agent-deck: Eine TUI für Claude, Codex und OpenCode zugleich
asheshgoplani/agent-deck bietet eine praxistaugliche Open-Source-Implementierung mit stabiler Einsatzbarkeit für reale Anwendungsfälle.
Auf einen Blick
- Was ist das?
- agent-deck ist ein in Go geschriebener Sitzungsverwalter für KI-Codieragenten mit Abspalten, MCP-Manager und Kostenübersicht. Der Beitrag ordnet Installation, Tastenbelegung, Conductor und die Versionsbrüche ein.
- Für wen ist es gedacht?
- Passend ist agent-deck für Entwickler, die mehrere KI-Codieragenten über Tage parallel betreiben und Zustände, Kosten und Abspaltungen an einer Stelle sehen wollen. Weniger passend ist es für alle, die nur gelegentlich eine Sitzung öffnen, sowie für Windows-Nutzende ohne WSL.
- Darf ich es kommerziell nutzen?
- Ja. MIT ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
- Wird es noch gepflegt?
- Ja. Die letzten Commits kamen vor 2 Tagen.
- In welcher Sprache ist es geschrieben?
- Hauptsächlich Go, laut der Sprachstatistik von GitHub.
Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 14. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.
TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE
Wofür agent-deck v1.15.0 im Terminal steht
agent-deck von asheshgoplani ist ein in Go geschriebener Sitzungsverwalter für KI-Codieragenten. Die Beschreibung nennt eine einzige Terminal-Oberfläche für Claude, Gemini, OpenCode und Codex. Das Problem, das es angeht, ist Bündelung: Wer Claude Code in einem Projekt, OpenCode in einem anderen und einen dritten Agenten im Hintergrund laufen hat, verliert sonst den Überblick darüber, welche Sitzung gerade läuft, auf Eingabe wartet oder beendet ist.
Die Oberfläche zeigt alle Sitzungen, ein Tastendruck wechselt zwischen ihnen. Gruppen, Suche, Abspalten, Git-Worktrees und eine Kostenerfassung kommen hinzu. Die Lizenz ist MIT, Standardbranch ist main. Veröffentlicht wurden v1.15.0 am 23. August, v1.14.0 am 22. August und v1.13.0 am 16. August 2026. Als Homepage ist ein Discord-Server eingetragen; eine Dokumentationswebsite fehlt, die Anleitungen liegen als Dateien im Repository.
Vier Installationswege und Port 8420 für die Weboberfläche
Installiert wird über einen Einzeiler: curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/asheshgoplani/agent-deck/main/install.sh | bash, danach startet der Befehl agent-deck die Oberfläche. Alternativen sind brew install asheshgoplani/tap/agent-deck, go install github.com/asheshgoplani/agent-deck/cmd/agent-deck@latest sowie der Bau aus dem Quelltext mit git clone und make install. Unterstützt werden macOS, Linux und Windows unter WSL.
Für die Entfernung gibt es agent-deck uninstall und agent-deck uninstall --keep-data, letzteres lässt die Sitzungsdaten unangetastet. Die Kommandozeile deckt die Verwaltung vollständig ab: agent-deck add . -c claude nimmt das aktuelle Verzeichnis auf, agent-deck session fork my-proj spaltet ab, agent-deck session send my-proj --message-file task.md schickt eine mehrzeilige Eingabe. Mit agent-deck web startet eine Weboberfläche unter http://127.0.0.1:8420.
Fork per f und F: Gesprächsverlauf erben bei Claude und Codex
Das Abspalten ist die Funktion, die den Unterschied zu einem bloßen Terminal-Multiplexer ausmacht. Eine Abspaltung erbt nach Auskunft des README den Gesprächsverlauf der Ursprungssitzung, und zwar über die eigene Abspaltfunktion des jeweiligen Werkzeugs. Unterstützt werden Claude, OpenCode, Pi und Codex. Abspaltungen lassen sich weiter abspalten, wodurch ein Baum von Lösungswegen entsteht, in dem Varianten vergleichbar bleiben, ohne den Ausgangszustand zu verlieren.
Bei Codex hängt die Funktion an der installierten Fassung der Kommandozeile. Sie verlangt codex fork mit einer Sitzungskennung, geprüft mit codex-cli 0.137.0. Wer eine ältere Codex-Installation hat, für den entfällt das Abspalten dort, während es für die anderen Werkzeuge weiter zur Verfügung steht. Diese Abhängigkeit von fremden Kommandozeilenversionen ist der Preis des Ansatzes, nichts selbst nachzubauen.
config.toml unter ~/.config/agent-deck und der MCP-Manager
MCP-Server werden über den Manager angebunden, ohne dass Konfigurationsdateien von Hand bearbeitet werden müssen. Im Manager schaltet Space einen Server ein oder aus, Tab wechselt zwischen lokalem und globalem Geltungsbereich, und Tippen springt zum gesuchten Eintrag. Definiert werden die Server einmal in $XDG_CONFIG_HOME/agent-deck/config.toml, standardmäßig ~/.config/agent-deck/config.toml; die Einzelheiten liegen in skills/agent-deck/references/config-reference.md.
