nanoclaw: Containerisierte Agenten für Messaging und geplante Aufgaben
Eine leichte Alternative zu OpenClaw, die aus Sicherheitsgründen in Containern ausgeführt wird. Verbindet sich mit WhatsApp, Telegram, Slack, Discord, Gmail und anderen Messaging-Apps, verfügt über Speicher, geplante Jobs und läuft direkt auf dem Agents SDK von Anthropic.
Auf einen Blick
- Was ist das?
- Eine deutsche Einordnung von nanoclaw anhand des README, konkreter Projektpfade und dokumentierter Grenzen.
- Für wen ist es gedacht?
- Geeignet ist nanoclaw für Anwender, deren Aufgabe zum dokumentierten Umfang passt. Nicht geeignet ist das Projekt als pauschale Zusage für andere Plattformen oder nicht beschriebene Betriebsbedingungen.
- Darf ich es kommerziell nutzen?
- Ja. MIT ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
- Wird es noch gepflegt?
- Ja. Das Repository hat innerhalb des letzten Tages neue Commits erhalten.
- In welcher Sprache ist es geschrieben?
- Hauptsächlich TypeScript, laut der Sprachstatistik von GitHub.
Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.
TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE
Herkunft und Positionierung
Das README beginnt mit einer persönlichen Begründung: Der Autor fand OpenClaw beeindruckend, aber zu groß, um ihm vollen Zugriff auf sein Leben zu geben, und nennt fast eine halbe Million Codezeilen, 53 Konfigurationsdateien und über 70 Abhängigkeiten, mit Sicherheit auf Anwendungsebene statt durch OS-Isolation. NanoClaw wurde entwickelt, um ähnliche Kernfunktionen in einer Codebasis zu bieten, die klein genug zum Verstehen ist, wobei Agenten in eigenen Linux-Containern laufen. Die Repository-Beschreibung bezeichnet es als leichtgewichtige Alternative zu OpenClaw, die in Containern für Sicherheit läuft, sich mit WhatsApp, Telegram, Slack, Discord, Gmail und anderen Messaging-Apps verbindet und Speicher, geplante Jobs und direkte Integration mit dem Anthropic Agents SDK umfasst.
Installation und Migration
Der Schnellstart besteht aus drei Befehlen: Repository klonen, Verzeichnis wechseln und bash nanoclaw.sh ausführen. Laut README installiert dieses Skript Node, pnpm und Docker, falls fehlend, registriert die Anthropic-Anmeldedaten bei OneCLI, baut den Agenten-Container und koppelt den ersten Kanal, der iMessage, Telegram, Discord, WhatsApp oder ein lokales CLI sein kann. Wenn ein Schritt fehlschlägt, wird Claude Code automatisch aufgerufen, um zu diagnostizieren und fortzufahren. Für Nutzer von NanoClaw v1 beschreibt das README ein migrate-v2.sh-Skript, das Zustand in einen v2-Checkout migriert, einschließlich .env, Datenbank, Sitzungen, geplante Aufgaben und Kanal-Authentifizierungsstatus, aber es wechselt den Systemdienst nicht automatisch.
Designphilosophie: klein, isoliert, anpassbar
Die Philosophie des Projekts wird in wenigen Punkten dargelegt. Die Codebasis soll klein genug sein, um sie vollständig zu verstehen: ein Prozess, wenige Quelldateien, keine Microservices. Sicherheit wird durch Isolation erreicht, da Agenten in Linux-Containern laufen und nur explizit gemountete Verzeichnisse sehen können, was Bash-Zugriff sicherer macht, weil Befehle im Container ausgeführt werden. Das Projekt richtet sich an einzelne Nutzer und nicht an ein monolithisches Framework, und Anpassung erfolgt durch Codeänderungen statt durch Konfigurationsdateien. Das README stellt ein Skills-vor-Funktionen-Modell vor: Der Trunk enthält Registry und Infrastruktur, Kanal-Adapter liegen auf einem channels-Zweig, alternative Agent-Provider auf einem providers-Zweig. Nutzer führen Befehle wie /add-telegram aus, um nur die benötigten Module in ihren Fork zu kopieren.
