NoteGen: Markdown-Notizen erst erfassen, später ordnen
Projektüberblick: Eine plattformübergreifende Markdown AI-Notizsoftware. Damit soll sichergestellt werden, dass nützliche Fragmente nicht verschwinden, bevor Sie Zeit haben, sie in etwas Vollständiges umzuwandeln.
Auf einen Blick
- Was ist das?
- Eine Analyse von codexu/note-gen, einer lokalen Markdown-Anwendung, die Festhalten und Aufbereiten trennt: vierstufiger Arbeitsablauf, frei wählbare KI-Modelle, Wissensbasis mit Vektorindex, Canvas-Arbeitsfläche und Synchronisierung über Git-Dienste.
- Für wen ist es gedacht?
- NoteGen richtet sich an Nutzer, die Fragmente sammeln und später in Markdown ausarbeiten wollen, ohne ihre Dateien in ein proprietäres Format zu geben. Wer ein Projekt mit v0.36.0 von August 2026 prüft, sollte zuerst den eigenen Arbeitsbereich mit einer bestehenden Markdown-Sammlung verbinden und die Synchronisierung über ein eigenes GitHub- oder Gitea-Repository testen.
- Darf ich es kommerziell nutzen?
- Ja, unter Bedingungen. GPL-3.0 ist eine Copyleft-Lizenz: Wenn Sie Software weitergeben, die sie enthält, müssen Sie deren Quellcode unter derselben Lizenz veröffentlichen. Wer sie nur intern betreibt, ohne sie weiterzugeben, löst diese Pflicht nicht aus.
- Wird es noch gepflegt?
- Ja. Die letzten Commits kamen vor 2 Tagen.
- In welcher Sprache ist es geschrieben?
- Hauptsächlich TypeScript, laut der Sprachstatistik von GitHub.
Die Antworten beruhen auf den GitHub-Daten des Projekts (zuletzt abgeglichen am 15. September 2026) und auf unserer Analyse. Sie sind keine Rechtsberatung.
TIEFGEHENDE OPEN-SOURCE-ANALYSE
Erfassen und Ordnen als getrennte Schritte in NoteGen
NoteGen aus dem Repository codexu/note-gen positioniert sich mit dem Slogan „Erst erfassen, später ordnen“. Es ist eine lokale Markdown-Anwendung, die verstreute Informationen einsammelt und sie später mit KI-Unterstützung zu geordneten Notizen ausarbeitet. Geschrieben ist das Projekt in TypeScript, lizenziert unter der GPL-3.0, und zum Zeitpunkt der Auswertung wies das Repository 12698 Sterne, 960 Forks und 107 offene Issues auf; der Standardzweig heißt dev.
Die Grundidee lässt sich auf einen Satz verdichten: Eine Idee beginnt als einzelner Satz, eine Sprachaufnahme, ein Screenshot oder ein ungelesener Link, und niemand sollte vor dem Speichern erst einen Titel, einen Ordner und eine Struktur auswählen müssen. NoteGen trennt deshalb bewusst das Festhalten vom Aufbereiten. Informationen werden gespeichert, sobald sie auftauchen; erst später wählt man die zusammengehörigen Aufzeichnungen aus und bringt sie in eine strukturierte Markdown-Notiz. Das Ziel sei nicht, dass die KI alles schreibe, sondern dass nützliche Fragmente nicht verloren gehen, bevor man Zeit hat, sie fertigzustellen.
Vier Schritte vom Fragment zur fertigen Notiz
Das README beschreibt den Arbeitsablauf in vier Schritten. Im ersten Schritt erfasst man, was gerade passiert: einen Gedanken, eine Sprachaufnahme, einen Screenshot, ein Bild, einen Link, eine Datei oder eine Aufgabe, solange alles noch frisch ist. Im zweiten Schritt wählt man das Material aus, indem man Aufzeichnungen nach Tag, Zeit oder Typ filtert und die Einträge markiert, die zusammengehören.
