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Kelivo: ein Flutter-Client für LLM-Chats, der Provider-Wechsel ernst nimmt

A Flutter LLM Chat Client. Support Mobile & Desktop.

3.945 Sterne433 ForksDartAGPL-3.0

Auf einen Blick

Was ist das?
Kelivo bündelt Chat, MCP-Werkzeuge, Websuche und TTS in einer Flutter-App für Android, iOS, HarmonyOS, Windows, macOS und Linux. Die README beschreibt viel Funktionsumfang, aber wenig über Datenhaltung und Fehlerverhalten. Wer den Client produktiv einsetzen will, muss vor allem die AGPL-3.0-Frage und die Plattformreife klären.
Für wen ist es gedacht?
Sinnvoll ist Kelivo für Nutzer, die einen eigenen Client mit mehreren Providern, MCP-Werkzeugen und Websuche auf Mobilgeräten und Desktop wollen und die AGPL-3.0-Lizenz akzeptieren. Wer den Client in ein eigenes Produkt einbetten oder kommerziell vertreiben will, sollte vorher die Lizenzbedingungen prüfen lassen.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja, unter strengen Bedingungen. AGPL-3.0 ist eine Lizenz mit Netzwerk-Copyleft: Wenn andere eine veränderte Version über ein Netzwerk nutzen, etwa als gehosteten Dienst, müssen Sie ihnen den Quellcode unter derselben Lizenz anbieten.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 1 Tag.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich Dart, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

Welches Problem Kelivo adressiert und für wen es gedacht ist

Die meisten LLM-Oberflächen sind an einen Anbieter gebunden. Wer Claude, Gemini und ein lokales Modell nebeneinander nutzen will, wechselt zwischen Browser-Tabs oder betreibt mehrere Clients. Kelivo setzt genau dort an: Die README listet Multi-provider Support für OpenAI, Google Gemini, Anthropic und weitere Anbieter als Kernfunktion. Dazu kommen eigene Assistenten, die sich anlegen und verwalten lassen, sowie multimodale Eingaben (Bilder, Textdokumente, PDFs, Word-Dateien).

Die Zielgruppe ist damit klar umrissen: technisch versierte Einzelnutzer, die auf mehreren Geräten arbeiten. Die Plattformliste umfasst Android, iOS, Harmony, Windows, macOS und Linux. Besonders die Kombination aus Mobile und Desktop ist ungewöhnlich für einen Flutter-Chat-Client. Wer nur einen Anbieter nutzt und mit dessen offizieller App zufrieden ist, gewinnt durch Kelivo wenig.

Wie die App aufgebaut ist: Provider, Assistenten, Werkzeuge

Aus der README lässt sich eine Schichtenstruktur ableiten. Unten liegen die Provider-Verbindungen (OpenAI, Gemini, Anthropic und weitere). Darüber sitzen Assistenten als konfigurierbare Einheiten, die Modell, Prompt und vermutlich Werkzeuge bündeln. Prompt-Variablen wie Modellname oder Zeit werden zur Laufzeit ersetzt, was bedeutet, dass der Prompt erst beim Senden zusammengesetzt wird und nicht statisch gespeichert ist.

Die Werkzeugebene besteht aus zwei Teilen. Erstens MCP (Model Context Protocol) für externe Tool-Server, zweitens ein eingebautes MCP-Fetch-Tool. Dazu kommt Websuche über eine lange Liste von Anbietern: Bing, DuckDuckGo, Exa, Tavily, Zhipu, LinkUp, Brave, Metaso, SearXNG, Ollama, Jina, Perplexity, Bocha, Serper und Grok. Das ist bemerkenswert breit, wirft aber die Frage auf, wie die Suchergebnisse in den Kontext eingefügt werden. Die README beantwortet das nicht.

Für Sprache sind System-TTS sowie OpenAI-, Google-Gemini- und ElevenLabs-Server vorgesehen. Custom Requests erlauben eigene HTTP-Header und -Bodies, was den Client auch für selbst gehostete Endpunkte oder Proxys interessant macht. Wie die App Daten speichert, ob lokal oder synchronisiert, geht aus dem Material nicht hervor.

Inbetriebnahme: Downloads, Builds und Konfiguration

Der einfachste Weg führt über die Release-Seite. Die README verlinkt https://github.com/Chevey339/kelivo/releases/latest und die App-Store-Seite (id6752122930). Für Beta-Versionen gibt es einen TestFlight-Link. Die HarmonyOS-Variante liegt in einem separaten Repository unter https://github.com/Chevey339/kelivo-ohos, was bedeutet, dass sie nicht im Haupt-Repository gebaut wird.

Wer selbst kompilieren will, braucht ein Flutter-SDK, da das Projekt in Dart geschrieben ist. Die README nennt keine Build-Kommandos. Der übliche Weg wäre flutter build apk, flutter build ios oder flutter build windows, aber das sind Standardbefehle und keine projektspezifischen Angaben. Konkrete Konfigurationsschlüssel für Provider tauchen in der README nicht auf. Bekannt ist nur, dass Provider-Konfigurationen per QR-Code exportiert und importiert werden können, und dass Chatverläufe ein Backup und Restore unterstützen. Wie diese Dateien aussehen, wird nicht beschrieben.

Für Android existiert eine optionale Einstellung namens Android Background Generation, die die Generierung im Hintergrund am Laufen hält. Der Name legt nahe, dass es sich um einen Schalter in den Einstellungen handelt, nicht um einen Konfigurationsschlüssel in einer Datei. Mehr Details fehlen.

