goHackTools: 63 Go-Beispiele für Sicherheitstechniken aus Klassikern der Fachliteratur
Projektüberblick: Hacker-Tools auf Go (Golang). Hacker-Tools für Go (Golang)
Auf einen Blick
- Was ist das?
- Ein Blick auf dreddsa5dies/goHackTools, eine russischsprachige Sammlung von Go-Programmen zu Scans, Kryptographie, Forensik und Netzwerktechnik, samt Lizenzlage und Nutzungsanmerkung des Autors.
- Für wen ist es gedacht?
- goHackTools ist eine Lernsammlung: 63 kleine Go-Programme, die Techniken aus security-Fachbüchern nachbauen, dokumentiert auf Russisch und unter der MIT-Lizenz veröffentlicht. Sie passt für Entwickler, die Go an sicherheitsnahen Aufgaben üben wollen, nicht für den Betrieb in Produktionsumgebungen.
- Darf ich es kommerziell nutzen?
- Ja. MIT ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
- Wird es noch gepflegt?
- Ja. Die letzten Commits kamen vor 55 Tagen.
- In welcher Sprache ist es geschrieben?
- Hauptsächlich Go, laut der Sprachstatistik von GitHub.
Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.
TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE
goHackTools als Lernsammlung: Herkunft und Aufbau des Repositorys
dreddsa5dies/goHackTools beschreibt sich als Hacker-Tools auf Go und versammelt 63 Einzelprojekte, die jeweils in einem eigenen Unterverzeichnis unter projects/ liegen. Die README ist vollständig auf Russisch gehalten, inklusive der Projektbeschreibungen, und weist darauf hin, dass auch die Codekommentare auf Russisch sind. Eine englische Fassung oder API-Dokumentation gibt es nicht.
Die Herkunft der Beispiele ist transparent dokumentiert: Der Autor nennt die Fachbücher Violent Python von TJ O'Connor, Black Hat Python von Justin Seitz, Security with Go von John Daniel Leon, das Python Web Penetration Testing Cookbook sowie Black Hat Go von Tom Steele, Chris Patten und Dan Kottmann, dazu die Seite asecuritysite.com. Die Sammlung ist also eine Go-Nachbildung bekannter Lernmaterialien.
Nach den Metadaten zählt das Repository 2187 Sterne und 373 Forks bei null offenen Issues; der Standardbranch ist master, die Sprache Go. Eine kompakte Projektseite existiert unter dreddsa5dies.github.io/goHackTools. Releases gibt es keine; die Beispiele werden direkt im Branch gepflegt.
Die Projektliste: Scans, Aufklärung und Datei-Analyse in projects/
Die Liste der 63 Projekte gruppiert sich thematisch. Im Bereich Scans und Aufklärung liegen ein einfacher TCP-Scanner, ein Port-Scan über Nmap, konkurrentes Scannen, Netzwerkgeräte-Suche, IP- und Host-Lookup, MX- und DNS-Abfragen, ein Web-Checker sowie das Shodan-API-Beispiel. Bei Web-Aufklärung sammeln Programme HTTP-Header, finden Kommentare in Webseiten und suchen versteckte Dateien auf Webservern, dazu gibt es User-Agent-Tests.
Die Forensik-Gruppe liest Metadaten aus PDFs, bestimmt Dateitypen bei Bildern und allgemein, extrahiert Geotags aus Fotos, untersucht die Sqlite-Datenbank des Mozilla-Browsers, liest Cookies und Dateiattribute und prüft Dateirechte und -besitz. Ein eigener Block widmet sich Maltego: Links und E-Mail-Daten werden für die Visualisierung extrahiert.
Zu den remaining Werkzeugen gehören Subdomain-Suche, Paketanalyse, ein Pseudozufallsgenerator und das Erzeugen von Objektkarten als PNG. Auffällig ist die Kürze jedes Beispiels: Die SCC-Statistik zählt 65 Go-Dateien mit 4758 Zeilen, davon 3611 Codezeilen, 269 Kommentarzeilen und 888 Komplexitätseinheiten, also im Schnitt wenige Dutzend Zeilen pro Programm.
Kryptographie und Steganographie: Von RSA bis zum Buchschiffre
Einen zusammenhängenden Block bilden die Kryptographie-Beispiele: RSA, Cäsar-Chiffre, ROT-13, Vigenère und ein Buchschiffre, dazu ein allgemeiner Verschlüsseler und ein Base-64-Encoder. Diese Programme implementieren historische und mathematische Verfahren in kompakter Form und eignen sich zum Verständnis der Prinzipien, nicht als Ersatz für geprüfte Kryptobibliotheken.
Zur Steganographie gibt es zwei Programme: eines zum Verstecken von Daten in Bildarchiven und eines zum Aufspüren und Extrahieren eingebetteter Daten in Bildern. Die Kombination aus beiden Richtungen macht die Angriffs- und Verteidigungsperspektive nachvollziehbar.