Unterstützte Funktionen und Isolationsmodell
Das README listet Multi-Kanal-Messaging über WhatsApp, Telegram, Discord, Slack, Microsoft Teams, iMessage, Matrix, Google Chat, Webex, Linear, GitHub, WeChat und E-Mail über Resend auf, wobei Kanäle bei Bedarf installiert werden. Jede Agentengruppe hat ihre eigene CLAUDE.md, ihren eigenen Speicher, ihren eigenen Container und nur die vom Nutzer erlaubten Mounts. Geplante Aufgaben können wiederkehrende Jobs ausführen, mit optionalen Skript-Gates, um den Agenten nicht zu wecken, wenn keine Arbeit ansteht. Webzugriff für Suche und Abruf ist enthalten. Das Isolationsmodell bietet drei Konfigurationen: ein Agent pro Kanal für volle Privatsphäre, ein Agent für mehrere Kanäle mit getrennten Konversationen oder mehrere Kanäle in einer gemeinsamen Sitzung. Anmeldedaten bleiben außerhalb der Container; ausgehende Anfragen laufen über OneCLI's Agent Vault, das Anmeldedaten zur Anfragezeit injiziert und Richtlinien sowie Ratenlimits pro Agent durchsetzt.
Konten und Datengrenzen
NanoClaw hat keine Benutzerkonten. Das README sagt, dass nur anonyme Setup-Diagnosen gemeldet werden, und das Setzen von NANOCLAW_NO_DIAGNOSTICS=1 schaltet diese ab. Agenten, Nachrichten, Dateien und Schlüssel verlassen standardmäßig nie den Rechner des Nutzers. Eine optionale Ausnahme ist das Abrufen eines vorgebauten Agenten-Images, das ein kostenloses Konto erfordert und die E-Mail-Adresse sowie den Zeitpunkt der Anfrage teilt, aber nichts über Agenten und nichts nach der Lieferung. Lokales Bauen ist der Standard und erfordert kein Konto oder externen Kontakt.
Nutzung und Anpassung
Die tägliche Nutzung erfolgt über ein Trigger-Wort, standardmäßig @Andy. Beispiele im README umfassen die Anforderung einer Vertriebspipeline-Übersicht jeden Werktagmorgen um 9 Uhr, die wöchentliche Überprüfung des Git-Verlaufs oder die Erstellung einer Nachrichtenübersicht am Montagmorgen. Nutzer können Gruppen und Aufgaben direkt verwalten, z.B. alle geplanten Aufgaben auflisten oder eine Aufgabe pausieren. Anpassung erfolgt ohne Konfigurationsdateien; Nutzer sagen Claude Code, was sie wollen, z.B. das Trigger-Wort ändern oder Antworten kürzer machen. Ein /customize-Befehl bietet geführte Änderungen. Debugging ist ebenfalls konversationell, mit Fragen wie 'Warum läuft der Scheduler nicht?' an Claude Code.
Architektur und Schlüsseldateien
Das README zeigt einen Datenfluss: Messaging-Apps senden Nachrichten an einen Host-Prozess, der Router schreibt in die inbound.db der Sitzung und weckt den Container. Der Agent-Runner im Container pollt inbound.db, führt den Agenten aus und schreibt Antworten in outbound.db. Der Host pollt outbound.db und liefert Antworten über den Kanal-Adapter. Jede Sitzung hat zwei SQLite-Dateien, jeweils mit genau einem Schreiber, was Cross-Mount-Konflikte vermeidet. Schlüsseldateien werden aufgelistet: src/index.ts als Einstiegspunkt, src/router.ts für eingehendes Routing, src/delivery.ts für ausgehende Zustellung, src/host-sweep.ts für einen 60-Sekunden-Sweep, src/container-runner.ts für das Starten von Containern und die Anmeldedaten-Injektion sowie das Verzeichnis container/agent-runner, das Bun und das Claude Agent SDK ausführt.
Redaktionelles Fazit
Geeignet ist nanoclaw für Anwender, deren Aufgabe zum dokumentierten Umfang passt. Nicht geeignet ist das Projekt als pauschale Zusage für andere Plattformen oder nicht beschriebene Betriebsbedingungen. Prüfe zuerst container, die genannten Dateien und die tatsächliche Ausgabe mit einer kleinen Eingabe in einer getrennten Umgebung.
Community-Notizen