Open-Source-Projekt
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ClassIsland: Stundenplan-Infodisplay für Klassenraum-Bildschirme

. Ein leistungsstarkes, anpassbares, plattformübergreifendes Tool zur Anzeige von Stundenplaninformationen, das für Multimedia-Bildschirme in Klassen geeignet ist und verschiedene Informationen auf einen Blick anzeigen kann.

2.787 Sterne303 ForksC#GPL-3.0

Auf einen Blick

Was ist das?
Das C#-Projekt ClassIsland/ClassIsland verwandelt Klassenraum-Multimedia-Bildschirme in eine Stundenplananzeige mit Erinnerungen, Komponenten, Plugins und Automatisierung. Funktionen, Plattformgrenzen und Branchplan im Detail.
Für wen ist es gedacht?
ClassIsland passt für Schulen, die Klassenraum-Bildschirme als Stundenplan- und Infodisplay nutzen wollen und bereit sind, eine Windows- oder X11-basierte Umgebung zu pflegen. Ungeeignet ist es unter Wayland-Linux oder auf Windows-7-Restenbeständen, wo die README ausdrücklich abrät.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja, unter Bedingungen. GPL-3.0 ist eine Copyleft-Lizenz: Wenn Sie Software weitergeben, die sie enthält, müssen Sie deren Quellcode unter derselben Lizenz veröffentlichen. Wer sie nur intern betreibt, ohne sie weiterzugeben, löst diese Pflicht nicht aus.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 8 Tagen.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich C#, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 14. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

ClassIsland: Stundenplananzeige im Dynamic-Island-Stil

ClassIsland ist ein plattformübergreifendes Werkzeug zur Anzeige von Stundenplaninformationen, das laut README für Klassenraum-Multimedia-Bildschirme gedacht ist und auf Windows-PCs, Macs und Linux-Geräten läuft. Der Name ist von der Dynamic-Island-Funktion von iOS inspiriert, also der Idee einer unaufdringlichen Informationsleiste, die sich am oberen Bildschirmrand einblendet. Genau dieses Konzept überträgt die Anwendung auf den Schulalltag: Der aktuelle Kurs, die nächsten Stunden und Zusatzinformationen erscheinen in kompakter Form, ohne den Unterricht zu verdecken.

Technisch ist das Projekt in C# auf .NET-8-Basis gebaut, steht unter GPL-3.0 und verzeichnet rund 2.700 Sterne bei 293 Forks. Die offizielle Website ist classisland.tech, die Dokumentation liegt unter docs.classisland.tech. Die Release-Reihe ist aktiv: 2.1.0.1 erschien am 27. Juni 2026, 2.1.1.0 am 21. Juli und 2.1.1.1 am 20. August 2026. Mit 332 offenen Issues zeigt sich ein Projekt, das viel Feedback aus dem echten Schulbetrieb sammelt.

Erinnerungen, Ausblendregeln und Mausdurchgriff im Unterricht

Die Kernfunktion ist die Anzeige des Tagesplans samt Informationen zur laufenden Unterrichtsstunde. An wichtigen Zeitpunkten wie Unterrichtsbeginn und -ende versendet die Anwendung Erinnerungen, und dafür gibt es eine Stufung: simple Hinweise lassen sich mit Soundeffekten, Hervorhebungseffekten, Sprachausgabe und Anheft-Verhalten kombinieren, dokumentiert unter docs.classisland.tech im Abschnitt zu Notifications. So lässt sich etwa eine stumme Einblendung für die Selbstlernphase von einer lauten Klingelanzeige für den Stundenwechsel unterscheiden.

Gleichwertig wichtig sind die Ausblendmechanismen: Nutzerinnen und Nutzer legen Bedingungen fest, unter denen der Plan verborgen bleibt, können ihn temporär ausblenden und den Mausdurchgriff aktivieren. Der Durchgriff ist der entscheidende Punkt für den realen Klassenzimmerbetrieb, denn die Lehrkraft arbeitet normalerweise mit Beamer oder Touchscreen, und die Anzeige darf Klicks nicht abfangen. Diese Kombination aus automatischer Präsenz und momentaner Abwesenheit löst das Grundproblem jeder Infodisplay-Software auf Unterrichtsrechnern.

Excel- und CSES-Import im Profil-Editor

Für die Pflege der Daten bietet ClassIsland einen eigenen Stundenplan-Editor, der laut README schlicht und direkt funktioniert. Praktischer für Schulen mit bestehenden Verwaltungsstrukturen ist der Import: Stundenpläne lassen sich aus Excel-Tabellen, aus dem Format CSES des Projekts SmartTeachCN/CSES oder aus anderer Software einlesen, und umgekehrt exportiert die Anwendung Planinformationen zurück nach Excel. Der CSES-Weg ist der bemerkenswerte, weil er einen offenen Datenaustausch zwischen verschiedenen Stundenplan-Tools definiert, statt Anwender an ein Dateiformat zu binden.

Die Verwaltungsfunktionen gehen auf typische Schulzyklen ein: mehrwöchige Rotationspläne, schnelle Erfassung von Zeitplänen und eigenwillige Sonderfälle wie temporäre Stundenvertretungen an einem einzelnen Tag oder über mehrere Tage hinweg. Wer einen Ausfall längere Zeit im Voraus kennt, kann vorab einen temporär gültigen Plan reservieren. Damit deckt das Projekt den echten Ablauf von Schulen ab, in denen Pläne selten stabil bleiben, sondern wöchentlich durch Vertretungen korrigiert werden.

