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BlackArch Linux: Pentest-Werkzeuge per pacman auf Arch Linux

Projektüberblick: Eine auf ArchLinux basierende Distribution für Penetrationstester und Sicherheitsforscher.

3.499 Sterne683 ForksShellBSD-3-Clause

Auf einen Blick

Was ist das?
Aufbau und Betrieb der auf Arch Linux basierenden Distribution BlackArch: 2865 Werkzeuge im Repository, strap.sh, Werkzeuggruppen wie blackarch-webapp, die ISO-Varianten und der Beitragensweg, geprüft am README.
Für wen ist es gedacht?
BlackArch passt für Penetrationstester und Sicherheitsforscher, die auf Arch Linux arbeiten und ein großes, pacman-verwaltetes Werkzeugrepertoire ohne manuelle Kompilierung wollen, sowie für alle, die eine bestehende Arch-Installation erweitern möchten. Ungeeignet ist es für Systeme, die einen stabilen, kuratierten Paketstand brauchen, denn Arch läuft als Rolling Release.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja. BSD-3-Clause ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 1 Tag.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich Shell, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

2865 Pakete via pacman: BlackArch als Pentest-Aufsatz auf Arch Linux

BlackArch Linux beschreibt sich im README als auf Arch Linux basierende Distribution für Penetrationstester und Sicherheitsforscher. Das Repository BlackArch/blackarch enthält die Paketdefinitionen für 2865 Werkzeuge, die auf blackarch.org/tools.html gelistet sind, geschrieben in Shell, lizenziert unter BSD-3-Clause, mit 3473 Sternen und 674 Forks.

Die zentrale Idee unterscheidet BlackArch von fertigen Pentest-Distributionen: Die Werkzeuge kommen als normales pacman-Repository, deshalb lässt sich die Sammlung auf eine bestehende Arch-Installation aufsetzen, ohne das System zu wechseln. Das README nennt als Einsatzfelder Penetrationstests, Forensik, Reverse Engineering und Netzwerkanalyse. Wer Arch bereits nutzt, profitiert vom Rolling-Release-Modell, Werkzeugupdates laufen über den üblichen pacman-Lauf mit. Der Vorteil gegenüber manuell kompilierten Tools liegt in der Aktualisierung: Ein einzelner Befehl zieht Versionen und Abhängigkeiten für das gesamte Repertoire.

strap.sh ausführen: das BlackArch-Repository an eine Arch-Installation hängen

Der dokumentierte Weg für bestehende Arch-Systeme besteht aus zwei Befehlen: curl -s https://blackarch.org/strap.sh | sudo bash richtet das Repository ein, danach installiert sudo pacman -S blackarch die Werkzeuge. Der Einzeiler verdient eine Bemerkung: Er lädt ein Shellskript von der Projektwebsite und führt es mit Root-Rechten aus, das README liefert dafür keine Prüfsumme. Wer das kontrollierter will, lädt strap.sh zuerst herunter, liest es und führt es dann erst aus.

Nach dem Einbinden verhalten sich die BlackArch-Pakete wie jedes andere Arch-Paket, sie erscheinen in der Paketsuche und werden über denselben Cache verwaltet. Das README betont die volle Kompatibilität mit bestehenden Arch-Installationen, das ist der Unterschied zu einem Parallelbetrieb mit eigenen Pfaden oder selbst gebauten Binaries, der die Paketverwaltung nachträglich verkompliziert. Für den ersten Versuch empfiehlt sich eine VM, weil die Repositorieinbindung Signatur- und Spiegelkonfiguration berührt.

pacman -S blackarch-webapp: Werkzeuggruppen statt Einzelpakete installieren

Die 2865 Werkzeuge sind nach Szenarien in Gruppen organisiert, einzeln oder als Gruppe installierbar. Das README zeigt drei Beispiele: sudo pacman -S lulzbuster installiert ein einzelnes Werkzeug, sudo pacman -S blackarch zieht die gesamte Sammlung, und sudo pacman -S blackarch-webapp installiert die Gruppe für Webanwendungssicherheit.

Dazu kommen Listenbefehle: pacman -Sg blackarch zeigt alle verfügbaren Gruppen, pacman -Ss blackarch listet die Werkzeuge mit Versionsangabe und Beschreibung. Diese Gruppenebene ist der praktische Mehrwert gegenüber einer einfachen Tool-Liste, weil sie zusammengehörige Werkzeuge wie einen Satz installiert, statt Dutzende Einzelpakete zu benennen. Die meisten Werkzeuge sind laut README Kommandozeilenprogramme, was Automatisierung und Skripte erleichtert. Wer nur sporadisch arbeitet, sollte Gruppen wählen, die zum Aufgabenschnitt passen, die Vollinstallation von blackarch zieht ein sehr großes Paketvolumen nach sich.