Der dritte Schritt organisiert die Auswahl: Man wählt eine Vorlage oder beschreibt, was entstehen soll, und NoteGen bringt das Material in eine Zusammenfassung, einen Bericht, einen Artikel oder eine andere Markdown-Struktur. Im vierten Schritt übernimmt der Editor: Der Entwurf wird überarbeitet, die Struktur verändert, Details ergänzt und der Text in eigenen Worten fortgesetzt. Als Praxisbeispiele nennt das README Besprechungsausschnitte mit zwei Screenshots, die später zu Besprechungsnotizen werden, Lesezeichen und Lesefragmente einer Woche, die zu einer Recherche-Notiz zusammenkommen, sowie einen Wochenbericht, der aus tag-gefilterten Aufzeichnungen entsteht, ohne mehrere Anwendungen zu durchsuchen.
Der Editor und die Markdown-Ablage im eigenen Arbeitsbereich
Geschriebene Notizen bleiben gewöhnliche Markdown-Dateien in dem Arbeitsbereich, den man selbst wählt. Man kann sie mit NoteGen bearbeiten, mit einem anderen Markdown-Editor öffnen, in Git verwalten oder verschieben, ohne aus einem proprietären Format exportieren zu müssen. NoteGen legt Erfassen, KI, Suche und Ordnen um diese Dateien herum, ersetzt sie aber nicht.
Der Editor selbst unterstützt laut README Tabellen, Aufgabenlisten, Codeblöcke, Mathematik, Diagramme und Dokumentgliederungen. Daneben gibt es einen Markdown-Quellmodus neben der visuellen Bearbeitung, Suchen und Ersetzen, Bilder, Anhänge, Links und Dateiverweise, Export- und Druckwerkzeuge sowie einen Dateiverlauf und eine Verwaltung für Arbeitsbereiche. Diese Liste zeigt, wohin das Projekt zielt: Der Editor soll für alltägliche Markdown-Arbeit ausreichen, damit die gesammelten Dateien nicht zu einem Schattenbestand werden, den niemand mehr öffnet.
Modelle selbst wählen: die KI-Funktionen von NoteGen
NoteGen verbindet sich mit den KI-Anbietern und Modellen, die man selbst konfiguriert. Für Chat, Schreiben, Embeddings, Bilderkennung, OCR und Audio lassen sich unterschiedliche Modelle einsetzen; die Auswahl bleibt also beim Nutzer und nicht beim Projekt. Das ist für alle relevant, die ohnehin Zugänge zu bestimmten Anbietern haben oder lokale Modelle bevorzugen.
Laut README kann die KI ausgewählte Aufzeichnungen in eine strukturierte Notiz bringen, vorhandenen Text fortsetzen, kürzen, erweitern, umschreiben oder übersetzen, Fragen zu Notizen, Aufzeichnungen, Bildern und Wissensbasis-Inhalten beantworten, vor der Antwort lokales Material durchsuchen, Diagramme und Schaubilder aus Notizen erzeugen und im Agent-Modus längere Aufgaben bearbeiten. Das README betont, dass die KI Teil des Arbeitsablaufs ist, das Ergebnis aber bearbeitbar bleibt: Man entscheidet selbst, was behalten wird.
Wissensbasis, Vektorindex und MCP-Server in NoteGen
Eine Notiz soll nach dem Fertigstellen nützlich bleiben. NoteGen kann aus den eigenen Dateien eine durchsuchbare Wissensbasis aufbauen und semantische Abfrage mit lokaler Textsuche verbinden. Eine einzelne Notiz, eine Gruppe von Aufzeichnungen oder die gesamte Wissensbasis lässt sich als Kontext in einem Gespräch verwenden, statt alles per Hand in einen neuen Prompt zu kopieren.
Für fortgeschrittene Arbeitsabläufe listet das README Vektorindizierung und Hybridabfrage, konfigurierbare Embedding- und Reranking-Modelle, Langzeit-Erinnerungen und wiederverwendbare Prompts auf. Hinzu kommen MCP-Server, installierbare Skills und Agent-Werkzeuge für die Arbeit mit Notizen und Dateien. Wer diese Funktionen nutzen will, braucht also nicht nur einen Chat-Zugang, sondern auch geeignete Embedding-Modelle; welche Anbieter konkret unterstützt werden, erklärt die Dokumentation unter notegen.top/en/docs.
