LocalSend: Dateiaustausch im lokalen Netzwerk ohne Cloud
LocalSend überträgt Dateien und Nachrichten zwischen Geräten in der Nähe über das lokale Netzwerk ohne einen zentralen Server.
Auf einen Blick
- Was ist das?
- LocalSend überträgt Dateien und Nachrichten zwischen Geräten im selben Netzwerk über eine REST-API mit HTTPS-Verschlüsselung, ohne Internetverbindung und ohne Drittanbieter-Server.
- Für wen ist es gedacht?
- LocalSend passt zu Anwendern, die Dateien zwischen Windows-, macOS-, Linux-, Android- und iOS-Geräten im selben lokalen Netzwerk austauschen wollen, ohne Cloud-Dienste oder Internetanbindung zu bemühen. Wer Dateien mit Geräten außerhalb des eigenen Netzwerks teilen muss, braucht eine andere Lösung, denn die App ist auf die lokale Umgebung ausgelegt.
- Darf ich es kommerziell nutzen?
- Ja. Apache-2.0 ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
- Wird es noch gepflegt?
- Ja. Die letzten Commits kamen vor 1 Tag.
- In welcher Sprache ist es geschrieben?
- Hauptsächlich Dart, laut der Sprachstatistik von GitHub.
Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.
TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE
REST-API und HTTPS: wie LocalSend ohne Server auskommt
LocalSend ist eine plattformübergreifende Anwendung, die sichere Kommunikation zwischen Geräten über eine REST-API mit HTTPS-Verschlüsselung ermöglicht. Das README stellt diese Technik dem üblichen Vorgehen anderer Messaging-Apps gegenüber: Statt externe Server zu bemühen, benötigt LocalSend weder eine Internetverbindung noch Drittanbieter-Infrastruktur. Die Geräte finden sich im lokalen Netzwerk und tauschen direkt aus, was die Lösung laut Projekt für lokale Kommunikation schnell und zuverlässig macht.
Die freie Beschreibung des Projekts hebt zwei Eigenschaften hervor: Es ist quelloffen und plattformübergreifend, positioniert als Alternative zu AirDrop, die nicht an einen Gerätehersteller gebunden ist. Der Code ist in Dart geschrieben, also auf Flutter-Basis gebaut, was die gemeinsame Codebasis für Android, iOS, macOS, Windows und Linux erklärt. Die Apache-2.0-Lizenz erlaubt Nutzung, Veränderung und Weiterverteilung unter den Bedingungen der Lizenzdatei.
Die Kennzahlen des Repository zeigen ein großes Projekt: rund 89.589 Sterne, 4.988 Forks und 1.102 offene Issues. Die Homepage ist localsend.org, daneben pflegt das Projekt einen Discord-Server und einen Spiegel des Repository auf Codeberg. Der Standardbranch heißt main, der letzte Push fällt auf den 21. August 2026.
Sechs Plattformen und der Weg ohne Auto-Update
Das Download-Kapitel des README ist eine Matrix über sechs Plattformen: Windows, macOS, Linux, Android, iOS und Fire OS. Für Windows stehen Winget, Scoop, Chocolatey, ein EXE-Installer, ein Portable-ZIP und der Microsoft Store bereit; für macOS der App Store, Homebrew und ein DMG-Installer; für Linux Flathub, Nixpkgs, Snap, AUR mit dem Paket localsend-bin, TAR, DEB und AppImage; für Android Play Store, F-Droid und direkte APK; für Fire OS der Amazon Appstore.
Wichtig ist der Rat, der dieser Tabelle vorangestellt ist: Man solle die App aus einem App-Store oder Paketmanager beziehen, weil LocalSend keine automatische Aktualisierung mitbringt. Ohne Auto-Update liegt die Verantwortung für Updates beim Nutzer, und ein Paketmanager gleicht das aus, indem er die App in den üblichen Update-Zyklus einbindet. Wer stattdessen die APK oder das portable ZIP nimmt, muss Versionen selbst im Blick behalten.