Für Fähigkeiten gibt es einen eigenen Vorrat. Der Befehl agent-deck skill attach my-proj docs --source pool --restart hängt eine Fähigkeit an eine Sitzung und startet sie neu; der Neustart nach einer Änderung wird vom Werkzeug selbst übernommen. Zusammen mit der Taste $ für die Kostenübersicht entsteht so ein Bild davon, was eine Sitzung an Werkzeugen nutzt und was sie kostet, beides an derselben Stelle statt verteilt in mehreren Konfigurationsdateien.
Conductor mit Telegram-Bot und docs/WATCHER-SETUP.md
Über die reine Verwaltung hinaus führt das README einen Conductor ein. Der Befehl agent-deck conductor setup work --description "Work fleet" richtet Leitstelle, Brücken-Dienst und Herzschlag in einem Durchgang ein, agent-deck session start conductor-work startet sie. Danach überwacht eine einzige Leitsitzung alle anderen, beantwortet Routinefragen und meldet Auffälligkeiten auf das Telefon, wofür ein Telegram-Bot über BotFather eingerichtet wird; die Kennung des Nutzers liefert @userinfobot.
Unter docs/WATCHER-SETUP.md beschreibt das Projekt zusätzliche Auslöser, mit denen Ereignisse von außen die Leitstelle wecken können, darunter GitHub-Ereignisse, Gmail, ntfy-Mitteilungen und Termine. Das ist ein eigenes Betriebsmodell und kein Beiwerk. Wer es nutzt, betreibt einen dauerhaft laufenden Dienst mit Zugang zu einem externen Kanal und sollte die Reichweite dieses Kanals bewusst festlegen.
Bruch in v1.9.55 und die Suche nach Mitbetreibenden
Zwei Punkte sprechen dafür, einen Umstieg vorsichtig anzugehen. Erstens ändert sich das Verhalten zwischen Versionen spürbar. Seit v1.9.55 führt Enter im Dialog für neue Sitzungen zum nächsten Feld, statt die Sitzung anzulegen; angelegt wird mit Ctrl+S. Wer die frühere Weise bevorzugt, setzt [ui].new_session_enter_advances = false. Bei drei Veröffentlichungen innerhalb einer Woche ist mit weiteren solchen Brüchen zu rechnen, weshalb sich ein Blick in die Veröffentlichungshinweise vor jedem Update lohnt.
Zweitens sucht der Betreiber ausdrücklich ein bis zwei Mitbetreibende und verweist auf eine angepinnte Meldung mit der Nummer 1650; die Last liegt derzeit bei einer Person. Das README beschreibt zwar eine Prüfstrecke, die eingehende Änderungen innerhalb etwa eines Tages anwendet, baut und testet, doch die Verantwortung bleibt gebündelt.
tmux als Alternative ohne Wissen über den Sitzungsinhalt
Wer nur mehrere Agenten gleichzeitig offen halten will, kommt mit tmux aus. Der Unterschied liegt im Wissen über den Inhalt. tmux verwaltet Fenster und Bereiche, ohne zu wissen, welches Programm darin läuft und ob es auf eine Eingabe wartet. agent-deck kennt den Zustand je Sitzung, kann sie abspalten, MCP-Server anhängen und Kosten erfassen.
Für Werkzeuge ohne eigene Abspaltfunktion bleibt der Vorsprung kleiner, weil dieses Merkmal dort ohnehin entfällt, wie das Beispiel von codex-cli 0.137.0 zeigt. Wer viele parallele Sitzungen über Tage pflegt und sie auch vom Telefon aus im Blick behalten möchte, bekommt bei agent-deck mehr, bezahlt dafür aber mit einem zusätzlichen Dienst und einer Konfigurationsdatei, die gepflegt sein will. Für zwei, drei Sitzungen nebeneinander reicht tmux völlig.
Redaktionelles Fazit
Passend ist agent-deck für Entwickler, die mehrere KI-Codieragenten über Tage parallel betreiben und Zustände, Kosten und Abspaltungen an einer Stelle sehen wollen. Weniger passend ist es für alle, die nur gelegentlich eine Sitzung öffnen, sowie für Windows-Nutzende ohne WSL. Vor dem Umstieg gehört geprüft, ob die eigene Codex-Fassung das Abspalten unterstützt und ob das geänderte Tastaturverhalten seit v1.9.55 über [ui].new_session_enter_advances = false zurückgestellt werden soll; ein Probelauf mit agent-deck web unter 127.0.0.1:8420 zeigt anschließend, ob die Oberfläche zum eigenen Ablauf passt.
Community-Notizen