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ClearDisk: 74 Entwickler-Caches aus der macOS-Menüleiste aufräumen

bysiber/cleardisk bietet eine praxistaugliche Open-Source-Implementierung mit stabiler Einsatzbarkeit für reale Anwendungsfälle.

692 Sterne43 ForksSwiftMIT

Auf einen Blick

Was ist das?
Die Swift-Menüleisten-App bysiber/cleardisk scannt Xcode-, Node-, Docker- und Cargo-Caches, stuft sie nach Risiko ein und löscht nur in den Papierkorb. Mechanik, Installation und die Grenzen der Selbstauskunft.
Für wen ist es gedacht?
ClearDisk passt für Mac-Entwicklerinnen und -Entwickler, deren SSD unter Xcode-DerivedData, node_modules, Docker- und Cargo-Caches leidet und die eine GUI mit Trash-basierter Löschung wollen; für Skript-basierte Aufräumläufe auf CI-Maschinen sind die CLI-Werkzeuge aus der eigenen Vergleichstabelle der passendere Weg.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja. MIT ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 5 Tagen.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich Swift, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 14. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

74 Cache-Pfade im Scan: was ClearDisk von DerivedData bis Cargo erfasst

ClearDisk ist eine freie macOS-Menüleisten-App, die Entwickler-Caches sichtbar macht und aufräumt. Das README veranschlagt 74 bekannte Cache-Speicherorte in einem Werkzeug: bei Xcode neun Pfade samt DerivedData, Archives, Simulators, Caches, Device Support, Logs und Previews, dazu Swift PM, CocoaPods, Carthage, Homebrew, npm, Yarn, pnpm, Bun, Deno, pip, UV, Conda, Poetry, pipenv, Gradle, Maven, Docker, Terraform, Composer, Go mit Modul- und Build-Cache, Rust Cargo, Bazel, Flutter, JetBrains, Ruby-Werkzeuge, Android mit Emulatoren und NDK, VS Code, Unity, Godot, Versionsmanager wie nvm, pyenv, mise und rustup, dazu AI-Werkzeuge wie Ollama oder HuggingFace.

Daneben scannt ein Projekt-Artefakt-Scanner eigene Projektordner nach veralteten, projektgebundenen Resten und kennt 23 Projekttypen. Ein Next.js-Projekt erscheint demnach mit node_modules, .next und dist als drei getrennte Posten; bei Python werden .venv, __pycache__, .pytest_cache, .mypy_cache, .ruff_cache und *.egg-info einzeln erkannt, bei .NET die Ordner bin und obj, bei Unity Library, Temp und Logs, bei Unreal Binaries, Intermediate und DerivedDataCache. Jeder Eintrag trägt eine menschenlesbare Beschreibung, im README-Beispiel etwa, heruntergeladene Swift-Pakete würden beim nächsten Build erneut geladen.

DaisyDisk, DevCleaner, npkill und kondo: die Vergleichstabelle von ClearDisk

Das README positioniert ClearDisk gegen bekannte Werkzeuge und liefert dazu eine eigene Tabelle. DaisyDisk (10 Dollar) zeige, was groß ist, wisse aber nicht, was sicher löschbar sei, und kenne laut Tabelle null Cache-Pfade. DevCleaner für Xcode decke nur sechs Xcode-Pfade ab und ignoriere npm, pip, brew, Docker, Go und Cargo. CleanMyMac koste 40 Dollar pro Jahr, sei überladen und nicht quelloffen. SquirrelDisk gelte als eingeschlafen.

Gegen die CLI-Konkurrenz npkill, kondo und mac-cleanup hebt die Tabelle drei Punkte hervor: eine native GUI mit Menüleisten-Monitor, Risikostufen und Safe Delete über den Papierkorb, während die CLI-Werkzeuge laut Tabelle mit rm -rf löschen. Die Pfadzahlen der Konkurrenz geben die Tabelle mit 6 bei DevCleaner, über 50 bei npkill, 24 Typen bei kondo und 42 Modulen bei mac-cleanup an. Alle diese Angaben stammen vom Projekt selbst; sie sind eine Positionsbestimmung, kein unabhängiger Test, und die Lizenzangaben (GPL-3 für DevCleaner, MIT für npkill und kondo, Apache-2 für mac-cleanup) lassen sich an den genannten Repositories nachprüfen.

Risikostufen und Safe Delete: der Papierkorbweg von ClearDisk

Jedem Cache ordnet ClearDisk eine von drei Risikostufen zu: Grün für sicher wiederherstellbare Inhalte, Gelb für Vorsicht mit großem erneuten Download, Rot für riskant, weil der Ordner womöglich nicht ersetzbares Material enthält. Zusätzlich warnt die App, wenn Xcode läuft, während Xcode-Caches bereinigt werden sollen. Gelöschte Dateien wandern zuerst in den Papierkorb und bleiben bis zum Leeren wiederherstellbar.

