Selbst gehosteter Dienst
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Bangle.io: WYSIWYG-Notizen im Browser, gespeichert als lokale Markdown-Dateien

Eine reine Web-WYSIWYG-Notiz-App, die Notizen lokal im Markdown-Format speichert. v2:.

1.231 Sterne84 ForksTypeScriptAGPL-3.0

Auf einen Blick

Was ist das?
Die Web-App von bangle-io verbindet einen Rich-Text-Editor im Stil von Notion mit reinen Markdown-Dateien auf dem eigenen Rechner und verzichtet auf Electron.
Für wen ist es gedacht?
Bangle.io passt zu Nutzern, die die Editor-Atmosphäre von Notion wollen, ihre Notizen aber als gewöhnliche Markdown-Dateien im eigenen Dateisystem behalten. Ungeeignet ist es, wer geräteübergreifende Synchronisation, mobile Clients oder eine dokumentierte Erweiterungs-API braucht, denn all das fehlt laut Material.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja, unter strengen Bedingungen. AGPL-3.0 ist eine Lizenz mit Netzwerk-Copyleft: Wenn andere eine veränderte Version über ein Netzwerk nutzen, etwa als gehosteten Dienst, müssen Sie ihnen den Quellcode unter derselben Lizenz anbieten.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 5 Tagen.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich TypeScript, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

Warum Bangle.io die Notizen als lokale Markdown-Dateien ohne Data Lock-in hält

Notiz-Apps entscheiden darüber, ob die eigenen Texte in Jahren noch lesbar sind. Notion-artige Dienste speichern in proprietären Datenbanken, ein Auszug gelingt nur über Exportfunktionen. Bangle.io aus dem Repository bangle-io/bangle-io beschreibt sich als moderne webbasierte Notizplattform mit genau umgekehrter Priorität: Die App speichert Notizen in menschenlesbarem Markdown direkt auf dem eigenen Computer, und die Repository-Beschreibung präzisiert dies als web-only WYSIWYG-Notiz-App mit lokalem Markdown-Speicher.

Das README verdichtet diesen Anspruch in die Formel Notion, aber nur lokal: Notizen lassen sich direkt vom Computer aus bearbeiten, und das Format ist von Hand lesbar, womit ein Data Lock-in vermieden werden soll. Die Reichweite dieser Zusage hat Grenzen: Eine Desktop-Installation beschreibt das README nicht, die Nutzung läuft über die gehostete Instanz auf bangle.io, und Aussagen zu Synchronisation zwischen Geräten, Sicherung oder mobilem Zugriff fehlen in der Quelle vollständig.

WYSIWYG über die Schwester-Engine bangle.dev: Rich Text auf Markdown-Basis

Markdown-Editoren zeigen üblicherweise Quelltext mit Sonderzeichen an, was den Schreibfluss hemmt. Bangle.io trennt deshalb Darstellung und Speicher: Im Editor sieht man Rich-Text-Formatierung, gespeichert wird als Markdown. Die technische Basis ist das Schwesterprojekt bangle-dev/bangle-dev aus derselben Organisation, dem das README zuschreibt, einen Editor auf dem Niveau von Notion oder Dropbox Paper zu ermöglichen und Echtzeit-Zusammenarbeit zu unterstützen.

Zwei Fragen lässt die Quelle offen. Wie genau die WYSIWYG-Ebene und der Markdown-Quelltext im Detail abgeglichen werden, also welche Formatierungen verlustfrei in Markdown abgebildet werden und welche nicht, beschreibt das README ebenso wenig wie die verfügbaren Formatierungsbefehle. Und für die Echtzeit-Zusammenarbeit, die der bangle-dev-Engine generell zugeschrieben wird, sagt das README nicht, ob sie in der gehosteten Instanz von Bangle.io tatsächlich aktiv geschaltet ist.

Kein Electron und 10.000 Markdown-Dateien als Härtetest für Bangle.io

Das README nennt zwei Leistungsaussagen. Erstens verzichtet Bangle.io auf Electron, begründet mit Vorliebe für Web und Geschwindigkeit. Zweitens behauptet es Skalierung: Werfe tausende Notizen hinein, und Bangle laufe ordentlich weiter. Als Testkoffer verweist es auf das Repository Zettelkasten-Method/10000-markdown-files, das genau 10.000 Markdown-Dateien bereitstellt, um solche Apps realistisch zu belasten.

Auffällig ist die Diskrepanz zwischen Behauptung und Beleg: Benchmark-Zahlen, Ladezeiten oder Speicherverbrauch nennt das README keine, und auch, was ordentlich weiterlaufen konkret bedeutet, bleibt offen. Die Verknüpfung mit dem Test-Repository ist trotzdem nützlich, weil sie einen reproduzierbaren Versuchsaufbau vorgibt: Wer die App bewertet, kann genau diese 10.000 Dateien auf den eigenen Rechner legen und das Öffnungs- und Suchverhalten selbst beobachten, statt Marketingzahlen zu vertrauen, die hier ohnehin nicht existieren.

