Selbst gehosteter Dienst
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MicroClaw: zwei Produktflächen auf einer Rust-Agenten-Laufzeit

Dieses Projekt rundet „An agentic AI assistant that lives in your chats, inspired by nanoclaw and incorporating some of its design ideas. Built with Rust.“ zu einer praxistauglichen Open-Source-Lösung zusammen, mit wiederverwendbarer Tooling- und Integrationsunterstützung für reale Anwendungsfälle.

735 Sterne137 ForksRustMIT

Auf einen Blick

Was ist das?
MicroClaw ist eine selbst gehostete Agenten-Plattform in Rust, die als Server für Chat-Kanäle und Automatisierung und als Desktop-App für lokale Agentenarbeit läuft; beide nutzen denselben Agentenkern.
Für wen ist es gedacht?
MicroClaw passt zu Teams und Einzelpersonen, die einen selbst gehosteten Agenten mit dauerhaften Sitzungen, Zeitplänen und mehreren Chat- und API-Oberflächen betreiben wollen. Vor dem Produktivbetrieb sollte man auf den stable-Zweig wechseln, die glibc- und OpenSSL-Anforderungen der Linux-Binärdatei prüfen und die Tool-Genehmigungen sowie die Ausgangsrichtlinie an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Darf ich es kommerziell nutzen?
Ja. MIT ist eine freizügige Lizenz: Sie dürfen darauf aufbauende Software nutzen, verändern und verkaufen, solange Sie die Urheberrechts- und Lizenzhinweise beibehalten.
Wird es noch gepflegt?
Ja. Die letzten Commits kamen vor 11 Tagen.
In welcher Sprache ist es geschrieben?
Hauptsächlich Rust, laut der Sprachstatistik von GitHub.

Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 14. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.

TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE

Zwei Produktflächen auf einer Rust-Agenten-Laufzeit

MicroClaw beschreibt sich als selbst gehostete Agenten-Plattform in Rust mit zwei Produktflächen. MicroClaw Server läuft dauerhaft und bedient Chat-Kanäle, Web, APIs, Zeitpläne und Automatisierung auf macOS, Linux und Windows. MicroClaw Work ist eine native GPUI-Desktop-App, die lokale, auf Arbeitsbereiche bezogene Agentenarbeit ermöglicht; offiziell unterstützt wird dafür Apple Silicon mit macOS 13 und jünger, für Linux und Windows liegen portierbare Vorschauversionen vor.

Beide Oberflächen teilen denselben Agentenkern: Agent Engine, Provider-Abstraktion, Tools, Richtlinien, Speicher, Skills und Laufzeit-Ereignisse stammen aus einer gemeinsamen Laufzeit. Die README empfiehlt ausdrücklich den stable-Zweig für den Produktivbetrieb, weil main sich schnell bewegt und Änderungen mit Auswirkungen enthalten kann, die bestehende Installationen brechen.

Schnellstart: Work per Homebrew, Server per Installskript

Für die Desktop-App auf Apple Silicon heißt der Weg brew tap microclaw/tap und brew install --cask microclaw-work. Die Version v0.5.4 stellt dafür außerdem portable Linux- und Windows-Previewversionen bereit. Der Server lässt sich mit curl -fsSL https://microclaw.org/install.sh | bash auf macOS und Linux installieren, unter Windows PowerShell mit iwr https://microclaw.org/install.ps1 -UseBasicParsing | iex.

Danach folgen microclaw doctor, microclaw setup und microclaw start. Die Weboberfläche öffnet sich unter http://127.0.0.1:10961. Für Homebrew, Docker, Source-Builds, Aktualisierungen und die Installation als Dienst verweist das README auf docs/getting-started.md. Wer die vorab gebaute Linux-Binärdatei nutzt, sollte die Hinweise zu glibc- und OpenSSL-Anforderungen lesen, bevor die Installation auf einer älteren Distribution scheitert.

Der Ablauf jeder Nachricht und die Architektur dahinter

Das README beschreibt einen einheitlichen Ablauf für jede Nachricht. Zuerst wird der Sitzungszustand wiederhergestellt, passender Speicher, Skills und Laufzeit-Kontext werden geladen. Dann ruft die Laufzeit das gewählte Modell über anbieterneutrale Nachrichten und Tool-Definitionen auf. Die Tools laufen über gemeinsame Schutzmechanismen, Hooks und Autorisierungsprüfungen. Zum Schluss wird die Runde gespeichert und das Ergebnis dauerhaft zugestellt.

Die Kanaladapter übersetzen nur Ankommendes und Zustellung, sie tragen keine eigene Agentenschleife. MicroClaw Work projiziert dieselben Laufzeit-Ereignisse in den nativen GPUI-Zustand über microclaw-work-runtime und microclaw-work-app. Wo andere Projekte pro Kanal eigenen Bot-Code pflegen, bleibt hier die Logik an einer Stelle; wer mehrstufige Toolnutzung, fortsetzbare Sitzungen, geplante Aufgaben und dauerhafte Zustellung verbinden will, bekommt das in einer einzigen Laufzeit.