Das Zählwerk unterscheidet dabei zwei Größen: Bytes, die in den Papierkorb verschoben wurden, und Platz, der erst nach dem Leeren wirklich frei wird. Diese Cleanup-Verfolgung verhindert die übliche Fehleinschätzung, der Papierkorb halte nichts mehr fest. Für DerivedData zeigt eine Aufschlüsselung, welche Projekte dort liegen, etwa MyApp mit 2,3 GB neben OtherApp mit 1,1 GB, gelesen laut README aus der info.plist der Build-Artefakte. Die Stufeneinordnung bleibt trotzdem das Urteil der App; wer in einem roten Ordner eigene Daten vermutet, sollte ihn vor dem Reinigungslauf selbst öffnen.

brew tap bysiber/cleardisk und brew trust: die Installationswege

Drei Installationswege sind dokumentiert. Der einfachste läuft über Homebrew: brew tap bysiber/cleardisk, dann brew trust bysiber/cleardisk, dann brew install --cask cleardisk. Der trust-Schritt ist kein Dekor: Neuere Homebrew-Ausgaben verweigern das Laden von Casks aus nicht ausdrücklich vertrauten Drittanbieter-Taps mit der Meldung Error: Refusing to load cask ... from untrusted tap, wie das README unter Verweis auf die Tap-Trust-Dokumentation erklärt. Homebrew übernimmt laut Anleitung auch das Entfernen des Quarantäne-Flags.

Alternativ steht die DMG von der Releases-Seite bereit: herunterladen, ClearDisk in die Programme ziehen, starten. Release-Builds sind Developer-ID-signiert und von Apple notarisiert. Wer aus dem Quelltext baut, klont das Repository und führt bash scripts/build_app.sh aus, kopiert mit cp -R ClearDisk.app /Applications/ und entfernt mit xattr -cr /Applications/ClearDisk.app die Quarantäne-Attribute. Wichtig ist der Unterschied: Quelltext-Builds sind nur ad-hoc-signiert, während die heruntergeladenen Releases die volle Signaturkette mitführen. Voraussetzung ist macOS 14 oder neuer.

Sparkle, EdDSA und Developer ID: die Update-Kette von ClearDisk

Nach der Installation prüft ClearDisk automatisch auf signierte Updates und installiert sie direkt, laut README über Sparkle mit Developer-ID-Signatur, Apple-Notarisierung und EdDSA-Verifikation; ausgelöst wird gegen GitHub Releases, unter Einstellungen über Check for Updates auch von Hand. Homebrew sei für Folgeupdates nicht nötig. Netzwerkzugriff ist laut README auf diese signierten Update-Prüfungen beschränkt, es gibt keine Datenerhebung und keine Analyse.

Die Update-Frequenz ist bemerkenswert: Innerhalb von drei Tagen erschienen v2.0.1, v2.0.2 und v2.0.25, der letzte Stand vom 28. August 2026. Das liest sich wie eine Phase intensiver Korrekturen; für Nutzer bedeutet es, dass die Erfahrungsberichte zu älteren Ausgaben die aktuelle Version unter Umständen nicht mehr beschreiben. Das Projekt zählt 582 Sterne, 36 Forks und 14 offene Issues, die Hauptsprache ist Swift.

Storage Forecast und 90-Tage-Historie: die Vorhersage und ihre Grundlage

Zwei Features stützen sich auf Beobachtung statt auf Pfadlisten. Der Menüleisten-Monitor zeigt fortlaufend die Plattbelegung und wechselt bei 80 und 90 Prozent die Farbe, Benachrichtigungen gibt es laut README nur an diesen Schwellen, ohne Spam. Der Storage Forecast sagt voraus, wann die Platte voll ist, basierend auf einer linearen Regression über eine 90-tägige Nutzungshistorie. Die Smart Suggestions empfehlen Altersgrenzen, im Beispielnotiz laut README: nicht genutzt seit 90 Tagen, sicher zu bereinigen.

Die Grenze dieser Mechanik liegt in der Annahme selbst. Eine lineare Regression unterstellt einen gleichmäßigen Trend; wer am Wochenende ein großes Projekt kloniert und es in der Woche wieder löscht, erzeugt Schwankungen, die die Vorhersage verzerrt. Das README dokumentiert nicht, wie Starknächte oder große einmalige Downloads in das Modell einfließen. Als Alternative für kommandozeilengetriebene Workflows bleiben aus der eigenen Tabelle npkill oder mac-cleanup, die dieselben Cache-Familien ohne GUI abarbeiten; der Unterschied liegt im Löschverhalten per rm -rf ohne Papierkorb-Schutz und im Fehlen des Menüleisten-Monitors.

Redaktionelles Fazit

ClearDisk passt für Mac-Entwicklerinnen und -Entwickler, deren SSD unter Xcode-DerivedData, node_modules, Docker- und Cargo-Caches leidet und die eine GUI mit Trash-basierter Löschung wollen; für Skript-basierte Aufräumläufe auf CI-Maschinen sind die CLI-Werkzeuge aus der eigenen Vergleichstabelle der passendere Weg. Vor dem ersten Reinigungslauf lohnt ein Blick auf die roten Risikostufen, die Kontrolle der DerivedData-Aufschlüsselung anhand bekannter Projekte und die Prüfung der Release-Frequenz von v2.0.1 bis v2.0.25.

Offizielle Quellen

  1. Official documentation
  2. Official README
  3. Project repository
  4. Release notes
Community-Notizen

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