Komponenten, Plugins und Themes als Erweiterungspunkte

Die Anzeige ist modular aufgebaut. Über Komponenten bestimmt man, welche Inhalte erscheinen, das README nennt Datum, Uhrzeit, Wetterübersicht und Countdown-Tage bis zu einem Termin. Unterstützt werden mehrzeilige Komponentenanzeigen, ein Komponenten-Karussell und Scrollen, sodass auch kleine Leisten mehrere Informationen rotate können. Über Plugins erweitert man den Funktionsumfang der Anwendung, über das Theme-System passt man das Erscheinungsbild der Hauptoberfläche an, inklusive einer automatisch abgeleiteten Themenfarbe aus der Systempalette.

Eine zweite Ebene ist die Automatisierung: An bestimmten Ereignissen oder Uhrzeiten führt die Anwendung Aktionen aus, etwa das Anzeigen einer Erinnerung oder das Öffnen einer Anwendung, einer Datei oder einer Webseite. In einem Klassenzimmer lässt sich damit etwa der Medienrechner zur Pausenzeit automatisch auf eine Startseite schalten. Dazu kommen Alltagsfunktionen wie Wetterinformationen mit Regenhinweis, Sechs-Stunden- und Drei-Tage-Vorhersagen sowie Unwetterwarnungen, Zeitabgleich der Software mit manueller Ausrichtung an den Klingelzeiten, Passwortschutz für Einstellungen und Profile, automatische Softwareupdates und ein angekündigtes zentrales Verwaltungsmodul, das laut README noch in Arbeit ist.

Systemanforderungen: X11-Pflicht auf Linux, kein Wayland

Die empfohlenen Anforderungen sind klar gezogen: Windows 10 oder neuer, macOS Big Sur 11 oder neuer sowie Debian 10 oder ein Derivat mit X11-Grafikumgebung. Diese Plattformliste gilt laut Fußnote erst ab Version 1.7.105.1, für ältere Ausgaben ist die Dokumentation zu prüfen. Unter Windows kommt zusätzlich die .NET-8.0-Desktop-Runtime hinzu, deren Installer das README direkt verlinkt.

Zwei Warnungen verdienen Beachtung, bevor man die Software in einer Schule ausrollt. Erstens ist ClassIsland laut README mit bestimmten Fensterverschönerungs-Tools inkompatibel, insbesondere mit Werkzeugen wie Mica For Everyone, die Fenstermaterialien verändern; die Anwendung gehört in die Ausschlussliste dieser Tools. Zweitens unterstützt das Linux-Build kein Wayland, und auch der Betrieb über XWayland liegt laut README außerhalb des Supportumfangs, womit einzelne Funktionen ausfallen können. Auf Systemen unter Windows 10 wird der Einsatz abgeraten, weil die .NET-Runtime unter Windows 7 schwere Speicherlecks produziert; ein fürs Archiv dokumentierter Installationsweg existiert trotzdem. Downloads bietet die offizielle Website und die GitHub-Releases-Seite an.

Branchplan von 2.1 Liliya bis 2.2 Misha und LGPL-Untermodule

Die Entwicklungstabelle im README erklärt, wo der Code lebt: Der master-Zweig pflegt die Version 2.1 mit Codenamen Liliya, der Zweig misha-alpha trägt die frühe Entwicklung der Version 2.2 namens Misha, und der 1.7-Zweig hält die ältere Version 1.7 mit Codenamen RyouYamada am Leben. Jeder Zweig führt eigene Build-Badges, und für lokale Kompilierung verweist das README auf eine Dokumentationsseite zum Einrichten der Entwicklungsumgebung; Codebeiträge laufen über CONTRIBUTING.md und Pull Requests.

Die Lizenzseite ist differenzierter als der SPDX-Eintrag GPL-3.0 vermuten lässt: Die Unterprojekte ClassIsland.PluginSdk, ClassIsland.Core, ClassIsland.Shared.Ipc und ClassIsland.Shared stehen laut README unter der GNU Lesser General Public License v3.0, während der Rest der Anwendung unter der vollen GPL-3.0 bleibt. Für Plugin-Entwickler ist das eine bewusste Entscheidung, weil sie gegen die LGPL-Module bauen können, ohne ihre gesamte Erweiterung unter die GPL zwingen zu müssen. Wer die Anwendung im Schulnetzwerk ausrollt, sollte diese Aufteilung kennen, und wer eine Alternative sucht, findet sie weniger in direkten Konkurrenzprodukten, sondern im manuellen Weg: Stundenplanbilder auf dem Bildschirmrechner statisch hinterlegen, was ohne Automatik, Erinnerungen und Wetterfunktionen auskommt, aber keinerlei Wartung verlangt.

Redaktionelles Fazit

ClassIsland passt für Schulen, die Klassenraum-Bildschirme als Stundenplan- und Infodisplay nutzen wollen und bereit sind, eine Windows- oder X11-basierte Umgebung zu pflegen. Ungeeignet ist es unter Wayland-Linux oder auf Windows-7-Restenbeständen, wo die README ausdrücklich abrät. Vor dem Klasseneinsatz sollte man die Bell-Zeitpunkte über die Funktion zur manuellen Ausrichtung prüfen und die Ausschlussliste von Fensterverwaltungs-Tools wie Mica For Everyone kontrollieren.

Offizielle Quellen

  1. Official documentation
  2. Official README
  3. Project repository
  4. Release notes
Community-Notizen

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