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Next Player: native Kotlin-Videowiedergabe mit Codec-Bandbreite und offenen Baustellen

Ein nativer Android-Videoplayer. Next Player Next Player ist ein in Kotlin geschriebener nativer Android-Videoplayer.

4.375 Sterne320 ForksKotlinGPL-3.0
GitHub

Auf einen Blick

Was ist das?
Next Player ist ein in Kotlin geschriebener Android-Videoplayer ohne Werbung und mit Netzwerkspeicher. Die Videoformate hängen am Gerät, die Audioformate an einer FFmpeg-Erweiterung, und das Projekt sieht sich selbst noch in Entwicklung.
Für wen ist es gedacht?
Next Player passt zu Nutzern, die ihre Videobibliothek lokal oder über SMB, FTP, SFTP und WebDAV abspielen wollen und Wert auf eine werbefreie Oberfläche mit Untertitelverzögerung und feinem Ton legen.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja, unter Bedingungen. GPL-3.0 ist eine Copyleft-Lizenz: Wenn Sie Software weitergeben, die sie enthält, müssen Sie deren Quellcode unter derselben Lizenz veröffentlichen. Wer sie nur intern betreibt, ohne sie weiterzugeben, löst diese Pflicht nicht aus.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 2 Tagen.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich Kotlin, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 14. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

Next Player als native Kotlin-App und der eigene Entwicklungsstand

Next Player ist laut Repository-Beschreibung ein nativer Android-Videoplayer in Kotlin. Das README stellt ihn als einfache und leicht bedienbare Oberfläche zum Abspielen von Videos auf Android-Geräten vor und verspricht eine schlanke Bedienung statt eines Funktionsgebirges.

Zum Stand ist das README ungewöhnlich deutlich: Das Projekt befinde sich noch in der Entwicklung, und es sei mit Fehlern zu rechnen. Wer welche finde, solle sie im Issue-Bereich melden. Diese Selbstauskunft ist ernster zu nehmen als bei Projekten, die Stillstand als Stabilität verkaufen.

Die Versionsnummern stützen die Einschätzung. In den erfassten Veröffentlichungen stehen v0.17.3 vom 19. Juli 2026, v0.17.4 vom 25. Juli 2026 und v0.17.5 vom 9. August 2026. Zwischen den drei Ausgaben liegen jeweils zwei Wochen, es wird also zügig gearbeitet, und die führende Null bleibt dennoch stehen.

Codec-Liste: von AV1 bis H.263 und wo das Gerät entscheidet

Die Videoseite listet H.263, H.264 AVC, H.265 HEVC, MPEG-4 SP, VP8, VP9 und AV1. Bei H.264 differenziert das README: Baseline Profile allgemein, Main Profile ab Android 6. Das ist die entscheidende Fussnote der gesamten Liste, denn die Unterstützung hängt laut README vom jeweiligen Android-Gerät ab.

Für die Praxis bedeutet das eine Unsicherheit, die sich nicht aus dem README auflösen lässt. Dieselbe Datei läuft auf einem aktuellen Gerät und ruckelt auf einem älteren, ohne dass die App daran etwas ändern könnte. Wer eine gemischte Sammlung hat, muss die eigenen Formate auf dem eigenen Gerät prüfen.

Immerhin nennt das README einen Ausweg für zwei häufige Fälle: Für H.264 und HEVC bringt die App Software-Decoder mit. Damit sind diese beiden Formate nicht allein dem Gerät ausgeliefert, was bei HEVC auf älterer Hardware den Unterschied macht.

Audioformate über die ExoPlayer-FFmpeg-Erweiterung

Die Audioliste ist länger als die Videoliste: Vorbis, Opus, FLAC, ALAC, PCM/WAVE mit μ-law und A-law, MP1, MP2, MP3, AMR in den Varianten NB und WB, AAC mit LC, ELD und HE sowie xHE ab Android 9, dazu AC-3, E-AC-3, DTS, DTS-HD und TrueHD.

Woher diese Bandbreite kommt, sagt das README in einem Nebensatz: Die Unterstützung stammt von der ExoPlayer-FFmpeg-Erweiterung. Damit steht und fällt die Tonwiedergabe mit einem fremden Baustein, der beim Bauen der Anwendung eingebunden wird. Welche FFmpeg-Konfiguration dabei gewählt wird und wie sich das auf die Grösse der Anwendung auswirkt, dazu schweigt das README.

Der Hinweis ist auch für die Formatplanung nützlich: Mehrkanalton in DTS-HD oder TrueHD zu dekodieren, ist etwas anderes, als ihn an einen Verstärker weiterzureichen. Das README trifft diese Unterscheidung nicht, nennt also nicht, ob Passthrough unterstützt wird.

Bedienung: Wischgesten, Zoom, Bild-in-Bild und Netzwerkspeicher

Die Funktionsliste ist lang und konkret. Vertikales Wischen auf der linken Seite regelt die Helligkeit, auf der rechten die Lautstärke, horizontales Wischen sucht im Video. Hinzu kommen ein Zoom per Geste, Bild-in-Bild, Hintergrundwiedergabe und die Steuerung der Wiedergabegeschwindigkeit.

