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Enchanted: ein Ollama-Client für iOS, macOS und visionOS

Enchanted is iOS and macOS app for chatting with private self hosted language models such as Llama2, Mistral or Vicuna using Ollama.

5.999 Sterne426 ForksSwiftApache-2.0
GitHub

Auf einen Blick

Was ist das?
Enchanted verbindet Apple-Geräte mit einem selbst gehosteten Ollama-Server. Der Client ist brauchbar, aber die README verweist bereits auf einen Nachfolger namens Jaz, und der Fernzugriff läuft über einen ngrok-Tunnel.
Für wen ist es gedacht?
Wer einen eigenen Ollama-Server betreibt und auf iPhone oder Mac einen schlichten Chat-Client ohne Cloud-Zwang sucht, kann Enchanted aus dem App Store installieren und in den Einstellungen den Server-Endpunkt eintragen. Wer eine aktiv weiterentwickelte Codebasis für eigene Anpassungen braucht, sollte zuerst prüfen, ob Jaz, der in der README genannte Nachfolger, den Funktionsumfang bereits abdeckt.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja. Apache-2.0 ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 70 Tagen.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich Swift, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

Welches Problem Enchanted löst und für wen es gedacht ist

Die App ist ein Frontend für Modelle, die nicht bei einem Cloud-Anbieter laufen. Laut README verbindet sie sich mit einem selbst betriebenen Ollama-Server und bietet eine Oberfläche, die der eines ChatGPT-Clients ähnelt. Angesprochen sind damit Nutzer, die Llama 2, Mistral, Vicuna oder Starling bereits lokal oder auf eigener Hardware betreiben und die Konversation nicht über einen fremden Dienst laufen lassen wollen. Der Anspruch der README lautet, eine private und multimodale Erfahrung innerhalb des Apple-Ökosystems zu liefern, also auf macOS, iOS, Watch und Vision Pro. Der praktische Nutzen liegt weniger in der Modellverwaltung, die weiterhin Ollama übernimmt, als in der Bedienung von unterwegs: Wer sein Modell auf einem Rechner zu Hause laufen lässt, kann vom iPhone aus darauf zugreifen. Das setzt allerdings voraus, dass der Server von außen erreichbar ist, und genau dort beginnt der Aufwand, den die App nicht abnimmt.

Wie der Datenfluss zwischen App und Ollama-Server verläuft

Enchanted hält selbst keine Gewichte und führt keine Inferenz aus. Die App spricht mit der HTTP-Schnittstelle von Ollama, die standardmäßig auf Port 11434 lauscht. In den Einstellungen wird ein Server-Endpunkt hinterlegt, und alle Anfragen gehen an diese Adresse. Die README nennt als Mindestanforderung Ollama v0.1.14 oder neuer. Der Verlauf bleibt laut README auf dem Gerät gespeichert, wird aber in die API-Aufrufe aufgenommen, damit das Modell Kontext über frühere Nachrichten hat. Das ist ein wichtiger Punkt für die Planung: Mit wachsender Konversation steigt die pro Anfrage übertragene Datenmenge, weil der Verlauf jeweils mitgeschickt wird. Die App unterstützt Bildanhänge, Sprachnachrichten und Vorlesen, außerdem Markdown-Darstellung für Tabellen, Listen und Codeblöcke. Eigene Prompt-Vorlagen und ein System-Prompt lassen sich definieren. Eine Besonderheit auf dem Mac ist ein Spotlight-Panel, das die README mit der Tastenkombination Ctrl+Cmd+K angibt.

Einrichtung: zwei Wege, ein Tunnel und die entscheidende Einstellung

Die README unterscheidet zwei Fälle. Im ersten Fall läuft der Ollama-Server bereits mit öffentlichem Zugang. Dann genügt es, die App aus dem App Store zu installieren und in den App-Einstellungen den Server-Endpunkt einzutragen. Der zweite Fall betrifft den typischen Heimrechner. Hier muss zuerst der Ollama-Server gestartet und ein Modell geladen werden. Danach wird der Server über ngrok nach außen geführt, mit dem in der README angegebenen Befehl:

ngrok http 11434 --host-header="localhost:11434"

Die Ausgabe liefert eine Weiterleitungs-URL, die laut README etwa so aussieht: https://b377-82-132-216-51.ngrok-free.app. Diese temporäre Adresse wird wiederum in den App-Einstellungen als Server-Endpunkt hinterlegt. Erst dann funktioniert der Zugriff vom Gerät aus. Bemerkenswert ist, dass die App selbst keine Authentifizierungsebene gegenüber Ollama beschreibt. Wer den Server öffentlich erreichbar macht, sollte sich im Klaren darüber sein, dass die Absicherung des Endpunkts nicht Teil dieser Anleitung ist. Die README behandelt sie nicht.

