlende Funktionen nennt das README ausdrücklich: Tabs und geteilte Fenster. Sie sollen ein Fenstermanager oder ein Multiplexer wie tmux übernehmen. Einen grafischen Editor für die Konfiguration gibt es ebenfalls nicht. Die vollständige Funktionsliste liegt in docs/features.md, und wer wissen will, was genau fehlt, sollte dort nachlesen, statt aus dem Fehlen einer Funktion auf einen Mangel zu schließen.

Apache-2.0, INSTALL.md und der Vergleich mit Kitty

Die Lizenz ist Apache-2.0, der Text liegt im Repository unter LICENSE-APACHE. Sie erlaubt Nutzung, Veränderung und Weitergabe auch in kommerziellen Produkten, enthält aber keine Gewährleistung; wer Alacritty in ein eigenes Produkt aufnimmt, trägt die Prüfung von Updates und Fehlerbildern selbst. Für Fragen unterhält das Projekt den Kanal #alacritty auf libera.chat, erreichbar über den im README verlinkten Webclient, und Beiträge regelt CONTRIBUTING.md. Im README verlinkt bleiben außerdem drei ältere Beiträge: die Ankündigung vom Januar 2017, ein Vortrag beim Rust Meetup im selben Monat und ein Beitrag zu Scrollback und Messungen vom September 2018.

Wer Tabs, Splits und eine grafische Einrichtung ohne Zusatzprogramm erwartet, ist bei Kitty besser aufgehoben. Dort gehören Tabs und Layouts zum Programm selbst, die Einstellungen liegen in kitty.conf, und gezeichnet wird ebenfalls über die Grafikkarte. Der Unterschied liegt im Zuschnitt: Kitty trägt mehr Funktionen im eigenen Binary, Alacritty verlangt dafür tmux oder einen Fenstermanager und bleibt kleiner. Welche Fassung von Kitty welche Funktionen mitbringt, ist hier nicht geprüft und in dessen eigener Dokumentation nachzulesen.

Redaktionelles Fazit

Alacritty passt zu Menschen, die ihr Terminal über eine Textdatei einrichten, Tabs und Splits an tmux oder den Fenstermanager abgeben und Wert auf Durchsatz legen. Es passt nicht für alle, die ein Komplettpaket mit grafischer Einrichtung und eingebauten Tabs suchen, und nicht für Rechner ohne OpenGL ES 2.0 oder für Windows vor Version 1809. Vor der Umstellung sollte geprüft werden, ob v0.17.0 als fertige Binärdatei für das eigene System auf der Releases-Seite liegt oder ob der Weg über INSTALL.md nötig wird, ob an einem der fünf Suchorte schon eine alacritty.toml existiert, und ob man 5 alacritty auf dem System installiert ist.

Offizielle Quellen

  1. Official documentation
  2. Official README
  3. Project repository
  4. Release notes
Community-Notizen

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