Zwei Zusatzangaben runden das Bild ab. Die Windows-Binärdateien sind signiert, und die Details dazu stehen in der Datei CODE_SIGNING.md. Für Neugierige gibt es einen inoffiziellen MSIX-Vorschaukanal unter localsend.ob-buff.dev, zu dem das README eine Warnung setzt: Stabilität ist nicht garantiert, und die dortigen Codeanpassungen sind auf dieser Seite gelistet. Die Distribution-Kanäle sind in CONTRIBUTING.md beschrieben.
Kompatibilitätsgrenzen: von Android 5.0 bis Windows 7
Die Kompatibilitätstabelle des README setzt klare Mindestversionen. Android benötigt Version 5.0, iOS Version 12.0, macOS Version 11 Big Sur und Windows Version 10. Für Linux nennt die Tabelle keine Mindestversion, sondern Abhängigkeiten: Unter Gnome werden xdg-desktop-portal und xdg-desktop-portal-gtk gebraucht, unter KDE xdg-desktop-portal und xdg-desktop-portal-kde.
Zwei Fußnoten sind praktisch wichtig. Auf älteren Macs, die Big Sur offiziell nicht mehr unterstützen, verweist das README auf den OpenCore Legacy Patcher in Version 2.0.2 und verlinkt dazu das Issue Nummer 1005, in dem das Vorgehen diskutiert wird. Unter Windows gilt Version v1.15.4 als letzte Ausgabe mit Unterstützung für Windows 7; das README hält offen, dass es künftig Backports neuerer Versionen für dieses System geben könnte.
Diese Tabelle ist der erste Anlaufpunkt, bevor man ein Gerät einbindet. Wer mit einem gemischten Bestand aus älteren Geräten arbeitet, findet hier die Grenzen dokumentiert statt in Issues verstreut. Die Einbindung von Fire-OS-Geräten über den Amazon-Appstore zeigt zudem, dass die Android-Variante über den Play Store hinaus verbreitet ist.
Einrichtung und Firewall als häufigste Hürde
Die Einrichtung fasst das README kurz zusammen: In den meisten Fällen funktioniert LocalSend ohne weitere Konfiguration. Bleibt der Versand oder Empfang von Dateien aus, empfiehlt das README eine konkrete Prüfung: Die Firewall muss LocalSend erlauben, über das lokale Netzwerk zu kommunizieren. Weil die App ohne Internetverbindung arbeitet, betreffen Blockierungen fast immer die lokale Netzwerkkommunikation, nicht den Internetverkehr.
Diese Hürde betrifft vor allem Rechner mit restriktiver Standardkonfiguration, etwa Firmenlaptops oder frisch eingerichtete Systeme mit aktiver Schutzsoftware. Wer Geräte in einem Gastnetzwerk oder in einem Netzwerk mit Client-Isolation nutzt, sollte zusätzlich prüfen, ob die Geräte einander überhaupt erreichen können, denn ohne direkte Verbindung zwischen den Teilnehmern funktioniert der direkte Austausch nicht.
Für Probleme jenseits der Firewall hat das README ein eigenes Troubleshooting-Kapitel. Wer dort nicht fündig wird, kann über die 1.102 offenen Issues nach ähnlichen Meldungen suchen oder selbst einen Fehlerbericht anlegen. Der Beitragsweg ist im Contributing-Kapitel definiert: Fehlerbehebungen gehen als Pull-Request mit klarer Beschreibung des Problems und der Lösung ein, während Verbesserungsvorschläge zuerst als Issue diskutiert werden, bevor Code entsteht.
Aktive Übersetzung über Weblate und CI-Prüfung
Die Oberfläche von LocalSend ist in viele Sprachen übersetzt, und das README listet sie mit eigenen Leseversionen auf: neben Englisch unter anderem Spanisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Türkisch, Japanisch, Koreanisch, Vietnamesisch, Thai, Indonesisch, Filipino, Persisch, Belarussisch, Ukrainisch, Khmer und Chinesisch. Die Übersetzungsarbeit läuft über Weblate, erkennbar an dem Widget unter hosted.weblate.org/engage/localsend.
Wer zur deutschen oder einer anderen Sprachversion beitragen will, findet auf dieser Weblate-Seite den aktuellen Stand und offene Zeichenketten. Diese Aufteilung hält Übersetzungen aus dem Code heraus und senkt die Hürde für Beiträge ohne Programmierkenntnisse.