Der didaktische Wert dieser Gruppe liegt in der Nachvollziehbarkeit: Weil jedes Beispiel einem bekannten Buchkapitel folgt, lässt sich der Code direkt mit der Beschreibung in der Quelle vergleichen. Wer Deutsch- oder Englischsprachiger ist, braucht dafür die Buchvorlagen zur Hand, da Kommentare und Projektbeschreibungen nur auf Russisch vorliegen.
Netzwerk-Tools im Bestand: Proxy, Tunnel, Netcat und Angriffssimulationen
Die Liste enthält auch Werkzeuge, die über passive Analyse hinausgehen: ein TCP-Proxy, SSH-Tunneling, eine entfernte Shell, ein Netcat-Nachbau und ein SSH-Testprogramm. Diese Beispiele demonstrieren, wie sich Netzwerkdiagnose und Fernwartung in Go implementieren lassen.
Dazu kommen zwei Simulationsbeispiele, ein SYN-Flood-Programm und ein ICMP-Payload-Beispiel, die Netzwerkbelastung bzw. ungewöhnliche Paketinhalte im kleinen Maßstab nachbilden. Solche Techniken stammen aus den genannten Fachbüchern und sind in dem Umfang als Übungsmaterial für Testumgebungen gedacht, nicht als einsatzbereite Angriffswerkzeuge; für einen echten Betrieb fehlen Konfiguration, Guardrails und Dokumentation vollständig.
Wer mit dieser Gruppe arbeitet, sollte sie konsequent in einem isolierten Netz betreiben, das man kontrolliert, etwa einem eigenen Testnetz mit Container- oder VM-Zielen. Die README gibt dafür keinerlei Betriebsanleitung; die Verantwortung für den Einsatzkontext liegt vollständig bei der ausführenden Person.
Installation mit Go Modules und libpcap-dev
Die Installationsanweisung ist knapp gehalten. Das Projekt nutzt Go Modules, wie die README vermerkt, und nennt als einzige Systemabhängigkeit:
sudo apt-get install libpcap-dev
Die Paketbibliothek libpcap wird für die Paket-Erfassung benötigt, also für die Beispiele wie den Paketparser oder das Grabbing von Netzwerkgeräten. Alles weitere übernimmt der Go-Modulmechanismus beim ersten Build des jeweiligen Unterverzeichnisses.
Eine projektübergreifende Build-Anleitung, Tests oder eine CI-Konfiguration werden nicht beschrieben; im Materialsatz stehen auch keine Releases. Praktisch heißt das: Jedes Beispiel wird einzeln gebaut und ausgeführt, und wer wissen will, ob ein Programm auf dem eigenen System läuft, muss es im jeweiligen projects/-Ordner selbst ausprobieren. Der Go Report Card-Link in der README deutet darauf hin, dass der Code wenigstens automatisch auf Lint-Ebene bewertet wurde.
Lizenz, Mitwirkung und die Referenz-Erklärung des Autors
goHackTools steht unter der MIT-Lizenz mit Viktor Solovev als Urheberrechtsinhaber. Der Lizenztext erlaubt Nutzung, Kopieren, Ändern, Veröffentlichen, Verteilen, Unterlizenzieren und Verkaufen und schließt die Gewährleistung aus; die Software wird wie vorgefunden bereitgestellt. Für Beiträge verweist die README auf CONTRIBUTING.md, ISSUE_TEMPLATE.md und CODE_OF_CONDUCT.md und erklärt, dass jede Art von Beitrag willkommen ist.
Bemerkenswert ist ein eigener Abschnitt mit dem Titel Predict: Der Autor erklärt dort ausdrücklich, dass trotz der Lizenz alle Beispiele hier nur als Referenz dienen und nicht für kriminelle oder böswillige Zwecke gedacht sind. Diese Erklärung ist keine rechtliche Einschränkung, der MIT-Text enthält keine Nutzungsbeschränkung, aber sie dokumentiert die Absicht des Projekts als Lernmaterial.
Für die Bewertung bedeutet das: Die Sammlung ist eine Codebibliothek zu bekannten security-Fachbüchern, kein Werkzeugkasten für operative Arbeit. Wer Techniken aus Black Hat Go oder Security with Go in Go nachvollziehen will, findet hier gebündelte, kompakte Beispiele mit russischen Kommentaren; wer produktionsreife Tools sucht, muss woanders ansetzen. Vor dem Ausführen eines der 63 Programme sollte man den Zweck im jeweiligen Quelltext prüfen und nur in eigenen Testumgebungen arbeiten.
Redaktionelles Fazit
goHackTools ist eine Lernsammlung: 63 kleine Go-Programme, die Techniken aus security-Fachbüchern nachbauen, dokumentiert auf Russisch und unter der MIT-Lizenz veröffentlicht. Sie passt für Entwickler, die Go an sicherheitsnahen Aufgaben üben wollen, nicht für den Betrieb in Produktionsumgebungen. Prüfe zuerst die Projektliste im details-Abschnitt der README und lese die Hinweise des Autors zur Referenznutzung, bevor du irgendein Beispiel ausführst.
Community-Notizen