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Immich Power Tools: Bulk-Verwaltung für die eigene Foto-Bibliothek

Elektrowerkzeuge zum Organisieren Ihrer IMMICH-Bibliothek. Immich Power Tools Ein inoffizieller Immich-Client, der bessere Tools zum Organisieren und Verwalten Ihres Immich-Kontos bereitstellt.

2.695 Sterne58 ForksTypeScriptAGPL-3.0

Auf einen Blick

Was ist das?
Ein inoffizieller Client, der Massenoperationen für Personen, Alben und Orte in Immich ermöglicht. Die Version 0.22.0 verlangt zwingend Immich 3.0, wer ältere Instanzen betreibt, bleibt außen vor.
Für wen ist es gedacht?
Wer eine aktuelle Immich-Instanz (3.0 oder neuer) betreibt und regelmäßig Personen zusammenführen, Alben vorschlagen oder fehlende Orte nachtragen möchte, bekommt mit den Power Tools ein spezialisiertes Werkzeug. Wer seine Datenbank nicht direkt anbinden will, sollte verzichten, denn ohne DB_HOST und DB_PORT funktionieren die Kernfunktionen nicht.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja, unter strengen Bedingungen. AGPL-3.0 ist eine Lizenz mit Netzwerk-Copyleft: Wenn andere eine veränderte Version über ein Netzwerk nutzen, etwa als gehosteten Dienst, müssen Sie ihnen den Quellcode unter derselben Lizenz anbieten.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 2 Tagen.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich TypeScript, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 14. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

Wofür das Tool gebaut wurde

Immich selbst bietet eine saubere Oberfläche, aber Massenänderungen sind dort mühsam. Der Autor des Projekts beschreibt im README, dass er nach der Migration von Google Fotos zu Immich viele Assets einzeln hätte bearbeiten müssen, um Personen zuzuordnen oder Alben zu strukturieren. Immich Power Tools ist ein separater Web-Client, der genau diese Lücke füllt: Personen in Bulk umbenennen oder zusammenführen, Alben vorschlagen, fehlende Standorte ergänzen. Die Zielgruppe sind Selbsthoster, die eine größere Bibliothek besitzen und nicht jedes Foto einzeln öffnen wollen. Es ist kein Ersatz für Immich, sondern ein Zusatzwerkzeug, das parallel zur bestehenden Installation läuft.

So greift das Tool auf die Bibliothek zu

Die Architektur ist zweigeteilt. Einerseits spricht das Tool die Immich-API an, dafür benötigt es einen API-Schlüssel mit allen Berechtigungen. Andererseits verbindet es sich direkt mit der PostgreSQL-Datenbank von Immich. Das ist ein wichtiger Unterschied zu reinen API-Clients. Über die Datenbank liest das Tool Metadaten, die über die API nicht oder nur langsam verfügbar sind, etwa für die Analyse von Assets über die Zeit oder für Vorschläge zu potenziellen Alben. Der direkte Datenbankzugriff erklärt auch, warum im Docker-Compose-Setup DB_HOST und DB_PORT gesetzt werden müssen. Wer diese Verbindung nicht herstellt, bekommt vermutlich nur einen Teil der Funktionen. Das README nennt keine Fallbacks für den Fall, dass die Datenbank nicht erreichbar ist.

Installation mit Docker Compose

Die empfohlene Methode ist ein eigener Service in der bestehenden docker-compose.yml von Immich. Das Beispiel aus dem README bindet das Image ghcr.io/immich-power-tools/immich-power-tools:latest ein, mountet ein Volume für /app/data und gibt Port 8001 nach außen frei. Entscheidend ist, dass der Container im selben Netzwerk wie Immich läuft, damit er den Datenbankcontainer erreichen kann. In der .env-Datei werden IMMICH_API_KEY und IMMICH_URL gesetzt, dazu DB_HOST, der standardmäßig auf immich_postgres zeigt, und DB_PORT mit dem Wert 5432. Wer Portainer nutzt, kann den Container per docker run starten und anschließend mit docker network connect immich_default immich_power_tools in das richtige Netzwerk hängen. Für die lokale Entwicklung ist bun vorgesehen, nicht npm oder pnpm.

Die Bulk-Funktionen im Einzelnen

Das Herzstück sind die Verwaltungsfunktionen für Personen. Es gibt eine Option, Personendaten in Bulk zu aktualisieren, mit erweiterten Filtern. Dazu kommt der Smart Merge, der ähnliche Gesichter vorschlägt und das Zusammenführen in einem Rutsch erlaubt. Eine weitere Funktion sucht Assets ohne Standort und übernimmt die Koordinaten von anderen Assets derselben Aufnahme oder desselben Ereignisses. Das Tool schlägt außerdem potenzielle Alben vor, die auf Basis der vorhandenen Assets und Personen automatisch erkannt werden. Die Statistikseite zeigt Assets über die Zeit und EXIF-Daten. Der Bulk Date Offset verschiebt das Datum ausgewählter Assets um einen bestimmten Zeitraum, was bei falsch synchronisierten Kameras hilfreich ist. Diese Funktionen sind genau das, was die Immich-Oberfläche laut README nicht bietet.

