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Geosite-Daten aus der Community: Was v2fly/domain-list-community wirklich leistet

Liste der von der Community verwalteten Domänen. Geosite.dat für V2Ray generieren. Domänenlisten-Community Dieses Projekt verwaltet eine Liste von Domänen, die als Geosites für Routingzwecke in Projekt V verwendet werden sollen.

9.495 Sterne1.425 ForksGoMIT

Auf einen Blick

Was ist das?
v2fly/domain-list-community liefert die Rohdaten für Geosite-Regeln in V2Ray. Der Artikel zeigt, wie die Listen aufgebaut sind, wo die Grenzen liegen und für wen sich der Einsatz lohnt.
Für wen ist es gedacht?
Wer V2Ray oder Xray mit Geosite-Regeln betreibt und feingranulare Routing-Entscheidungen braucht, findet hier die Standard-Datenbasis. Wer eigene Listen pflegt oder spezielle Filter wie reine Werbe-Domains benötigt, sollte die Daten lieber selbst aus den Quelldateien bauen.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja. MIT ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 2 Tagen.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich Go, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 14. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

Wofür die Domain-Liste da ist

Das Projekt verwaltet eine Sammlung von Domains, die als Geosite-Regeln in Project V (V2Ray) dienen. Es löst das Problem, dass Router-Konfigurationen sonst hunderte einzelne Domain-Einträge benötigen. Stattdessen schreibt man `geosite:cn` oder `geosite:category-ads-all` in die Routing-Regeln. Die Zielgruppe sind Betreiber von Proxy-Servern, die Datenverkehr nach Ländern oder Kategorien trennen wollen. Wichtig ist die ausdrückliche Neutralität: Das Projekt bewertet nicht, ob eine Domain blockiert oder proxied werden sollte. Es liefert nur die Zuordnung. Das unterscheidet es von Listen, die eine politische oder moralische Agenda verfolgen. Wer also eine reine Datenquelle sucht, ohne versteckte Wertungen, findet hier eine solide Basis.

Die Syntax im Detail: domain, full, keyword, regexp

Jede Datei im `data`-Verzeichnis entspricht einer Liste. Die Zeilen beginnen mit `domain:`, `full:`, `keyword:` oder `regexp:`. Ein Beispiel aus der README: `domain:google.com @attr1 @attr2` oder `regexp:^odd[1-7]\.example\.org(\.[a-z]{2})?$`. Der Präfix `domain:` kann weggelassen werden, dann wird die Zeile als Subdomain-Regel interpretiert. `full:` matcht nur exakt die angegebene Domain, `keyword:` sucht einen Teilstring, `regexp:` nutzt Go-Reguläre-Ausdrücke. Attribute wie `@ads` bleiben in den finalen Listen und in `dlc.dat` erhalten. Affiliationen mit `&` fügen eine Regel zusätzlich in eine andere Liste ein, verschwinden aber aus dem Endprodukt. Diese Trennung zwischen Datenverwaltung und Routing-Attributen ist durchdacht, aber nicht offensichtlich. Man muss die README genau lesen, sonst verwechselt man `@` und `&`.

So generieren Sie dlc.dat selbst

Die README beschreibt den manuellen Weg: `git clone https://github.com/v2fly/domain-list-community.git`, dann `cd domain-list-community`, danach `go mod download` und schließlich `go run ./`. Das erzeugt `dlc.dat` aus dem aktuellen `data`-Verzeichnis. Mit `go run ./ --datapath=/pfad/zu/eigenen/daten` können Sie eine eigene Datenquelle verwenden. `go run ./ --help` zeigt weitere Optionen. Für den normalen Betrieb gibt es vorgefertigte Downloads: `dlc.dat` und `dlc.dat_plain.yml` mit SHA256-Summen. Die Plain-YAML-Version ist nützlich, wenn Sie die Regeln ohne das binäre Format prüfen wollen. Der Build-Prozess ist simpel, aber Sie brauchen eine Go-Installation. Wer das nicht einrichten will, nutzt einfach die Release-Artefakte.

Die Generierung im Hintergrund: von Text zu Routing-Regeln

Der Ablauf ist in der README dokumentiert: Zuerst liest das Programm alle Dateien im Datenpfad, ignoriert Kommentare und leere Zeilen. Dann löst es Affiliationen und Inklusionen auf, sodass jede Regel in der richtigen Liste landet. Danach werden Duplikate entfernt und sortiert. Schließlich exportiert es die Listen als Text und erzeugt `dlc.dat`. Dabei wird jede `domain:`-Zeile zu einer Subdomain-Routing-Regel, `full:` zu einer exakten Domain-Regel, `keyword:` zu einer Plain-Domain-Regel und `regexp:` zu einer Regex-Regel. Die Zuordnung ist in der `common.proto`-Datei von v2ray-core definiert. Das bedeutet: Die Performance hängt stark vom Regeltyp ab. `regexp` ist teuer für die Engine, `keyword` ebenfalls. Die README warnt explizit davor, neue `regexp`- und `keyword`-Regeln hinzuzufügen, weil sie leicht falsch benutzt werden und die Software sie ineffizient verarbeitet. Diese Warnung sollte man ernst nehmen.

