Selbst gehosteter Dienst
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Mindwtr: eine GTD-App mit lokalem Datenspeicher und optionaler Synchronisation

Verbannen Sie jede Aufgabe und Idee aus Ihrem Kopf und überlegen Sie sich dann, was als Nächstes zu tun ist. GTD-App (Getting Things Done) für Desktop und Mobilgeräte.

2.037 Sterne125 ForksTypeScriptAGPL-3.0

Auf einen Blick

Was ist das?
Eine freie Aufgabenverwaltung nach der Getting-Things-Done-Methode für Desktop und Mobilgeräte. Der Bericht beleuchtet Arbeitsablauf, Ansichten, Synchronisationsansprüche, Automatisierungsschnittstellen und Lizenz.
Für wen ist es gedacht?
Mindwtr passt für Nutzer, die eine GTD-App mit vollständiger Schleife aus Erfassen, Sortieren, Erledigen und Wochenrückblick suchen, ohne Konto und Abo, und die ihre Daten selbst auf dem Gerät oder auf einem eigenen Server halten wollen. Wer Team-Zusammenarbeit mit Rollenrechten oder einen herstellerspezifischen Cloud-Dienst erwartet, sucht vergeblich, denn die Synchronisation ist bewusst selbst zu wählen.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja, unter strengen Bedingungen. AGPL-3.0 ist eine Lizenz mit Netzwerk-Copyleft: Wenn andere eine veränderte Version über ein Netzwerk nutzen, etwa als gehosteten Dienst, müssen Sie ihnen den Quellcode unter derselben Lizenz anbieten.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Das Repository hat innerhalb des letzten Tages neue Commits erhalten.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich TypeScript, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

Mindwtr als Umsetzung der GTD-Methode

Mindwtr ist eine freie, quelloffene Aufgabenverwaltung, die auf der Getting-Things-Done-Methode aufbaut. Der Name steht laut README für mind like water, jene Ruhe, die entsteht, wenn nichts Unabgeschlossenes im Kopf kreist. Die Kernschleife folgt David Allen in fünf Schritten: Capture, Clarify, Organize, Engage und Reflect. Wer GTD nicht kennt, wird laut README Schritt für Schritt geführt, und der verlinkte Kurzüberblick GTD in 15 Minuten dient als Einführung.

Der Ablauf gliedert sich in vier Phasen. Zuerst landet jede Aufgabe oder Idee über eine Tastenkombination, ein Widget oder die Share-Sheet-Funktion im Posteingang. Dann folgt eine geführte Sortierung: Was zwei Minuten dauert, wird sofort erledigt, Datiertes wird eingeplant, an andere Delegiertes wird verfolgt, Unentschiedenes wandert nach Someday/Maybe. Die Ansicht Focus zeigt anschließend nur, was jetzt handelbar ist. Ein geführter Wochenrückblick soll die Liste vertrauenswürdig halten.

Das Projekt ist in TypeScript geschrieben, steht unter AGPL-3.0 und weist nach Metadaten vom August 2026 rund 1.763 Sterne, 102 Forks und 82 offene Issues auf. Die aktuelle Version v1.2.5-rc.2 erschien am 28. August 2026, gut zwei Wochen nach dem stabilen Stand v1.2.1 vom 16. August.

Von Inbox bis Board: die Ansichten im Einzelnen

Die App unterscheidet elf Ansichten. Die Inbox ist die Erfassungszone mit einem Verarbeitungswizard. Focus kombiniert die agenda-basierte Tagesplanung mit den nächsten Aktionen auf einem Bildschirm. Projects bündelt mehrstufige Vorhaben mit Abschnitten, Bereichen und manueller Aufgabenreihenfolge. Contexts verschlagworten Aufgaben nach Ort oder Modus, und verschachtelte Kontexte wie @work/meetings matchen auch die übergeordnete Suche nach @work.

Waiting For sammelt delegierte Punkte, Someday/Maybe parkt verschobene Ideen, Calendar dient der zeitbasierten Planung mit einstellbarer Wochendichte auf dem Mobilgerät. Board bietet ein Kanban-Layout mit Drag-and-Drop, Review führt tägliche und wöchentliche Rückblicke, und Archived hält abgeschlossene Geschichte verborgen, aber durchsuchbar.

Für den Alltag zählen zusätzlich die Kleinigkeiten: globaler Suchdialog mit Operatoren wie status:, context:, assigned:, location:, where:, id:, -id: und due:<=7d, Mehrfachauswahl mit Sammelaktionen, Anhänge für Dateien und Links, Markdown-Notizen mit Vorschau, Projektzustände von Active bis Archived, flexible Wiederholungen, deren nächstes Datum erst nach Abschluss berechnet wird, sowie wiederverwendbare Listen und ein Checklist-Modus.

Lokal zuerst: Datenhaltung und WebDAV-Regeln

Die Daten liegen standardmäßig auf dem Gerät, Synchronisation ist optional und der Anbieter wird vom Nutzer gewählt: iCloud auf Apple-Geräten, Dropbox, ein gemeinsamer Ordner, ein eigener Server oder WebDAV. Diese Offenheit hat eine harte Kante: WebDAV-Server müssen starke ETags zurückgeben und bedingte Schreibvorgänge erzwingen. Während der Verbindungseinrichtung prüft Mindwtr laut README Create-only-Schreibvorgänge, exakte Ersetzungen, die Zurückweisung veralteter Schreibungen und bedingtes Aufräumen.

Anbieter, die nicht verhindern können, dass ein Gerät die Generation eines anderen Geräts überschreibt, werden abgelehnt. Das ist eine ungewöhnlich präzise Formulierung von Synchronisationsanforderungen, die Konflikte und Datenverluste vermeiden soll, bevor sie entstehen. Wer einen minimalistischen WebDAV-Server betreibt, sollte also vorab prüfen, ob er If-Match-Bedingungen korrekt auswertet.