Für die Medienauswahl nennt das README drei Ansichten, Baum, Ordner und Datei, sowie eine Suche. Abspielen ist aus einer URL heraus möglich und über das Storage Access Framework, also die Dokumentenauswahl des Systems. Netzwerkspeicher wird über SMB, FTP, SFTP und WebDAV eingebunden, was den Player für ein Heimnetz mit zentralem Server interessant macht.

Auf der Oberfläche stehen Material 3 mit dynamischen Farben, die Auswahl von Ton- und Untertitelspuren, externe Untertitel, eine Untertitelverzögerung und eine eigene Fassung für Android TV. Das README nennt zu keiner dieser Funktionen Implementierungsdetails.

Bezug über Play, F-Droid und IzzyOnDroid samt Fingerabdruck

Vertrieben wird die App über mehrere Wege. Das README verlinkt Google Play unter der Paketkennung dev.anilbeesetti.nextplayer, F-Droid sowie das Repository von IzzyOnDroid. Wer unabhängige Builds bevorzugt, findet dort zwei Quellen, die auf demselben Quellcode beruhen sollten.

Für die unmittelbar von GitHub bezogene Datei nennt das README ein Prüfmittel: einen SHA-256-Zertifikatsfingerabdruck, beginnend mit D3:7C:AB:F3 und endend auf EC:13:1B. Damit lässt sich nachvollziehen, ob ein heruntergeladenes Paket tatsächlich aus diesem Projekt stammt. Andere Prüfverfahren beschreibt das README nicht.

Bemerkenswert ist, dass dieser Hinweis überhaupt gegeben wird. Bei einer Anwendung, die über drei Kanäle verteilt wird, ist die Frage, welches Paket das echte ist, keine Formalie, und ein veröffentlichter Fingerabdruck ist die einfache Antwort darauf.

Offene Baustellen: SSA/ASS-Styling, geplante Funktionen, Untertitel

Eine Einschränkung nennt das README ausdrücklich: Bei den Untertitelformaten SRT, SSA, ASS, TTML, VTT und DVB ist die Stilunterstützung für SSA und ASS begrenzt. Es verweist dazu auf einen offenen Fall bei ExoPlayer. Wer auf aufwendig gestaltete Untertitel angewiesen ist, etwa mit Positionierung oder eigenen Schriften, wird enttäuscht.

Zwei Baustellen sind als geplant ausgewiesen: externe Tonspuren und das Herunterladen von Untertiteln aus dem Netz. Beides fehlt also zum jetzigen Stand, obwohl die Spurenauswahl intern existiert.

Weitere Einschränkungen listet das README nicht, was bei einem Projekt dieser Entwicklungsstufe eher eine Lücke der Dokumentation als eine Aussage über Fehlerfreiheit ist. Die Bilder im Repository liegen unter fastlane/metadata/android/en-US, aufgeteilt nach Telefon und Fernseher, was auf eine gepflegte Store-Präsentation hindeutet.

GPL-3.0 und VLC als Alternative mit eigenem Decoderstapel

Die App steht unter der GNU General Public License v3.0, wie das README mit Verweis auf die LICENSE-Datei festhält. Wer eine abgeänderte Fassung weitergibt, muss sie unter denselben Bedingungen anbieten und den Quellcode bereitstellen. Für reine Nutzung gilt das nicht, für Abspaltungen und für Einbettungen in eigene Produkte sehr wohl. Das ist keine Rechtsberatung, aber der Punkt, an dem Projekte üblicherweise scheitern.

Als Alternative bietet sich VLC an, und der Unterschied liegt genau an der Stelle, die das README selbst als Einschränkung nennt: VLC bringt einen eigenen Decoderstapel mit, sodass die Formatunterstützung nicht vom Android-Gerät abhängt. Next Player nutzt die Gerätecodecs und fängt zwei Fälle über Software-Decoder ab. Dafür wirkt Next Player im Bedienkonzept näher am System, inklusive Material 3 und TV-Fassung.

Übersetzungen laufen über eine gehostete Weblate-Instanz; das README dankt dem Anbieter für das kostenlose Hosting. Genannt werden zudem Vorbilder im Quellenverzeichnis: Findroid, Just (Video) Player, LibreTube, ReadYou und Seal.

Redaktionelles Fazit

Next Player passt zu Nutzern, die ihre Videobibliothek lokal oder über SMB, FTP, SFTP und WebDAV abspielen wollen und Wert auf eine werbefreie Oberfläche mit Untertitelverzögerung und feinem Ton legen. Ungeeignet ist die App für alle, die ein fertiges Produkt erwarten: Das README warnt ausdrücklich vor Fehlern, und die Versionen stehen bei 0.17.x. Geprüft werden sollten vor dem Umstieg die Wiedergabe der eigenen AV1- und HEVC-Dateien auf dem konkreten Gerät sowie die Stildarstellung eigener SSA- und ASS-Untertitel.

Offizielle Quellen

  1. Official README
  2. Project repository
  3. Release notes
Community-Notizen

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