Grenzen und Fälle, in denen Kelivo das falsche Werkzeug ist

Die README ist eine Funktionsliste, keine technische Dokumentation. Sie sagt nicht, wie MCP-Server registriert werden, welche Transportarten unterstützt werden (stdio, SSE, HTTP), oder wie Fehler bei einem ausfallenden Provider behandelt werden. Wer Kelivo in einer Umgebung mit strikten Compliance-Anforderungen einsetzen will, findet hier keine Antwort auf die Frage, wohin Chatverläufe geschrieben werden und ob sie verschlüsselt sind.

Ein zweiter Punkt ist die Plattformreife. Die Liste zeigt sechs Plattformen, aber die README unterscheidet nicht zwischen vollständig getestet und experimentell. Die HarmonyOS-Version liegt in einem eigenen Repository, was auf einen separaten Wartungspfad hindeutet. Ob Feature-Parität besteht, geht nicht hervor.

Drittens die Websuche. Fünfzehn Anbieter zu unterstützen klingt nach Wahlfreiheit, bedeutet aber auch fünfzehn verschiedene Antwortformate, die normalisiert werden müssen. Bei Anbietern mit API-Änderungen entsteht Wartungsaufwand. Wer eine stabile, vorhersehbare Suche braucht, ist mit einem einzigen, gut integrierten Backend möglicherweise besser bedient.

Schließlich die Lizenz. AGPL-3.0 ist eine starke Copyleft-Lizenz. Wer Kelivo als Netzwerkdienst betreibt und Nutzern zugänglich macht, muss den Quellcode nach den Bedingungen der Lizenz verfügbar machen. Für den privaten Gebrauch ist das unproblematisch, für kommerzielle Einbettung nicht. Das ist keine Rechtsberatung, sondern nur der Hinweis, dass die Lizenz vor einer Produktentscheidung geprüft werden sollte.

Alternative: RikkaHub und der Unterschied im Ansatz

Die README nennt RikkaHub (https://github.com/re-ovo/rikkahub) als Inspirationsquelle für das UI-Design. Beide sind Flutter-Clients für LLM-Chats, aber die README beschreibt Kelivo als funktional breiter: MCP-Unterstützung, Websuche über viele Anbieter, TTS-Integration und Android-Hintergrundgenerierung sind explizit aufgeführt. RikkaHub wird in der README nur als Designvorbild erwähnt, nicht als Funktionsvergleich.

Wer eine schlankere Oberfläche ohne MCP und ohne Websuche sucht, könnte mit RikkaHub zufrieden sein. Wer Werkzeugaufrufe, Websuche und Sprachausgabe in einer App braucht, findet bei Kelivo mehr. Der genaue Unterschied lässt sich aus dem vorliegenden Material nicht bestimmen, weil die README von RikkaHub hier nicht enthalten ist.

Wartung, Release-Takt und Upgrade-Kosten

Die letzten drei Releases liegen dicht beieinander: v1.2.4 am 25. August 2026, v1.2.5 am 31. August 2026, v1.2.6 am 6. September 2026. Das deutet auf einen schnellen, regelmäßigen Release-Zyklus hin. Für Nutzer bedeutet das häufigere Updates, aber auch häufigere Gelegenheiten für Regressionen. Die README enthält kein Changelog und keine Angaben zu Breaking Changes zwischen Versionen.

Ein Upgrade-Pfad ist nicht dokumentiert. Wer die App über den App Store oder TestFlight bezieht, bekommt Updates automatisch. Wer selbst baut, muss den Quellcode neu kompilieren und dabei die Flutter- und Dart-Versionen im Auge behalten. Die README nennt keine Mindestversionen.

Die Lizenz AGPL-3.0 verlangt, dass abgeleitete Werke unter derselben Lizenz stehen. Wer den Code forkt und öffentlich betreibt, muss die Änderungen offenlegen. Für interne Nutzung ohne Weitergabe an Dritte entsteht daraus keine Pflicht. Das ist eine allgemeine Einordnung, keine Rechtsberatung.

Was vor dem Einsatz zu klären ist

Drei Dinge lassen sich aus dem vorliegenden Material nicht beantworten und sollten vor einem produktiven Einsatz geprüft werden. Erstens: Wo werden Chatverläufe gespeichert, und sind sie verschlüsselt? Die README erwähnt Backup und Restore, aber kein Format und keine Verschlüsselung. Zweitens: Wie werden MCP-Server konfiguriert? Die README nennt MCP-Unterstützung und ein eingebautes Fetch-Tool, aber keine Konfigurationsdetails. Drittens: Wie verhält sich die App, wenn ein Provider nicht erreichbar ist? Dazu gibt es keine Angabe.

Für einen Test lohnt sich ein realer Chatverlauf mit mehreren Providern, ein Backup, ein Restore auf einem zweiten Gerät und ein Blick in das Dateisystem des jeweiligen Betriebssystems. Wer das Ergebnis dieser Prüfung kennt, kann entscheiden, ob Kelivo zu den eigenen Anforderungen passt.

Redaktionelles Fazit

Sinnvoll ist Kelivo für Nutzer, die einen eigenen Client mit mehreren Providern, MCP-Werkzeugen und Websuche auf Mobilgeräten und Desktop wollen und die AGPL-3.0-Lizenz akzeptieren. Wer den Client in ein eigenes Produkt einbetten oder kommerziell vertreiben will, sollte vorher die Lizenzbedingungen prüfen lassen. Vor dem Umstieg empfiehlt sich ein Test der Backup- und Restore-Funktion mit einem realen Chatverlauf, weil die README dazu keine Angaben zu Format oder Verschlüsselung macht.

Offizielle Quellen

  1. Chevey339/kelivo on GitHub
  2. License: AGPL-3.0
  3. Project website
  4. README
  5. Releases
Community-Notizen

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