Zuverlässigkeit, die sich mit Befehlen prüfen lässt

Die README ordnet Fehlerszenarien konkrete Prüfwege zu. Überschreitet eine Antwort ein Kanallimit, wird sie dauerhaft angenommen, in geordnete Blöcke zerlegt und ohne Verlust von Grenzbytes erneut versucht; prüfen lässt sich das mit microclaw doctor delivery. Stoppt der Prozess zwischen Modell- und Tool-Schritt, setzt ein anbieterneutraler Checkpoint die fertigen Schritte fort, ohne abgeschlossene Tool-Ergebnisse zu wiederholen; dafür steht die /status-Ansicht.

Wird ein schreibfähiges Tool unterbrochen, hält die Wiederherstellung an unsicheren Nebenwirkungen an und fragt nach, statt den Aufruf blind zu wiederholen; diese Ereignisse landen in den Recovery-Audits. Ist ein Kanal nicht erreichbar, bleiben Aufgabenabschluss und Zustellung getrennt, die Ergebnisse warten in der Warteschlange auf einen erneuten Versuch. Jede Veröffentlichung bringt zusätzlich eine maschinenlesbare Zuverlässigkeits-Kennzahl mit, reproduzierbar über scripts/ci/reliability_scorecard.sh.

Fähigkeiten: Ausführung, Kontinuität, Speicher und Erweiterungen

Die Fähigkeitsliste ist breit. Die Agentenausführung umfasst mehrstufige Tools, parallele schreibgeschützte Wellen, Planung, Fortschrittsmeldungen, Abschlussverträge und Subagenten. Zur Kontinuität gehören fortsetzbare Sitzungen, Kontextkomprimierung, Checkpoints, dauerhafte Zustellung nach außen, Zeitplanung und Abbruch. Speicher und Lernen fußen auf Datei- und SQLite-Speicher, semantischem Abruf und einem zeitlichen Wissensgraphen.

Erweiterungen kommen über Skills, Manifest-Plugins, Hooks, MCP, ClawHub sowie die Protokolle A2A und ACP. An Schnittstellen nennt das README eine lokale Web-Oberfläche, HTTP-, SSE- und WebSocket-APIs, Chat-Adapter und Agenten-Protokolle. Betrieblich gehören Tool-Genehmigungen, begrenzte Funktionsberechtigungen, Docker-Sandboxing, eine Ausgangsrichtlinie, Secret-Redaktion, Metriken, Traces und Diagnose dazu. Die erforderliche Umgebung bleibt schlank, weil die Laufzeit mit eingebettetem SQLite auskommt und weder eine Vektordatenbank noch einen Service-Mesh braucht.

Kanäle und Anbieter: ein Kern, viele Andockstellen

An Kanälen sind Telegram, Discord, Slack, Feishu/Lark, WeChat, DingTalk, QQ, WhatsApp, Signal, Matrix, IRC, Nostr, iMessage, E-Mail und Web angebunden. Nicht jede Plattform hat dieselben Anforderungen, und ob ein Adapter verfügbar ist, hängt von der eingerichteten Funktion ab; die README spricht von Plattform-Abhängigkeiten bei Verfügbarkeit und Einrichtung.

Bei den Modellanbietern gibt es einen nativen Pfad für Anthropic, während OpenAI, OpenAI Codex, OpenRouter, Ollama, Google, DeepSeek und lokale Server über die gemeinsame, OpenAI-kompatible Schnittstelle laufen. Die erzeugte Anbieter-Matrix dient als maßgebliche Quelle für IDs, Protokolle, Vorgaben und Modelle. Wer bereits einen OpenAI-kompatiblen Anbieter betreibt oder einen lokalen Server wie Ollama nutzt, kann die Laufzeit daran andocken, ohne den Kern zu ersetzen.

Fazit: wann MicroClaw die richtige Agenten-Wahl ist

MicroClaw passt zu Teams, die einen selbst gehosteten Agenten mit dauerhaften Sitzungen, Zeitplänen und mehreren Chat- und API-Oberflächen betreiben wollen, und zu Einzelpersonen mit Apple-Silicon-Mac oder Linux-Server. Wer nur eine einzelne Anfrage pro Kanal braucht, ist mit einem schlichten Bot-Framework und der OpenAI-kompatiblen API vermutlich besser bedient; die Stärken dieser Laufzeit liegen in Arbeit, die länger als ein Request dauert.

Vor dem Produktivbetrieb sind drei Dinge zu klären: der Wechsel auf den stable-Zweig, die Kompatibilität der eigenen Distribution mit den glibc- und OpenSSL-Anforderungen, falls die vorab gebaute Binärdatei genutzt wird, und der Umfang von Schutzmaßnahmen wie Tool-Genehmigungen und Ausgangsrichtlinien. Lizenzseitig erlaubt MIT die Nutzung und Einbettung, bringt aber keine Garantie mit; die MIT-Lizenztexte sollten bei Weiterverteilung erhalten bleiben.

Redaktionelles Fazit

MicroClaw passt zu Teams und Einzelpersonen, die einen selbst gehosteten Agenten mit dauerhaften Sitzungen, Zeitplänen und mehreren Chat- und API-Oberflächen betreiben wollen. Vor dem Produktivbetrieb sollte man auf den stable-Zweig wechseln, die glibc- und OpenSSL-Anforderungen der Linux-Binärdatei prüfen und die Tool-Genehmigungen sowie die Ausgangsrichtlinie an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Offizielle Quellen

  1. Official documentation
  2. Official README
  3. Project repository
  4. Release notes
Community-Notizen

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