Für die App-Verbreitung listet das README Kanäle für Windows, macOS, Linux, iPhone und Android auf, darunter den Microsoft Store, Google Play, den Apple App Store, Flathub, IzzyOnDroid, F-Droid und Snapcraft. Eine Web-Anwendung arbeitet offline, was den lokalen Charakter auch im Browser fortsetzt.

Import aus Obsidian und die optionale KI-Hilfe

Zwei Integrationspunkte richten sich an Nutzer mit vorhandenen Werkzeugen. Auf dem Desktop lassen sich Aufgaben aus Obsidian-Notizen importieren, wobei Rücklinks zur jeweiligen Quelldatei erhalten bleiben. Damit bleibt der eigene Notizbestand die führende Quelle, die Aufgabenverwaltung übernimmt die Verfolgung.

Die KI-Hilfe ist standardmäßig ausgeschaltet. Wer sie nutzt, verbindet ein eigenes Konto bei OpenAI, Gemini oder Claude oder betreibt ein privates, OpenAI-kompatibles Modell auf dem eigenen Rechner. Die Aufgaben von KI-Unterstützung umfassen Klärung des Posteingangs, Zerlegung in Teilaufgaben und Begleitung des Rückblicks. Weil die Verbindung zum Konto des Nutzers läuft, verschiebt sich der Datenschutz vollständig in dessen Verantwortung.

Für Entwickler gibt es drei Schnittstellen: eine lokale REST-API, ein Kommandozeilenwerkzeug und den mindwtr-mcp-Server, der über npm verteilt wird und KI-Assistenten die Verwaltung der Aufgaben erlaubt. Desktop-Builds starten die REST-API laut README über die Einstellungen im erweiterten Bereich auf 127.0.0.1 mit Standardport 3456 und einem erzeugten Bearer-Token, sodass Automatisierungen auf den eigenen Rechner begrenzt bleiben.

Designhaltungen: wenige Stellschrauben statt Cockpit

Das README fasst die Produktphilosophie in einen Satz: Zeig mir kein Cockpit, wenn ich nur Fahrrad fahren will. Fortgeschrittene Optionen bleiben verborgen, bis sie gebraucht werden, Felder und Regler bleiben wenige, und Feature-Wucher wird abgelehnt. Diese Haltung erklärt, warum die Oberfläche aus wenigen Ansichten besteht, statt jede Funktion in ein Menü zu stopfen.

Die Problembeschreibung am Anfang des README zielt auf konkrete Alltagssituationen: Listen mit 80 Einträgen, die man meidet, weil sie überwältigen, Projekte wie eine Geburtstagsplanung, die seit Wochen liegen, oder Absprachen mit Kollegen, die beide vergessen. Jede dieser Situationen wird einer Funktion zugeordnet, von Focus über Projekte mit kleinen Schritten bis zu Waiting For.

Wer eine Bewertung sucht, findet hier ein ehrliches Selbstbild: Die App will keine Teamplattform mit Rechteverwaltung sein, sondern ein persönliches Werkzeug. Die AGPL-3.0-Lizenz erlaubt freie Nutzung, Weitergabe und Modifikation, verlangt aber bei Bereitstellung veränderter Versionen über ein Netzwerk die Offenlegung des Quellcodes, was Betreiber eigener Web-Instanzen einplanen müssen.

Releasetakt, Community-Kanäle und offene Fragen

Der Release-Verlauf zeigt aktive Pflege: Auf v1.2.1 vom 16. August 2026 folgten innerhalb weniger Tage v1.2.5-rc.1 und v1.2.5-rc.2, jeweils Ende August. Die Dokumentation liegt getrennt unter docs.mindwtr.app mit Abschnitten für den Einstieg, Daten und Synchronisation, Cloud-Bereitstellung sowie dem MCP-Server für Power-User. Community-Austausch läuft über einen Discord-Kanal, Unterstützung über GitHub Sponsors und Ko-fi.

Die 82 offenen Issues stehen bei einem Projekt dieser Größe in einem normalen Verhältnis, aber die Dokumentation gibt für einige Punkte keine Antwort. Mindestanforderungen an Betriebssysteme und Hardware sind im README nicht angegeben, ebenso wenig Kennzahlen zur Leistung bei sehr großen Aufgabenbeständen.

Wer die App prüft, kommt mit drei Beobachtungen weit: Der Verbindungstest gegen den eigenen WebDAV-Server entscheidet über die Synchronisationsfrage, der Import aus einer Obsidian-Testbibliothek zeigt, wie Rücklinks im Alltag überleben, und ein Blick in die Einstellungen auf 127.0.0.1:3456 bestätigt, ob die REST-API mit Bearer-Token für eigene Skripte erreichbar ist.

Redaktionelles Fazit

Mindwtr passt für Nutzer, die eine GTD-App mit vollständiger Schleife aus Erfassen, Sortieren, Erledigen und Wochenrückblick suchen, ohne Konto und Abo, und die ihre Daten selbst auf dem Gerät oder auf einem eigenen Server halten wollen. Wer Team-Zusammenarbeit mit Rollenrechten oder einen herstellerspezifischen Cloud-Dienst erwartet, sucht vergeblich, denn die Synchronisation ist bewusst selbst zu wählen. Vor dem Einsatz auf dem eigenen WebDAV-Server lohnt der Verbindungstest der App, denn Mindwtr verweigert Anbieter, die keine starken ETags und bedingten Schreibvorgänge liefern.

Offizielle Quellen

  1. Official documentation
  2. Official README
  3. Project repository
  4. Release notes
Community-Notizen

Community-Notizen