Die Codequalität wird über eine CI-Pipeline geprüft, deren Status als Badge verlinkt ist: Der Workflow ci.yml läuft bei jedem Beitrag in den GitHub Actions. Ein Packaging-Badge verweist auf Repology, wo die Verbreitung des Pakets über Distributionen sichtbar ist. Für Nutzer ist Repology praktisch, weil dort ablesbar ist, welche Version die jeweilige Distribution aktuell führt; das ersetzt fehlende Auto-Updates durch Transparenz über den Versionsstand.
Release-Takt im August 2026
Die Release-Historie zeigt einen kurzen Abstand zwischen den Ausgaben: v1.18.0 erschien am 10. August 2026, v1.18.1 am 12. August 2026 und v1.18.2 am 21. August 2026. Zwei Versionen in zwei Tagen deuten auf eine zügige Nachbesserung nach der Ausgabe der 1.18-Reihe hin; die konkreten Änderungen stehen in den Release-Notizen auf der Releases-Seite.
Für Anwender ohne Auto-Update ist dieser Takt ein praktischer Hinweis: Ein Blick auf die Releases-Seite lohnt sich, bevor man einen Fehler meldet, weil das Problem in einer neueren Ausgabe bereits behoben sein kann. Da die Paketmanager-Weglänge je nach Distribution variiert, ist die Releases-Seite des Repository die schnellste Quelle für den aktuellen Stand.
Die Kombination aus aktivem Release-Rhythmus, CI-Pipeline, Weblate-Übersetzungen und der kurzen Zeit zwischen Push und Release am 21. August 2026 zeichnet das Bild eines gepflegten Projekts. Mit nahezu 90.000 Sternen gehört LocalSend zu den größten Projekten seiner Kategorie, und die Größe zeigt sich auch in der Zahl deropen Meldungen: 1.102 offene Issues sind der Preis einer breiten Nutzerbasis mit vielen Gerätekonstellationen.
Fazit: LocalSend für den direkten Austausch im Heimnetz
LocalSend löst eine begrenzte Aufgabe konsequent: Dateien und Nachrichten zwischen Geräten im selben lokalen Netzwerk, verschlüsselt über HTTPS und vermittelt über eine REST-API, ohne Cloud und ohne Internetverbindung. Die sechs unterstützten Plattformen samt Fire OS, die zahlreichen Paketquellen und die signierten Windows-Binärdateien zeigen, wie ernst das Projekt die Verbreitung über offizielle Kanäle nimmt.
Die Grenzen liegen in der Natur des Konzepts: Ohne gemeinsames Netzwerk keine Übertragung, und ohne Auto-Update bleibt die Versionspflege beim Nutzer. Gerade wer viele Geräte selbst verwaltet, sollte daher einen Paketmanager wählen und die Kompatibilitätstabelle gegen den eigenen Gerätebestand prüfen, von Android 5.0 über iOS 12.0 bis macOS 11 Big Sur und Windows 10.
Der sinnvolle Einstieg ist eine kurze Testreihe im eigenen Netzwerk: LocalSend über die passende Quelle aus der Download-Matrix installieren, bei blockierter Kommunikation die Firewall nach dem Hinweis aus dem Setup-Kapitel anpassen und einen ersten Transfer zwischen den zwei häufigsten Geräten ausführen. Läuft dieser Transfer stabil, deckt LocalSend den Alltag zwischen Telefon und Rechner zuverlässig ab; scheitert er an der Netzwerkkonfiguration, zeigt das Troubleshooting-Kapitel und die Issue-Suche im Repository die nächsten Schritte.
Redaktionelles Fazit
LocalSend passt zu Anwendern, die Dateien zwischen Windows-, macOS-, Linux-, Android- und iOS-Geräten im selben lokalen Netzwerk austauschen wollen, ohne Cloud-Dienste oder Internetanbindung zu bemühen. Wer Dateien mit Geräten außerhalb des eigenen Netzwerks teilen muss, braucht eine andere Lösung, denn die App ist auf die lokale Umgebung ausgelegt. Vor dem ersten Transfer prüft man die Firewall-Einstellung, damit LocalSend im lokalen Netzwerk kommunizieren darf.
Community-Notizen