Canvas für Flussdiagramme, Mindmaps und Zeitleisten
Neben dem Editor enthält NoteGen eine Canvas-Arbeitsfläche für Material, das sich visuell besser erschließt. Erstellt und bearbeitet werden können Flussdiagramme, Mindmaps, Zeitleisten, Freihandzeichnungen, Datendiagramme sowie Diagramme, die aus dem Inhalt einer Notiz erzeugt werden.
Das README stellt klar, dass Canvas-Elemente nach ihrer Erstellung bearbeitbar bleiben, einschließlich der Inhalte, die die KI vorschlägt. Damit unterscheidet sich dieser Bereich von einem reinen Exportpfad: Ein aus einer Notiz generiertes Flussdiagramm ist kein totes Bild, sondern bleibt Teil der Arbeitsfläche und kann angepasst werden. Für Aufgabenplanung, Recherche über Themen hinweg oder die Aufbereitung von Abläufen ist das der Abschnitt, der NoteGen von einem reinen Texteditor abhebt.
Synchronisierung über GitHub, Gitea, S3 und WebDAV
Notizen werden zuerst lokal gespeichert. Wenn sie auf einem anderen Gerät gebraucht werden, kann man über Dienste synchronisieren, die man ohnehin schon nutzt. Das README nennt GitHub, GitLab, Gitee, Gitea, S3-kompatiblen Speicher und WebDAV. Lokale Backups sind auch ohne Cloud-Synchronisierung möglich; eine eigene Infrastruktur ist also keine Voraussetzung, aber eine Option.
Dieser Katalog ist bemerkenswert, weil er keine proprietären Sync-Server des Projekts voraussetzt. Wer seine Notizen bereits in einem privaten Gitea-Repository oder auf einem eigenen S3-Bucket hält, kann diese Wege direkt weiterverwenden. Das passt zur Grundhaltung des Projekts: Die Markdown-Dateien gehören dem Nutzer, und NoteGen kümmert sich um die Werkzeuge drumherum.
Releases, Plattformstatus und die GPL-3.0 von NoteGen
Die Download-Tabelle stuft Windows, macOS und Linux als Beta ein; für Linux gibt es AppImage-, DEB- und RPM-Pakete, für macOS Builds für Apple Silicon und Intel. Android liegt als Alpha mit ARM64-APKs vor, iOS als Alpha über TestFlight. GitHub Releases dienen als Fallback-Mirror; die aktuelle Version zum Auswertungszeitpunkt ist v0.36.0 vom 26. August 2026, davor erschienen v0.35.1 und v0.34.1. Ein Datum für eine stabile Version 1.0 nennt das README nicht.
NoteGen steht unter der GNU General Public License v3.0, im Lizenztext mit Copyright-Angabe an codexu, 2025. Für Anwender bedeutet das: Die Software darf frei genutzt, verändert und weitergegeben werden, und abgeleitete Werke fallen ebenfalls unter das Copyleft. Wer NoteGen in einem Produkt verbauen will, sollte prüfen, ob diese Weitergabepflicht zum eigenen Modell passt. Das Projekt verlinkt eine Business-Seite, deren Inhalte nicht Teil des hier ausgewerteten README sind.
Redaktionelles Fazit
NoteGen richtet sich an Nutzer, die Fragmente sammeln und später in Markdown ausarbeiten wollen, ohne ihre Dateien in ein proprietäres Format zu geben. Wer ein Projekt mit v0.36.0 von August 2026 prüft, sollte zuerst den eigenen Arbeitsbereich mit einer bestehenden Markdown-Sammlung verbinden und die Synchronisierung über ein eigenes GitHub- oder Gitea-Repository testen. Desktop-Builds sind als Beta eingestuft, Android und iOS als Alpha.
Community-Notizen