Einschränkungen und Stolperfallen bei der Nutzung

Es gibt zwei wichtige Änderungen, die die README hervorhebt. Erstens: Regeln mit dem Attribut `@!cn` wurden aus den China-Listen entfernt. `geosite:geolocation-cn@!cn` funktioniert nicht mehr. Wer bisher darauf angewiesen war, muss seine Konfiguration anpassen. Zweitens: Spezielle Werbe-Listen wie `geosite:xxx-ads` wurden abgeschafft. Stattdessen nutzt man `geosite:xxx@ads`. Das klingt harmlos, aber bestehende Regeln brechen still. Außerdem sind die Regeltypen `keyword` und `regexp` nicht vollständig kompatibel mit den benutzerdefinierten Regeln in der V2Ray-Konfiguration. Die README sagt klar: Nicht direkt kopieren. Ein weiterer Punkt: Das Projekt ist bewusst nicht meinungsbasiert. Das heißt, es gibt keine Empfehlung, ob eine Domain blockiert werden soll. Für Anwender, die eine kuratierte politische Liste erwarten, ist das falsch. Es ist ein Rohstoff, keine Lösung.

Alternativen und der Unterschied im Ansatz

Eine naheliegende Alternative ist die eigene Pflege von Domain-Listen direkt in der V2Ray-Konfiguration. Dort können Sie `domain:`-Einträge selbst definieren. Der Unterschied: Sie haben volle Kontrolle, aber Sie verlieren die Community-Pflege. Sie müssen jede neue Domain manuell nachtragen. Eine andere Alternative sind kommerzielle oder halbkommerzielle Listen, die oft zusätzliche Kategorien wie Malware oder Tracking anbieten. Diese sind aber nicht neutral und oft nicht offen lizenziert. Der entscheidende Unterschied zu v2fly/domain-list-community ist der partizipative Ansatz: Jeder kann per Pull Request eine Datei ändern oder hinzufügen. Das führt zu einer breiten Abdeckung, aber auch zu Inkonsistenzen. Manche Einträge sind veraltet, andere doppelt. Die README erwähnt, dass die Dateinamen idealerweise nach Eigentümer benannt werden, aber das ist eine Konvention, keine Garantie.

Wartung und Lizenz: Was Sie einkalkulieren müssen

Das Projekt wird aktiv gepflegt, die letzten Releases stammen vom 27. August 2026, mit mehreren Veröffentlichungen am selben Tag. Das deutet auf einen automatisierten Release-Prozess hin. Die Lizenz ist MIT, was bedeutet, dass Sie die Daten in eigene Projekte einbinden dürfen, auch kommerziell, solange der Lizenztext erhalten bleibt. Die Wartungskosten liegen nicht bei der Lizenz, sondern bei der Datenqualität. Sie müssen regelmäßig die Releases aktualisieren, um neue Domains zu bekommen. Wenn Sie eigene Attribute oder Listen hinzufügen, müssen Sie diese bei jedem Update neu einspielen. Der Build-Prozess ist einfach, aber Sie sollten die SHA256-Summen prüfen, um Manipulationen zu vermeiden. Ein Punkt, den die README nicht explizit nennt: Die Daten sind so gut wie die Community. Wenn ein großer Anbieter seine Domain-Struktur ändert, kann es Tage dauern, bis die Liste angepasst ist. Das müssen Sie in Ihre Betriebsplanung aufnehmen.

Redaktionelles Fazit

Wer V2Ray oder Xray mit Geosite-Regeln betreibt und feingranulare Routing-Entscheidungen braucht, findet hier die Standard-Datenbasis. Wer eigene Listen pflegt oder spezielle Filter wie reine Werbe-Domains benötigt, sollte die Daten lieber selbst aus den Quelldateien bauen. Vor der Übernahme sollte man prüfen, ob die eigenen Kategorien wie `geosite:cn` noch den erwarteten Umfang haben, denn die Umstellung auf Attribute hat einige Listen verändert. Die MIT-Lizenz erlaubt die Einbindung, aber die Pflege der Daten ist ein dauerhafter Community-Aufwand, der ohne eigene Beiträge stagnieren kann.

Offizielle Quellen

  1. Official documentation
  2. Official README
  3. Project repository
  4. Release notes
Community-Notizen

Community-Notizen