Entwicklungsstart mit pnpm install und pnpm start auf localhost:5173

Wer mitentwickeln will, findet im README zwei Kommandos: pnpm install für die Abhängigkeiten und pnpm start für eine Entwicklungsinstanz auf localhost:5173. Details stehen in Contributing.md im Repository. Für contribuierende Entwickler mit mehreren parallelen Auscheck-Ordnern gibt es darüber hinaus ein eigenes Skript: eval "$(node scripts/dev-ports.js --env)" vergibt deterministische Ports für die dev-, preview-, Storybook- und Playwright-Server des jeweiligen Worktrees.

Das Detail verrät etwas über den Entwicklungsstil: Mit Storybook und Playwright im Port-Plan sind Komponentenentwicklung und End-to-End-Tests Teil des normalen Workflows, nicht nachgelagert. Das README verlinkt außerdem eine Datei namens RANT.md, deren Inhalt die Quelle nicht beschreibt. Ein klassischer Release-Zyklus mit Binaries existiert dagegen nicht: Eine Releases-Liste fehlt im Repository vollständig, die App wird über die Website ausgeliefert.

AGPL-3.0 und ausbleibende Releases: der Stand des bangle-io-Repositorys

Die Lizenz ist die AGPL-3.0, also die stärkste Variante der GNU-GPL mit Netzwerkklausel: Wer die Software als gehosteten Dienst anbietet, muss die eigenen Änderungen am Quellcode zugänglich machen. Für private Nutzung und Mitwirkung ändert das nichts, für eine eigene gehostete Variante der App ist die Pflicht aber direkt einschlägig und sollte vor jedem Aufbau einer eigenen Instanz geprüft werden.

Die Aktivitätsmetadaten der Materialaufnahme zeigen ein ruhendes, aber nicht eingestelltes Projekt: 1.230 Sterne, 84 Forks, 15 offene Issues, und der Punkt zum letzten Push des main-Zweigs war leer. Die Beschreibung des Repositorys erwähnt zudem v2, ohne dass das README dazu Details ausbreitet. Die Erweiterungsgeschichte hängt ebenfalls in der Luft: Laut README wurde die App von Grund auf für Erweiterungen gebaut, und Community-Erweiterungen wurden angekündigt, ein Erweiterungsformat, eine API-Referenz oder Beispiele fehlen in der Quelle jedoch vollständig.

Grenzen ohne Synchronisation und die Alternative Notion mit Cloud-Datenbank

Der deutlichste Funktionsverzicht betrifft den Komfortbereich moderner Notiz-Apps: Synchronisation zwischen Geräten, mobile Zugriff und ein offizielles Erweiterungssystem sind laut Material nicht beschrieben. Wer Notizen auf mehreren Rechnern braucht, müsste die Markdown-Ordner selbst durch einen Dateiabgleich bringen, weil die App dafür nichts dokumentiert. Genau hier schlägt das Konzept lokal nur im Umkehrschluss zu: Der Verzicht auf eine Cloud ist der Sicherheitsgewinn und gleichzeitig die fehlende Bequemlichkeit.

Als konkrete Alternative bietet sich Notion an, das das README selbst als Bezugspunkt nennt. Es liefert Echtzeit-Synchronisation, Apps für jedes Endgerät und Zusammenarbeit, kostet aber das Eigentum an den Rohdaten, weil die Inhalte in der Cloud-Datenbank des Anbieters liegen. Bangle.io kehrt genau diesen Kompromiss um: volle Kontrolle über Markdown-Dateien auf dem eigenen Rechner, dafür ohne Cloud-Komfort. Wer die Rohdatenhaltung über alles stellt, ist hier richtig; wer Team-Kollaboration braucht, wird bei Notion-artigen Diensten bleiben.

Redaktionelles Fazit

Bangle.io passt zu Nutzern, die die Editor-Atmosphäre von Notion wollen, ihre Notizen aber als gewöhnliche Markdown-Dateien im eigenen Dateisystem behalten. Ungeeignet ist es, wer geräteübergreifende Synchronisation, mobile Clients oder eine dokumentierte Erweiterungs-API braucht, denn all das fehlt laut Material. Wer es bewertet, startet eine Entwicklungsinstanz mit pnpm start auf localhost:5173 und wirft den Testkoffer mit 10.000 Markdown-Dateien gegen die App.

Offizielle Quellen

  1. Official documentation
  2. Official README
  3. Project repository
Community-Notizen

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