Die Grenzen: temporäre URLs, ein Nachfolger und ein schmaler Funktionsumfang

Der ngrok-Weg ist für Dauerbetrieb ungeeignet. Die README bezeichnet die URL selbst als temporär. Bei jedem Neustart des Tunnels ändert sie sich in der Regel, und der Endpunkt muss in der App neu eingetragen werden. Für einen kurzen Test ist das in Ordnung, für den täglichen Gebrauch ist es eine wiederkehrende manuelle Arbeit. Dazu kommt die Abhängigkeit von einem Drittanbieter-Dienst für die Erreichbarkeit. Ein weiterer Punkt steht ganz oben in der README: Jaz wird als die neue Iteration des Projekts bezeichnet. Wer Enchanted als langfristige Grundlage für eigene Anpassungen einplant, sollte diesen Hinweis ernst nehmen. Der Funktionsumfang der App ist bewusst schmal. Es gibt keine Modellverwaltung, keine Serveradministration und keine beschriebene Mandantenfähigkeit. Wer mehrere Nutzer mit getrennten Verläufen oder Zugriffsrechten versorgen muss, ist hier falsch. Ebenso wenig ist Enchanted ein Ersatz für eine Weboberfläche wie die von Ollama selbst, wenn der Zugriff ausschließlich im lokalen Netz stattfinden soll.

Alternative: Open WebUI und der Unterschied im Ansatz

Als Vergleich bietet sich Open WebUI an, eine browserbasierte Oberfläche für Ollama und kompatible Backends. Der Unterschied liegt nicht in der Funktion, sondern in der Verteilung. Enchanted ist eine native Swift-App für Apple-Plattformen, die über den App Store installiert wird und keine eigene Serverkomponente mitbringt. Open WebUI läuft als Webanwendung auf einem Server und wird über den Browser auf jedem Gerät erreicht, unabhängig vom Betriebssystem. Wer ausschließlich mit iPhone und Mac arbeitet und keine zusätzliche Webanwendung betreiben möchte, für den ist der native Client der kürzere Weg. Wer auch von Windows, Linux oder einem Android-Gerät auf dasselbe Modell zugreifen will, kommt mit einer browserbasierten Lösung weiter, weil er dann nicht an das Apple-Ökosystem gebunden ist. Ein weiterer Unterschied: Bei Open WebUI liegt die Authentifizierung und Nutzerverwaltung auf dem Server, bei Enchanted bleibt sie außerhalb des beschriebenen Umfangs.

Wartung, Versionen und Lizenz

Die Release-Historie in den bereitgestellten Daten zeigt v1.8.2 vom 15. Juni 2026, davor v1.7.0 und v1.6.7 aus dem Mai 2024. Zwischen den beiden letztgenannten Versionen liegen nur Stunden, danach eine Lücke von mehr als zwei Jahren bis v1.8.2. Wer die App produktiv einsetzt, sollte diese Versionsabstände bei der Planung von Updates berücksichtigen. Der letzte Push auf den main-Branch ist mit dem 7. Juli 2026 datiert. Ob die App automatisch aktualisiert wird, geht aus dem Material nicht hervor. Das Projekt steht unter der Apache-2.0-Lizenz. Diese erlaubt die Nutzung, Veränderung und Weitergabe, auch in kommerziellen Kontexten, und verlangt die Beibehaltung von Copyright- und Lizenzhinweisen. Für abgeleitete Werke ist ein Hinweis auf die vorgenommenen Änderungen üblich. Das ist keine Rechtsberatung, und wer die App in ein eigenes Produkt einbinden will, sollte die konkreten Pflichten mit der Lizenz selbst abgleichen. Eine separate kommerzielle Lizenz oder ein CLA wird im Material nicht erwähnt.

Wer Enchanted installieren sollte und wer nicht

Der Fall, für den die App gebaut ist, ist klar umrissen: ein Nutzer mit einem eigenen Ollama-Server, einem Apple-Gerät und dem Wunsch, den Verlauf lokal zu behalten. Für dieses Szenario ist der Einstieg kurz, weil die App aus dem App Store kommt und nur der Endpunkt eingetragen werden muss. Wer dagegen eine Basis für eigene Erweiterungen sucht, sollte zuerst den in der README genannten Nachfolger Jaz prüfen, bevor er Aufwand in Enchanted investiert. Wer mehrere Personen anbindet oder eine serverbasierte Zugriffskontrolle braucht, findet hier keine Antwort. Und wer keinen Weg findet, seinen Ollama-Server erreichbar zu machen, wird die App nicht zum Laufen bringen, weil die README für diesen Fall nur den ngrok-Tunnel beschreibt.

Redaktionelles Fazit

Wer einen eigenen Ollama-Server betreibt und auf iPhone oder Mac einen schlichten Chat-Client ohne Cloud-Zwang sucht, kann Enchanted aus dem App Store installieren und in den Einstellungen den Server-Endpunkt eintragen. Wer eine aktiv weiterentwickelte Codebasis für eigene Anpassungen braucht, sollte zuerst prüfen, ob Jaz, der in der README genannte Nachfolger, den Funktionsumfang bereits abdeckt. Vor dem produktiven Einsatz ist der ngrok-Tunnel zu verifizieren, denn ohne ihn erreicht die App einen lokal laufenden Ollama-Server nicht.

Offizielle Quellen

  1. gluonfield/enchanted on GitHub
  2. Issues
  3. License: Apache-2.0
  4. README
  5. Releases
Community-Notizen

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