Live-ISO, Full-ISO und Slim-ISO: die drei Images von BlackArch im Vergleich

Neben dem Repository-Weg beschreibt das README drei ISO-Varianten. Die Live-ISO erlaubt es, BlackArch ohne Installation zu testen, sie wird von der offiziellen Website geladen und gebootet, Penetrationstests starten damit sofort. Die Full-ISO enthält das vollständige Werkzeugset mit einem textbasierten Installer namens blackarch-install, die Netinstall-ISO ist ein minimaler Installer, der Internetzugang verlangt, und die Slim-ISO ist eine schlanke Variante mit GUI-basiertem Installer.

Die Wahl folgt dem Anwendungsfall. Für eine einmalige Analyse auf Fremdhardware genügt die Live-ISO, für einen dauerhaften Testrechner ist der Repository-Weg auf einer normalen Arch-Installation die sauberste Variante, weil Updates dann über pacman laufen. Die Netinstall-ISO passt, wenn Bandbreite und aktuelle Pakete aus dem Netz gewünscht sind, die Full-ISO, wenn offline gearbeitet werden soll. Ausführliche Schritte verweist das README an die Installationsdokumentation, es listet die Optionen, wiederholt sie aber nicht.

Neue Tools beisteuern: der Weg über docs/HOWTO-DEV.md und Pull Requests

Beiträge sind laut README in vier Formen erwünscht: Fehlerkorrekturen, Dokumentation, neue Werkzeuge und neue Werkzeuggruppen. Vor dem Beitrag verlangt das Projekt die Lektüre des Contributor Covenant Code of Conduct, für die konkreten Schritte verweist es auf den Developer Guide unter docs/HOWTO-DEV.md im Repository.

Der Ablauf für Pull Requests ist standardmäßig: Repository forken, Änderungen umsetzen, Pull Request nach den Contribution-Guidelines einreichen. Für ein Pentest-Repositorium ist der häufigste Beitragstyp das Aufnehmen neuer Werkzeuge, das bedeutet, ein PKGBUILD für ein Tool zu ergänzen und es gegebenenfalls einer Gruppe zuzuordnen. Probleme und Werkzeugwünsche laufen über drei Kanäle: den GitHub-Issue-Tracker unter github.com/BlackArch/blackarch/issues, den Matrix-Raum #BlackArch:matrix.org und die E-Mail-Adresse team@blackarch.org. Mit 42 offenen Issues ist die Aufgabenschlange überschaubar, das Projekt ist aktiv, zeigt aber auch, dass der eigentliche Unterhalt in den Paketdefinitionen steckt.

BSD-3-Clause, COPYING und der Disclaimer: nur mit Erlaubnis testen

Die Lizenz ist BSD-3-Clause, Details stehen in der COPYING-Datei des Repository. Diese Lizenz erlaubt weitreichende Verwendung und Weiterverteilung bei Wahrung des Urheberhinweises, für Unternehmen, die eigene Testimages auf BlackArch-Basis bauen, ist das ein unkritischer Rahmen, anders als bei Copyleft-Lizenzen.

Der Disclaimer im README grenzt den Zweck ein: BlackArch ist ausschließlich für ethisches Hacking, Penetrationstests und Sicherheitsforschung gedacht, eingesetzt werden darf es nur auf Systemen, die einem gehören oder für die eine Testgenehmigung vorliegt. Diese Zeile ist mehr als Formalie, weil eine Sammlung von 2865 Werkzeugen genau die Programme enthält, deren unautorisierte Nutzung strafbar ist. Wer BlackArch im Unterricht oder in Trainingsumgebungen einsetzt, sollte den Disclaimer mitliefern und isolierte Zielsysteme bereitstellen. Ein Release-Verlauf existiert nicht, die Distribution lebt über das laufende Repository, Versionsbindung gibt es nur über die ISO-Images.

Redaktionelles Fazit

BlackArch passt für Penetrationstester und Sicherheitsforscher, die auf Arch Linux arbeiten und ein großes, pacman-verwaltetes Werkzeugrepertoire ohne manuelle Kompilierung wollen, sowie für alle, die eine bestehende Arch-Installation erweitern möchten. Ungeeignet ist es für Systeme, die einen stabilen, kuratierten Paketstand brauchen, denn Arch läuft als Rolling Release. Vor produktiver Nutzung sollte man strap.sh und eine Gruppeninstallation wie sudo pacman -S blackarch-webapp in einer virtuellen Maschine durchspielen und die Werkzeugliste auf blackarch.org/tools.html gegen den eigenen Bedarf abgleichen.

Offizielle Quellen

  1. Official documentation
  2. Official README
  3. Project repository
Community-Notizen

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