Smart Search und die KI-Abhängigkeit

Die Suche mit natürlicher Sprache ist ein optionales Feature. Sie benötigt einen OpenAI-kompatiblen Anbieter, konfiguriert über AI_API_KEY, AI_BASE_URL und AI_MODEL. Das README nennt OpenAI, Groq und lokale Modelle über Ollama. Wichtig ist der Hinweis, dass nur der Suchtext an den Anbieter gesendet wird, keine Daten aus der Bibliothek. Das ist eine klare Aussage, aber sie lässt offen, ob der Suchtext selbst als sensitiv gelten kann, wenn er Personennamen enthält. Wer keine externen Dienste nutzen möchte, kann die Funktion einfach weglassen, die restlichen Werkzeuge funktionieren ohne KI. Die Wahl des Modells ist frei, das Beispiel nennt gpt-4o-mini, aber es gibt keine Angabe, welche Modelle getestet wurden. Für eine lokale Installation mit Ollama muss der Base-URL auf host.docker.internal:11434 zeigen, was nur unter Docker funktioniert.

Grenzen und fehlende Angaben

Das README listet einige Features als noch offen, etwa Bulk Edit für Alben und Filter. Das ist ein Zeichen, dass das Projekt noch in Entwicklung ist. Die letzte Veröffentlichung v0.22.0 stammt vom 2. Juli 2026, die vorherige v0.21.4 vom 21. Mai 2026, das zeigt ein aktives Release-Tempo. Allerdings gibt es keine Angaben zur Performance bei sehr großen Bibliotheken. Wenn die Datenbank direkt angebunden wird, könnten umfangreiche Abfragen die Immich-Datenbank belasten, aber dazu schweigt das README. Auch die Frage nach der Sicherheit des API-Schlüssels wird nicht behandelt. Der Schlüssel wird in der .env-Datei gespeichert, was bei einem kompromittierten Container ein Risiko darstellt. Die Empfehlung, alle Berechtigungen für den Schlüssel zu vergeben, erhöht das Risiko zusätzlich, weil ein Angreifer dann vollen Zugriff auf die Immich-API hätte.

Lizenz und Wartungsaufwand

Das Projekt steht unter AGPL-3.0. Das bedeutet, wer den Code modifiziert und als Dienst anbietet, muss den geänderten Quellcode offenlegen. Für den privaten Gebrauch ist das unkritisch. Der Wartungsaufwand ist überschaubar, solange man das Docker-Image nutzt, denn Updates kommen über neue Releases. Allerdings muss man die Kompatibilität mit Immich-Versionen im Auge behalten. Die Version 0.22.0 verlangt Immich 3.0 oder neuer, ältere Installationen funktionieren nicht. Das ist eine harte Bruchstelle. Wer Immich nicht regelmäßig aktualisiert, muss entweder eine ältere Version der Power Tools verwenden oder auf neue Funktionen verzichten. Das README weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um ein inoffizielles Projekt handelt, es gibt also keine Garantie für zeitnahe Anpassungen an zukünftige Immich-Änderungen.

Alternativen und Einordnung

Die naheliegende Alternative ist, direkt in Immich zu arbeiten, aber genau das will das Tool verbessern. Wer nur einzelne Personen umbenennen möchte, braucht keine Zusatzsoftware. Für Bulk-Operationen gibt es keine offizielle Lösung von Immich, das Projekt füllt also eine echte Lücke. Ein anderer Ansatz wäre, eigene Skripte gegen die Immich-API zu schreiben, was mehr Kontrolle bietet, aber auch mehr Aufwand bedeutet. Die Power Tools bieten einen grafischen Client, der diese Skripte ersetzt. Der Unterschied liegt im direkten Datenbankzugriff, den ein reiner API-Client nicht hat. Das ermöglicht Analysen und Vorschläge, die sonst nicht möglich wären, erfordert aber auch mehr Vertrauen in den Betreiber, denn er bekommt Zugriff auf die Datenbank. Diese Abwägung sollte man treffen, bevor man den Container startet.

Redaktionelles Fazit

Wer eine aktuelle Immich-Instanz (3.0 oder neuer) betreibt und regelmäßig Personen zusammenführen, Alben vorschlagen oder fehlende Orte nachtragen möchte, bekommt mit den Power Tools ein spezialisiertes Werkzeug. Wer seine Datenbank nicht direkt anbinden will, sollte verzichten, denn ohne DB_HOST und DB_PORT funktionieren die Kernfunktionen nicht. Vor dem Einsatz ist zu prüfen, ob die eigene Immich-Version die API-Schlüssel mit allen Berechtigungen unterstützt und ob der Betreiber bereit ist, den zusätzlichen Docker-Container samt eigenem Volume dauerhaft zu warten. Die Abhängigkeit von einem Drittanbieter für die Smart Search ist optional, aber wer keine externen KI-Dienste nutzen möchte, muss auf diese Funktion verzichten.

Offizielle Quellen

  1. Official documentation
  2. Official README
  3. Project repository
  4. Release notes
Community-Notizen

Community-Notizen